Ticker: USA starten neue Angriffswelle gegen den Iran
Der Konflikt um die Strasse von Hormus spitzt sich nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran erneut gefährlich zu. Das Wichtigste im Ticker.

Im Überblick
15- Politiker im Iran fordert Bereitschaft für jahrelangen Krieg
- USA starten neue Angriffswelle gegen den Iran
- Propagandaplakat in Teheran zeigt Trump im Sarg
- Bericht: Sieben iranische Soldaten bei US-Angriff getötet
- Teheran: 30 Tote bei US-Angriffen im Süden Irans
- Jordanien fängt drei Raketen aus dem Iran ab
- Iran: US-Angriff trifft Weizensilo
- Trump droht Iran mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken
- Jordanien fängt iranische Raketen ab
- Iran ruft Jordanier und Kuwaiter zum Widerstand auf
- US-Militär meldet Abschluss neuer Angriffswelle auf Iran
- Iran: Strasse von Hormuz bleibt gesperrt, «bis Amerikas Übel enden»
- Iran: US-Logistikzentrum in Kuwait «in Brand gesetzt»
- Iran meldet Angriff auf F-18-Stellungen an Jordaniens Azraq-Basis
- Ölpreise steigen nach US-Blockade und iranischen Vergeltungsschlägen
Die USA melden das Ende ihrer jüngsten Angriffswelle auf Iran. Laut iranischen Medien kam es zu Explosionen in Südstädten und auf vorgelagerten Inseln.
Irans Revolutionsgarde erklärt, als Reaktion Ziele in Bahrain, Kuwait und Jordanien angegriffen zu haben. Am Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain soll schwerer Schaden entstanden sein.
Zudem meldet Teheran Gefechte mit US-Kräften in der Strasse von Hormus. Trump erklärte, die Angriffe würden fortgesetzt, «bis ich sage: genug», mögliche nächste Ziele seien Kraftwerke und Brücken.
Die USA verhängten zudem erneut eine Blockade iranischer Häfen, während Trump seinen Plan zurückzog, für die Durchfahrt durch die Strasse von Hormus eine 20-Prozent-Gebühr zu erheben.
Im Nau.ch-Ticker halten wir dich zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden:
Ein bekannter iranischer Politiker hat sein Land zur Bereitschaft für einen jahrelangen Krieg mit den USA aufgefordert. «Was die Gefahr eines Krieges fernhält, ist unsere vollständige Bereitschaft zur Verteidigung», sagte Mohammed-Dschwad Laridschani in einem Interview des Staatsfernsehens.
«Wenn die USA spüren, dass der Iran sogar auf einen zwei- oder dreijährigen Krieg vorbereitet ist, werden sie begreifen, dass sie (...) den Krieg nicht fortsetzen sollten», fuhr er fort. «Wir müssen uns auf eine Kriegswirtschaft einstellen, damit die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung steigt», forderte der Politiker. Er ist der Bruder des Mitte März getöteten Ali Laridschani, des ehemaligen Generalsekretärs des Nationalen Sicherheitsrats.
Die USA haben um 12 Uhr Schweizer Zeit eine neue Angriffswelle gegen den Iran gestartet. Das gibt das US-Zentralkommando auf X bekannt.
At 6 a.m. ET today, U.S. Central Command forces began launching a wave of strikes against Iran. The strikes are designed to further degrade military capabilities Iranian forces have used to attack commercial shipping in the Strait of Hormuz.
— U.S. Central Command (@CENTCOM) July 15, 2026
«Die Angriffe sind darauf ausgelegt, die militärischen Fähigkeiten der iranischen Streitkräfte weiter zu schwächen, die sie genutzt haben, um Handelsschiffe in der Strasse von Hormus anzugreifen», steht im Post.
Details zu den Zielen und Berichte über die neue Angriffswelle aus dem Iran lagen zunächst nicht vor. Die Nachrichtenagentur Mehr wies unterdessen Berichte zurück, wonach sich Explosionen nahe der zentralen Metropole Schiras im Landesinneren ereignet hätten. Die Geräusche seien auf Bergbauarbeiten zurückzuführen, hiess es.
Ein grosses Propagandaplakat in der iranischen Hauptstadt Teheran zeigt US-Präsident Donald Trump in einem Sarg. Auf Persisch und Englisch heisst es auf der Fassade «Wir werden Trump töten», wie Fotos der Nachrichtenagentur AP zeigen.

Hintergrund sind Vergeltungsrufe der iranischen Staatsführung für den im Februar getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei. Er wurde in der Nacht zu Freitag mehr als vier Monate nach seinem Tod in der nordöstlichen Pilgermetropole Maschhad bestattet.
Bei einem US-Luftangriff sind iranischen Angaben zufolge sieben Soldaten ums Leben gekommen. Die Attacke erfolgte auf eine Kaserne in Iranschahr in der südöstlichen Provinz Sistan und Belutschistan, wie die Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf die Armee berichtete.
Insgesamt sei der Stützpunkt mit 13 Raketen angegriffen worden. Mehrere weitere Soldaten seien verletzt worden. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt.
Bei den jüngsten US-Angriffen auf den Süden des Irans in den vergangenen Tagen sind iranischen Regierungsangaben zufolge mindestens 30 Zivilisten getötet worden.
«Wir sprechen den trauernden Familien unser Mitgefühl und Beileid aus und ehren das Andenken der Verstorbenen», schrieb Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani auf X.

