Iran: Trump droht wieder mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

Iran,

Der Konflikt um die Strasse von Hormus spitzt sich nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran erneut gefährlich zu. Das Wichtigste im Ticker.

Die USA melden das Ende ihrer jüngsten Angriffswelle auf Iran. Laut iranischen Medien kam es zu Explosionen in Südstädten und auf vorgelagerten Inseln.

Irans Revolutionsgarde erklärt, als Reaktion Ziele in Bahrain, Kuwait und Jordanien angegriffen zu haben – am Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain soll schwerer Schaden entstanden sein.

Macht Trump einen guten Job im Iran?

Zudem meldet Teheran Gefechte mit US-Kräften in der Strasse von Hormuz. Trump erklärte, die Angriffe würden fortgesetzt, «bis ich sage: genug», mögliche nächste Ziele seien Kraftwerke und Brücken.

Die USA verhängten zudem erneut eine Blockade iranischer Häfen, während Trump seinen Plan zurückzog, für die Durchfahrt durch die Strasse von Hormuz eine 20-Prozent-Gebühr zu erheben.

Im Nau.ch-Ticker halten wir dich zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden:

Trump droht Iran mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken

Trump hat dem Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, «es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln», sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an. Die Attacken würden weitergehen, «bis ich sage, dass es genug ist».

Der 80-Jährige hatte dem Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht, seine Drohung dann aber nicht wahr gemacht. Damals wollte der Präsident Teheran dazu bewegen, die für den globalen Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige und vom Iran mit Angriffen und Drohungen blockierte Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr zu öffnen.

Jordanien fängt iranische Raketen ab

Jordaniens Luftabwehr hat laut Angaben der Armee vier ballistische Raketen aus iranischem Gebiet abgefangen und zerstört. Die Streitkräfte weisen jede Verletzung der Souveränität des Königreichs zurück und stehen laut eigenen Angaben in höchster Alarmbereitschaft.

Iran ruft Jordanier und Kuwaiter zum Widerstand auf

Irans Revolutionsgarde beansprucht einen weiteren Angriff auf die US-Luftwaffenbasis Azraq in Jordanien für sich und will dabei Unterstände für Kampfjets sowie mehrere Drohnen zerstört haben. Sie ruft die Bevölkerung Jordaniens und Kuwaits dazu auf, sich gegen die US-Militärpräsenz zu stellen und amerikanische Einrichtungen ins Visier zu nehmen.

Iran-Krieg
Der Iran hat nach Trumps Ankündigung einer neuen US-Seeblockade gewarnt, keine «Einmischung» der USA bei der Verwaltung der Strasse zuzulassen. - Keystone

Irans Revolutionsgarde erklärt, in einer «vernichtenden Antwort» am Morgen das Kommandozentrum, das Zentrum für Marine-Logistik, Lagerhallen und Treibstofftanks auf der Fünften-Flotte-Basis der US-Marine in Bahrain zerstört zu haben.

US-Militär meldet Abschluss neuer Angriffswelle auf Iran

Das US-Militär teilt mit, in einer siebenstündigen Operation Dutzende militärische Ziele nahe der Strasse von Hormuz und an der iranischen Küste getroffen zu haben. Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffe hätten Präzisionswaffen gegen iranische Raketen- und Drohnenstellungen, Marineeinrichtungen und Küstenverteidigungssysteme eingesetzt. Ziel sei es gewesen, Irans Fähigkeit zur Bedrohung ziviler Schiffe weiter zu schwächen.

Am selben Tag hatte die US-Marine zudem erneut eine Blockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder von dort auslaufen.

Iran: Strasse von Hormuz bleibt gesperrt, «bis Amerikas Übel enden»

Irans Revolutionsgarde erklärt, die Strasse von Hormuz bleibe geschlossen, «bis Amerikas Übel enden». Die USA hätten iranische Stützpunkte unter dem Vorwand angegriffen, «zuwiderhandelnde Schiffe» zu treffen, um damit ihre eigene Niederlage und Unfähigkeit zu verschleiern.

Kein Schiff habe es gewagt, die iranische Blockade zu verletzen oder die USA zu begleiten – entsprechend habe es «natürlich» keine Treffer gegeben.

Iran: US-Logistikzentrum in Kuwait «in Brand gesetzt»

Irans Revolutionsgarde erklärt, das wichtigste Logistik- und Unterstützungszentrum des US-Militärs in Westasien im kuwaitischen Mina Abdullah angegriffen zu haben. Die Anlage sei während der vierten Welle der Operation «Nasr 2» «in Brand gesetzt und zerstört» worden.

Iran meldet Angriff auf F-18-Stellungen an Jordaniens Azraq-Basis

Irans Armee erklärt, mit der achten Phase ihrer Operation «Saeqeh» eine neue Welle von Drohnenangriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region gestartet zu haben. Laut Staatssender IRIB hätten Sprengdrohnen zum zweiten Mal Bereiche der jordanischen Azraq-Luftwaffenbasis getroffen, in denen F-18-Kampfjets und grosse Ausrüstungshangars stationiert sind.

Ölpreise steigen nach US-Blockade und iranischen Vergeltungsschlägen

Die Ölpreise sind am frühen Mittwochmorgen gestiegen, nachdem Trump erneut eine Seeblockade gegen alle iranischen Häfen verhängt hat und Iran mit Vergeltungsschlägen auf US-Basen in der Region reagierte. Die Sorte Brent kletterte um 1,46 Dollar oder 1,72 Prozent auf 86,19 Dollar je Fass, die US-Sorte WTI stieg um 1,11 Dollar oder 1,4 Prozent auf 80,40 Dollar.

Die Ölpreise sind zuletzt deutlich gefallen und auf den tiefsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs zurückgekehrt. (Symbolbild)
Die Ölpreise sind nach dem Beginn der US-Seeblockade in der Strasse von Hormus erneut angestiegen. (Symbolbild) - KEYSTONE/EPA/ADI WEDA

Kommentare

User #1872 (nicht angemeldet)

Heute so und morgen so. Warum dauernd diese Artikel über den Trump? Egal, was er von sich gibt, nach 24 Std. ist es eh wieder anders und er hat vergessen, dass er so etwas überhaupt mal gesagt hat. Eine Kurznotiz "Trump hat etwas gesagt" wäre absolut ausreichend.

User #5039 (nicht angemeldet)

Man muss Iran aus der Gleichung nehmen. Es geht doch primär darum dass diese Strasse wieder für den Handel offen ist. Also, Pipeline, Landweg sind keine Alternativen, bleibt also nur die Seestrasse. Die niemanden gehört, aber von Iran und dummerweise auch von den USA blockiert wird. Mit den USA könnte man noch reden. Aber mit dem Iran wie es scheint nicht mehr. Also muss doch die iranische Regierung weg, damit die Strasse wieder für alle offen steht.

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