AHV 21

    AHV 21: Mitte-Binder kritisiert Gewerkschafts-Maillard scharf

    Marianne Binder-Keller
    Marianne Binder-Keller

    Baden,

    Soll das Frauen-Rentenalter in der Schweiz dem der Männer angeglichen werden? Darüber stimmen wir bald ab. Mitte-Marianne Binder-Keller argumentiert für ein Ja.

    Marianne Binder-Keller
    Marianne Binder-Keller, Nationalrätin Die Mitte Aargau, Baden. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im September stimmt die Schweizer Bevölkerung über zwei AHV-Vorlagen ab.
    • Marianne Binder-Keller versteht nicht, wieso dies von linker Seite bekämpft wird.

    1948, bei der Einführung der AHV, lag das Renteneintrittsalter für beide Geschlechter bei 65 Jahren. Danach wurde es für Frauen gesenkt.

    Es soll jetzt wieder paritätisch werden und eine der wichtigen Massnahmen bilden, unser grosses Sozialwerk finanziell abzusichern und es solidarisch auch für die nächsten Generationen zu bewahren. Dass ein gleiches Rentenalter ausgerechnet von linker Seite bekämpft wird und mit mangelnder Gleichstellung begründet, ist unverständlich.

    Frauen bekommen mehr AHV

    Erstens geschieht die Reform nicht auf dem Buckel der Frauen, die Aussage ist schlicht falsch. In der AHV haben Frauen Privilegien und keine Diskriminierungen.

    55 % der Renten gehen an Frauen, 45 % an Männer. 66 % der AHV-pflichtigen Beiträge, werden von Männern einbezahlt, 34 % von Frauen. Und im Durchschnitt beziehen die Frauen etwa 5 Jahre mehr Rente. Zweitens ist das ungleiche Rentenalter ein patriarchales Relikt, welches unter anderem der männlichen «Einernähreridylle» der 50er und 60er Jahre geschuldet ist.

    Ahv 21
    Pierre-Yves Maillard spricht an einer Medienkonferenz zur AHV 21. - Keystone

    Den Vogel abgeschossen hat kürzlich der oberste Gewerkschaftsboss Pierre-Yves Maillard, der doch wortwörtlich sagte: «Frauen, die länger arbeiten, fehlen als Grossmütter beim Enkelhüten.» Mit anderen Worten: «Grosi gang hei!»

    Nichts gegen den emotionalen und auch volkswirtschaftlichen Wert der Enkelbetreuung, aber abgesehen davon, dass es ja auch Grossväter gäbe, hält der Gewerkschaftsboss ganz offensichtlich nicht allzu viel von der Bedeutung der weiblichen Erwerbsarbeit im Vergleich zur männlichen.

    Er verdrängt, wie hoch unsere Erwerbsquote unterdessen ist und wie qualitativ hochstehend weibliche Fachkräfte sind. Auch mit über 60 Jahren. Er findet, auf uns können man im Erwerbsleben lockerer verzichten, als auf Männer.

    Wie werden Sie bei den AHV-Vorlagen stimmen?

    Er sollte sein Gesellschaftsbild überarbeiten. Wer sagt es ihm?

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