Lawinensituation im Wallis entspannt sich minimal
In den Alpen spielt das Wetter verrückt: Anhaltende Schneefälle sorgen für Verkehrsbehinderungen und Lawinen. Alle Entwicklungen im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Wallis ist an einigen Orten innert zwei Tagen über 1,5 Meter Schnee gefallen.
- Die massiven Schneefälle sorgen für Verkehrsbehinderungen.
- Die Lawinengefahr war zeitweise auf höchster Stufe, inzwischen leicht niedriger.
- Alle Entwicklungen gibt es hier im Liveticker.
Das Wetter im Alpenraum spielt weiter verrückt: Im Wallis hat es in den vergangenen 48 Stunden enorme Schneemengen gegeben.
Die Folge: Strassen müssen gesperrt werden, Touristen sitzen fest. Es kommt zu Zugausfällen und Verspätungen. Und zu Lawinen: Die Gefahrenstufe wurde zeitweise sogar auf die höchste Stufe angehoben.
Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier:
Mehrere Tote bei zwei Lawinen in den französischen Alpen
18.30: Auch im Nachbarland Frankreich ist die Gefahr aufgrund der Lawinenabgänge enorm hoch. Im Wintersportort Valloire in den Savoyen traf eine grosse Lawine eine Bergstrasse.
Nach einer aufwendigen Rettungsaktion konnten ein Toter und zwei Verletzte geborgen werden, berichtete die Zeitung «Le Dauphiné Libéré».
Die Lawine sei gegen Mittag spontan abgegangen, und die Schneemassen seien bis auf die Strasse am Fusse eines Berghangs gestürzt, berichtete die Zeitung unter Verweis auf die Gemeinde. Rund 200 Militärkräfte, Feuerwehrleute und weitere Helfer waren unter anderem mit Hunden an der Suche nach Verschütteten beteiligt.

In der Nähe des Wintersportortes La Grave starben nach einem Lawinenabgang zwei Skifahrer. Sie gehörten zu einer Gruppe von fünf Skifahrern einschliesslich eines Skilehrers, die abseits der Pisten unterwegs war, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Der Skilehrer wurde verletzt in eine Spital gebracht, die anderen beiden Mitglieder der Gruppe – eines davon aus Deutschland – blieben unversehrt. Vor Ort galt die zweithöchste Warnstufe vor Lawinen.
Lawinen-Situation im Wallis entspannt sich leicht
17.06: Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) hat am Dienstagabend das aktualisierte Lawinenbulletin veröffentlicht.
Im Vergleich mit der Prognose am Dienstagmorgen hat sich die Situation im Wallis leicht entspannt. Die Gefahrenstufe «Sehr gross» wurde auf «Gross» zurückgestuft.

Die Situation ist weiterhin angespannt, in allen anderen gefährdeten Bereichen der Schweiz hat sich nichts verändert.
Schneesportler im Kanton Graubünden verschüttet
15.50: Am Montag ist ein Mann ausserhalb der markierten Piste von einem Schneebrett verschüttet worden. Er konnte sich teilweise selbst aus den Schneemassen befreien und um Hilfe rufen, wie die Kantonspolizei Graubünden schreibt.
Der Schneesportler fuhr vor 14.30 Uhr die Skipiste in Richtung Besenbinder hinunter und verliess die Piste, um im Pulverschnee zu fahren.
Gemäss ersten Erkenntnissen der Kantonspolizei Graubünden löste er selbst ein Schneebrett aus und wurde von diesem erfasst.
Doch er hatte sehr viel Glück: Ein Arm des Mannes ragte aus der Schneeoberfläche heraus.

Dies ermöglichte es ihm, sich so weit selbst zu befreien, dass eine ausreichende Sauerstoffzufuhr gewährleistet war. Eine vollständige Selbstbefreiung aus den stark komprimierten Schneemassen war jedoch nicht möglich. Der Mann wurde unterkühlt, aber unverletzt ins Spital gebracht.
Neues Video aus Zermatt aufgetaucht
14.32: Ein neues Video auf Social Media zeigt die Wucht, mit welcher die Lawine in Täsch den Berg runterdonnerte.
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Über 1300 Menschen sind wegen Schneefällen ohne Strom
12.03: In Graubünden ist wegen der starken Schneefälle in zahlreichen Haushalten der Strom ausgefallen. In Obersaxen stürzte am Montagabend ein Baum auf eine Stromleitung. Andernorts sorgten Schneeentladungen zu Stromausfällen. 1334 Haushalte waren betroffen.
Die Stromunterbrüche hätten von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden gedauert, schrieb das Energieunternehmen Repower am Dienstagvormittag. Betroffen waren demnach Haushalte in der Surselva und im Prättigau.
Massive Lawine bei Täsch
11.59: Wegen einer Lawine ist die Verbindung der Matterhorn-Gotthard-Bahn auf der Strecke nach Zermatt erneut unterbrochen. Der Abschnitt zwischen Randa und Täsch ist betroffen. Wie lange die Einschränkung dauert, ist derzeit unklar.
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Bund ruft höchste Lawinen-Gefahrenstufe aus
09.18: Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) hat die Lawinenwarnung für die Schweiz verschärft. Im Wallis gilt inzwischen die höchste Gefahrenstufe 5 von 5, akute Lawinengefahr.

In den übrigen Alpen bleibt die Lage ebenfalls kritisch: Hier gilt weiterhin die Gefahrenstufe 4.
Dass der Bund für eine Region die höchste Gefahrenstufe ausruft, ist sehr selten. Gemäss dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SFL) wird die höchste Lawinengefahrenstufe in nur 0,1 Prozent aller Wintertage herausgegeben.








