Lawine

Wegen Lawine abgeschnitten: Coop prüft Heli-Lieferungen ins Saastal

Heute fällt nur noch wenig Schnee. Die Lawinengefahr ist weiterhin hoch. Alle Entwicklungen im Ticker.

Lawine
Wallis ist aktuell hoher Lawinengefahr ausgesetzt. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Wallis ist an einigen Orten innert zwei Tagen über 1,5 Meter Schnee gefallen.
  • Die Schneefälle sorgten für Verkehrsbehinderungen und zeitweise sehr grosse Lawinengefahr.
  • Alle Entwicklungen gibt es hier im Liveticker.

Kräftige Schneefälle haben in den Schweizer Alpen seit Sonntag für grosse Neuschneemengen gesorgt. Vielerorts fielen 50 bis 100 Zentimeter Schnee, lokal sogar noch mehr.

Die Folge: Strassen müssen gesperrt werden, Touristen sitzen fest. Es kommt zu Zugausfällen und Verspätungen. Am Dienstag wurde die Lawinengefahr zeitweise sogar auf die höchste Stufe angehoben. Am Mittwoch bleibt sie hoch.

Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier:

Saastal abgeschnitten: Coop prüft Heli-Lieferungen

11.22: Weil die Strasse ins Saastal weiterhin gesperrt ist, leeren sich bei Migros und Coop vor Ort langsam die Regale.

Auf Anfrage von Nau.ch erklärt Detailhändler Coop zur Situation: «Coop steht in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und Verantwortlichen vor Ort.»

Saas-Fee Coop Lawine
Im Coop in Saas-Fee waren die Regale am Dienstag bereits leer. - Facebook / Benedikt Bähler

Gestützt darauf entscheide man über notwendige Massnahmen bei der Warenlieferung. Dabei habe Sicherheit oberste Priorität, so Coop.

Man prüfe mit den Verantwortlichen vor Ort stets alternative Transportmöglichkeiten. Etwa mit dem Helikopter. So habe man auch 2024 Lieferungen ins Saastal gebracht, als die Strasse wegen eines Erdrutsches gesperrt blieb.

Die Migros will die Lage indes weiter beobachten, wie sie gegenüber Nau.ch erklärt. «Im Moment ziehen wir den Lufttransport nicht in Betracht.»

Strassen nach Zermatt und ins Saastal weiterhin gesperrt

10.39: Die Zufahrtsstrassen in die Walliser Seitentäler Saas Grund, Saas Fee und Zermatt sind weiterhin nicht befahrbar. Gesperrt bleiben auch die Furka- und Sustenstrasse im Kanton Uri.

Die Zufahrt zu mehreren Seitentälern im Oberwallis ist bereits seit zwei Tagen nicht möglich. Die Hauptstrasse nach Saas Grund und Saas Fee ist ebenso wie die Strasse nach Zermatt VS weiterhin gesperrt.

Dort donnerte erst am Dienstag eine Lawine ins Tal, wie mehrere Videoaufnahmen zeigen.

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Lawinenniedergang Zermatt. - facebook/@Nicola Villano

Wegen Lawinengefahr gesperrt bleiben vorerst auch die Furkastrasse von Hospental nach Realp. Sowie die Sustenstrasse von Wassen nach Meien im Kanton Uri.

Wieder befahrbar ist indes die am Dienstag wegen Lawinengefahr gesperrte Seestrecke der Klöntalerstrasse zwischen Rhodannenberg und Vorauen im Kanton Glarus.

Auch Strasse von Goppenstein nach Gampel wieder geöffnet

09.38: Nebst dem Autoverlad konnte am Mittwochmorgen auch die A6 zwischen Goppenstein und Gampel wieder in Betrieb genommen werden. Das teilt das Astra in einer Medienmitteilung mit.

Lawine Goppenstein
Die A6 zwischen Goppenstein und Gampel ist nach Aufräumarbeiten wieder befahrbar. - Astra

Die Strasse war am Montagabend für den Verkehr gesperrt worden. Grund war die hohe Gefahr einer Lawine im Gebiet.

Autoverlad durch den Lötschberg nach Lawine wieder offen

09.19: Die BLS hat den am Montag eingestellten Autoverlad zwischen Kandersteg BE und Goppenstein VS wieder in Betrieb genommen.

Schnee
In Goppenstein VS hat eine Lawine am Montag für eine Zugentgleisung gesorgt. - keystone

Seit 08.30 Uhr sind die Zufahrtsstrassen von Gampel-Steg VS sowie Wiler VS aus wieder befahrbar, teilte die BLS am Mittwoch mit.

Dies, nachdem am Montag eine zuvor abgegangene Lawine einen Passagierzug der BLS zum Entgleisen gebracht hatte.

Heute gibt's auch Schnee im Flachland

05.00: Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Dienstagabend hat in der Nacht vorübergehend eine Niederschlagspause eingesetzt. Seit den frühen Morgenstunden breitet sich von Westen her aber erneut Schneefall aus. Auch im Flachland sind stellenweise nochmals winterliche Strassenverhältnisse möglich.

Im Tagesverlauf steigt die Schneefallgrenze allmählich auf 800 bis 1300 Meter, nur im Nordosten bleibt sie laut «SRF Meteo» tiefer. In den Alpen werden meist weitere 5 bis 15 Zentimeter Neuschnee erwartet, bevor die Niederschläge am Nachmittag nach Norden abziehen.

Flocken
Morgen Mittwoch dürften im Flachland erneut weisse Flocken fallen. - meteoschweiz.admin.ch

Für die kommenden Tage kündigen sich weitere Störungen mit Schnee und Regen an. Dazu kommt auf den Bergen zeitweise starker Wind mit Sturmböen.

Die Schneefallgrenze sinkt zunächst wieder gegen 800 bis 1000 Meter, bevor sie am Samstag erneut auf etwa 1300 Meter ansteigt. Oberhalb davon können am Alpennordhang bis zum Wochenende zusätzliche 20 bis 60 Zentimeter Schnee fallen.

Lawinensituation bleibt angespannt

Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) erwartet auch für Mittwoch verbreitet grosse Lawinengefahr der Stufe 4 von 5. Im Bulletin vom Dienstag um 17 Uhr schrieb das SLF:

«Die spontane Lawinenaktivität nimmt mit dem Abklingen der Schneefälle ab. In der Nacht auf Mittwoch sind einzelne spontane Lawinen noch möglich.»

Lawinengefahr
So sah die Lawinengefahr-Prognose für den Mittwoch aus. Die Daten stammen vom Lawinenbulletin vom Dienstag 17. Februar um 17 Uhr. - Screenshot/SRFMeteo

Dabei werden der nördliche Alpenhauptkamm, das Wallis und das Gotthardgebiet aös Risikogebiete genannt. Aber auch das nördliche Tessin, Nordbünden und das Unterengadin gehören für den Abgang einer Lawine dazu.

Das nächste Update vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung des Bundes gibt es am Mittwoch um 8 Uhr.

Kommentare

User #6125 (nicht angemeldet)

Bitte beachten: Die Helis können nur zu Bürozeiten fliegen!

User #1694 (nicht angemeldet)

Puuuh da gibt es dann aber eine saftige Preiserhöhung, die dann durch den Helieinsatz begründet werden, und der Staat, die Politiker schauen zu und lachen.

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