Mehr als 260 Menschen wurden bei den jüngsten Angriffen, die vor rund einer Woche begannen, verletzt, schrieb der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur auf X. 222 der Verletzten seien inzwischen nach ihrer Behandlung aus Kliniken entlassen worden, fügte er hinzu.
Jordanien hat einen erneuten Angriff aus dem Iran abgewehrt. Die Flugabwehr habe am frühen Morgen drei Raketen abgeschossen, die aus dem Iran in den jordanischen Luftraum eingedrungen seien, teilten die Streitkräfte des Königreichs mit. Opfer oder Schäden habe es nicht gegeben. Das Ingenieurskorps habe die Trümmerteile beseitigt.
Irans Revolutionsgarden reklamierten einen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt in al-Asrak. Es sei auf Hangars für US-Kampfjets gezielt worden, hiess es in einer Mitteilung. Auch die regulären iranischen Streitkräfte feuerten nach eigenen Angaben Kamikazedrohnen auf Ziele in Jordanien. Die vom US-Militär genutzte Luftwaffenbasis liegt im Osten des Landes.
Bei den nächtlichen US-Angriffen ist nach Darstellung iranischer Staatsmedien ein Weizensilo getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich in der südwestlichen Provinz Chusestan nahe der Grenze zum Irak, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Bei dem Angriff in der Stadt Howeyseh habe es keine Todesopfer gegeben, hiess es weiter.

Auch die Revolutionsgarden, Irans mächtige Militärorganisation, warfen den USA die Bombardierung ziviler Einrichtungen vor. Der Feind habe das Weizenlager «aus Schwäche und Grausamkeit» bombardiert, hiess es in einer Mitteilung. Zudem sei eine Mineralwasserfabrik in der westlichen Provinz Ilam Ziel eines Angriffs geworden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Trump hat dem Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört. «Es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln», sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News.
Trump kündigte heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an. Die Attacken würden weitergehen, «bis ich sage, dass es genug ist».

Der 80-Jährige hatte dem Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht, seine Drohung dann aber nicht wahr gemacht.
Damals wollte der Präsident Teheran dazu bewegen, die für den globalen Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige und vom Iran mit Angriffen und Drohungen blockierte Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr zu öffnen.
«Ihr solltet besser eine Einigung erzielen. Es wird niemand mehr übrig bleiben», sagte der US-Präsident weiter. Man gehe «sehr behutsam mit der Zivilbevölkerung um», der Iran müsse aber an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Jordaniens Luftabwehr hat laut Angaben der Armee vier ballistische Raketen aus iranischem Gebiet abgefangen und zerstört. Die Streitkräfte weisen jede Verletzung der Souveränität des Königreichs zurück und stehen laut eigenen Angaben in höchster Alarmbereitschaft.
Irans Revolutionsgarde beansprucht einen weiteren Angriff auf die US-Luftwaffenbasis Azraq in Jordanien für sich und will dabei Unterstände für Kampfjets sowie mehrere Drohnen zerstört haben. Sie ruft die Bevölkerung Jordaniens und Kuwaits dazu auf, sich gegen die US-Militärpräsenz zu stellen und amerikanische Einrichtungen ins Visier zu nehmen.

Irans Revolutionsgarde erklärt, in einer «vernichtenden Antwort» am Morgen das Kommandozentrum, das Zentrum für Marine-Logistik, Lagerhallen und Treibstofftanks auf der Fünften-Flotte-Basis der US-Marine in Bahrain zerstört zu haben.
Das US-Militär teilt mit, in einer siebenstündigen Operation Dutzende militärische Ziele nahe der Strasse von Hormuz und an der iranischen Küste getroffen zu haben. Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffe hätten Präzisionswaffen gegen iranische Raketen- und Drohnenstellungen, Marineeinrichtungen und Küstenverteidigungssysteme eingesetzt. Ziel sei es gewesen, Irans Fähigkeit zur Bedrohung ziviler Schiffe weiter zu schwächen.
Am selben Tag hatte die US-Marine zudem erneut eine Blockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder von dort auslaufen.
Irans Revolutionsgarde erklärt, die Strasse von Hormuz bleibe geschlossen, «bis Amerikas Übel enden». Die USA hätten iranische Stützpunkte unter dem Vorwand angegriffen, «zuwiderhandelnde Schiffe» zu treffen, um damit ihre eigene Niederlage und Unfähigkeit zu verschleiern.
Kein Schiff habe es gewagt, die iranische Blockade zu verletzen oder die USA zu begleiten – entsprechend habe es «natürlich» keine Treffer gegeben.
Irans Revolutionsgarde erklärt, das wichtigste Logistik- und Unterstützungszentrum des US-Militärs in Westasien im kuwaitischen Mina Abdullah angegriffen zu haben. Die Anlage sei während der vierten Welle der Operation «Nasr 2» «in Brand gesetzt und zerstört» worden.
Irans Armee erklärt, mit der achten Phase ihrer Operation «Saeqeh» eine neue Welle von Drohnenangriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region gestartet zu haben. Laut Staatssender IRIB hätten Sprengdrohnen zum zweiten Mal Bereiche der jordanischen Azraq-Luftwaffenbasis getroffen, in denen F-18-Kampfjets und grosse Ausrüstungshangars stationiert sind.
Die Ölpreise sind am frühen Mittwochmorgen gestiegen, nachdem Trump erneut eine Seeblockade gegen alle iranischen Häfen verhängt hat und Iran mit Vergeltungsschlägen auf US-Basen in der Region reagierte. Die Sorte Brent kletterte um 1,46 Dollar oder 1,72 Prozent auf 86,19 Dollar je Fass, die US-Sorte WTI stieg um 1,11 Dollar oder 1,4 Prozent auf 80,40 Dollar.













