Höchste Lawinengefahr im Wallis – morgen schneits bis ins Flachland
Im Wallis ist die Lawinengefahr mittlerweile auf die Stufe 5 von 5 angehoben worden. Und es schneit in den nächsten Tagen weiter – bis ins Flachland.

Das Wichtigste in Kürze
- Die starken Schneefälle im Alpenraum haben am Montag teilweise für Chaos gesorgt.
- Die Lawinengefahr wurde in Teilen der Schweiz auf die Stufe 5 von 5 angehoben.
- Es schneit indes weiter, am Mittwochmorgen gar bis ins Flachland hinunter.
Die seit Sonntagnacht gefallenen Schneemassen halten die Schweizer Bergregionen in Atem.
Das Schweizer Lawinenbulletin hob die Lawinengefahr am Montagmorgen vielerorts von Stufe 3 «erheblich» auf Stufe 4 «gross» an. Das führte zur Evakuation der Dörfer La Fouly und Ferret, so wie den Weilern Clou und Les Granges im Wallis.
Zudem wurde das Saastal (mit Saas Fee) von der Aussenwelt abgeschnitten. Denn: Die Kantonsstrasse wurde bis auf Weiteres gesperrt. Wann sie wieder öffnet, ist aktuell unklar.
Zug entgleist – Aufräumarbeiten müssen warten
Die Schneemassen sorgten auch für grosse Probleme im Bahnverkehr. Ein Zug der BLS, der von Spiez nach Brig unterwegs war, entgleiste in Goppenstein VS. Denn: Er fuhr in eine zuvor abgegangene Lawine.
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Fünf Menschen wurden dabei verletzt. Weil es weiter schneit und die Lawinengefahr hoch ist, kann noch nicht mit den Aufräumarbeiten begonnen werden.
Die BLS rechnet nicht damit, dass die Strecke vor Samstag wieder befahren werden kann.
Lawinengefahr in Teilen des Wallis «sehr gross»
In Sachen Lawinengefahr hat sich die Situation seit Montagmorgen derweil noch einmal zugespitzt. Mittlerweile hat das Lawinenbulletin die Lawinengefahr teilweise auf Stufe 5 von 5 «sehr gross» angehoben.

Davon betroffen sind Touristenorte im Wallis wie Crans-Montana, Leukerbad und die Aletschregion. Auch das Lötschental ist von der sehr grossen Lawinengefahr betroffen.
Ebenfalls in der Zone mit der höchsten Lawinengefahr liegen die evakuierten Walliser Dörfer. Ob die Bewohnerinnen und Bewohner am Mittwochmorgen in ihre Häuser zurückkehren können – unklar.
Zirka 70 Zentimeter Schnee bis Freitag
Von einer aus meteorologischer Sicht gesehenen Beruhigung der Lage spricht «Meteoschweiz». Denn: «Die Niederschläge sind nicht mehr so intensiv wie gestern und es gibt immer wieder Pausen.»

Das bedeutet aber nicht, dass es aufhört zu schneien. «In den westlichen Walliser Alpen, also im Unterwallis, fällt bis Freitag noch zirka 50 bis 70 Zentimeter Schnee.»
Die Schneehöhe könne lokal gar noch höher ausfallen. Grund dafür ist der starke Wind, heisst es bei «Meteoschweiz». Dadurch komme es zu Schneeverwehungen, was die Schneehöhe erhöhen könne.
So viel Schnee in kurzer Zeit ist nicht «üblich»
Und auch am Alpennordhang dürfte die Schneehöhe noch anwachsen. Dort werden bis Freitag noch zusätzliche 20 Zentimeter Neuschnee erwartet.
Auch andere Gebiete in den Alpen müssen derweil noch mit Schnee rechnen. Doch auch dort falle der Niederschlag tiefer aus, als in den vergangenen Tagen.
Dass es in den letzten Tagen in diesem Masse geschneit habe, sei zudem keinesfalls «üblich», erklärt «Meteoschweiz».
Ein Meter Neuschnee in drei Tagen sei ein Phänomen, das in der Schweiz nur etwa alle drei Jahre vorkomme.
Am Mittwoch gibt es Schnee bis ins Flachland
Schnee bekommen derweil nicht nur die höher gelegenen Lagen. Die Schneefallgrenze steige zwar im Verlauf des Dienstags von 600 auf 1000 Meter an. Doch danach sinke sie erst wieder stark, ehe sie sich bis Freitag bei 500 bis 700 Metern einpendle.

Das bedeute Schnee bis in die tiefen Lagen: «Am Mittwochvormittag kommt der Schnee bis ins Flachland und dürfte liegenbleiben.»
Allerdings sei die weisse Pracht in den unteren Lagen nur von kurzer Dauer. Bereits am Nachmittag werde Regen einsetzen – und den Schnee wieder verschwinden lassen.








