Walliser Gefahren-Campingplatz darf im Sommer jetzt doch öffnen
Monatelang stand der Walliser Campingplatz des Glaciers vor der Schliessung – nun bringt eine Teillösung neue Hoffnung.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach einer Schliessungswarnung im Winter darf das Camping des Glaciers teilweise öffnen.
- Grund zur Sorge waren Naturgefahren. Doch Sicherheitsmassnahmen stimmten die Behörden um.
- Der Betreiber beklagt finanzielle Einbussen – auch andere Campingplätze sind betroffen.
Also doch: Der Campingplatz des Glaciers in La Fouly VS darf diesen Sommer einen Teil seiner Stellplätze nutzen. Nach monatelanger Ungewissheit darf Betreiber Alain Darbellay endlich aufatmen.
Noch vergangenen Dezember hatte der Kanton Wallis 13 Campingplätze über mögliche Schliessungen informiert. Dies nämlich wegen Naturgefahren wie etwa Lawinen oder Hochwasser.
Vor 15 Jahren übernahm Darbellay den Familienbetrieb seiner Eltern. Dass die Campingtüren geschlossen bleiben könnten, traf ihn hart.
«Es ist eine Erleichterung»
Um die Behörden von der Schliessung abzubringen, beauftragte Darbellay ein hydrologisches Büro, Sicherheitsvorkehrungen für seinen Campingplatz zu treffen.
Das Areal ist gleich am Ufer des Gletscherbaches Reuse de l'A Neuve gelegen. An der Eingangsbrücke wurde ein Sensor installiert, der die Wassermenge des Baches misst.
Zusätzlich kommt ein automatisches Alarmsystem zum Einsatz, das bei kritischen Niederschlagsmengen warnt.
Die Massnahmen überzeugten die Behörden, eine teilweise Öffnung zu genehmigen. «Es ist eine Erleichterung», gesteht Darbellay laut «Le Nouvelliste».
Drittel der Camper haben storniert
Darbellay schätzt, dass er durch die Teilschliessung etwa die Hälfte seines Umsatzes verliert.
Hinzu kommt: Von den 1200 Campern mit Reservationen stornierten etwa ein Drittel. Die meisten zeigten jedoch Verständnis für die Situation. Im letzten Jahr empfing der Campingplatz etwa 12'500 Gäste.
Gemeindepräsident Joachim Rausis zeigt sich erleichtert über die Teillösung. Der Campingplatz sei wichtig für den Sommertourismus in der Region.
Rund 80'000 Menschen wandern jährlich auf der Tour du Mont-Blanc durch die Gemeinde. Viele davon übernachten auf dem Campingplatz.
«All diese Wanderer wären wohl trotzdem gekommen und hätten sich damit abgefunden, im Tal wild zu zelten. Mit den damit verbundenen Unannehmlichkeiten», sind sich Rausis und Darbellay gemäss der Zeitung einig.
Ohnehin blieb man bei der Bekämpfung von Naturgefahren nicht tatenlos. Ein Projekt für einen Schutzdamm liegt seit über zehn Jahren vor und wurde bereits vom Kanton vorab genehmigt.
Bei einem reibungslosen Verfahren könnten die Arbeiten noch dieses Jahr beginnen.
Andere Campingplätze kämpfen weiter
Bisher konnte nur der Campingplatz in La Fouly eine Teillösung erreichen.
Christophe Valley, Präsident des Walliser Campingplatzverbands, beobachtet unterschiedliche Situationen, schreibt die Zeitung. Sechs Betriebe erhielten bereits Schliessungsverfügungen. Darunter sind Campingplätze in Evolène, Goms oder Saas-Balen.
Zwei weitere Campingplätze verhandeln noch mit den Behörden. Vier waren bereits geschlossen oder stellten den Betrieb ein.
«Die letzten Monate waren auch für meine Mutter schmerzhaft», betont Darbellay, der Leiter des Familienbetriebs in La Fouly. «Ich denke natürlich auch an die Kollegen, die noch keine Zwischenlösung wie die unsere gefunden haben.»





















