Zwischen der Politik und Wissenschaftlern kommt es nächstes Jahr zum Austausch. Dabei geht es ums Klima – dies freut Guillermo Fernandez ganz besonders.
Hungerstreik
Der Klima-Aktivist Guillermo Fernandez beendet nach 39 Tagen seinen Hungerstreik. - sda

Das Wichtigste in Kürze

  • Wissenschaftler und Politiker wollen Ergebnisse aus der Klimaforschung austauschen.
  • Dazu treffen sie sich im Mai 2022 im Bundeshaus – eingeladen hat die Irène Kälin (Grüne).
  • Dies freut Aktivist Guillermo Fernandez besonders. Er beendet deshalb seinen Hungerstreik.

Wissenschaftler und Bundesparlamentarier treffen sich im Mai, damit sie die wichtigsten Informationen der Klimaforschung aus erster Hand bekommen. Ein Klima-Aktivist beendet deswegen nach 39 Tagen seinen Hungerstreik.

Nationalratspräsidentin Irène Kälin habe die Wissenschaftlerinnen und die Parlamentarier zu diesem Treffen eingeladen. Dies teilten die Akademien am Donnerstag mit.

Irène Kälin
Irène Kälin lud zum Treffen ein. - keystone

Erster Teil im August veröffentlicht

Basis sollen die drei IPCC-Berichte sein, die der Weltklimarat veröffentlicht. Der erste Teil wurde im August 2021 veröffentlicht, der zweite und dritte Teil sollen im Februar und März 2022 folgen. An den Berichten arbeiten auch Schweizer Forschende mit.

Die Grünen-Politikerin meint, dass die Berichte des Weltklimarats eine verlässliche Quelle seien, wenn es um die Klimaproblematik gehe. Parlamentarierinnen und Parlamentarier sollen die Resultate daher rasch und aus erster Hand bekommen. Die Politik müsse die Möglichkeit haben, sich direkt mit den Forschenden auszutauschen. Dies sagt zudem Sonia Seneviratne, IPCC-Leitautorin der ETH Zürich.

Treffen im Bundeshaus

Das Treffen soll am 2. Mai 2022 im Bundeshaus stattfinden. Mitte Juli 2022 soll zudem der Weltbiodiversitätsrat IPBES zwei neue Berichte veröffentlichen. Auch hierzu sind gemäss Akademien der Wissenschaften Informationsanlässe geplant.

Entwicklungszusammenarbeit
Das Treffen zwischen den Wissenschaftlern und den Politikern soll im Bundeshaus über die Bühne gehen. - keystone

Ein solches Engagement und den direkten Austausch zwischen Wissenschaft und Politik forderte auch der Klima-Aktivist Guillermo Fernandez. Er befindet sich deswegen seit dem 1. November im Hungerstreik.

An diesem Tag habe er seine Bitte in einem Brief an Umweltministerin Simonetta Sommaruga vorgetragen. Darüber informiert er in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Entsprechend erfreut zeigte er sich am Donnerstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter und in einer Mitteilung. Er hoffe, dass dieses Treffen «endlich einen echten Raum» für Diskussionen in der Schweiz eröffne. Ausserdem hofft er, dass es «die Fähigkeit der Politiker unterstützt, mutige Entscheidungen für die Zukunft unserer Kinder zu treffen».

Guillermo Fernandez
Guillermo Fernandez sass auf dem Bundesplatz und streikte für das Klima. - Nau.ch/Aydemir Hüseyin

Nach 39 Tagen Hungerstreik wolle er nun allmählich wieder mit der Nahrungsaufnahme beginnen. Damit er wieder zu Kräften komme und sich auf ein langfristiges Engagement vorbereiten könne.

Der dreifache Familienvater sorgt sich vor allem um die Zukunft der Kinder. «Die wissenschaftlichen Fakten weisen eindeutig darauf hin, dass wir unsere Kinder in eine 'höllische Zukunft' schicken.» Dies schreibt er in der Mitteilung und zitiert dabei die Worte von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. Vielen Parlamentariern scheine diese «erschreckende und dringende Realität» nicht bewusst zu sein.

Im Interview erzählt Guillermo Fernandez, warum er im Hungerstreik ist. - Nau.ch/Aydemir Hüseyin

Mehr zum Thema:

Simonetta Sommaruga Antonio Guterres ETH Zürich Twitter Grüne UNO