Gleichstellung

    Wallis will Diskriminierung von LGBTIQ+-Menschen bekämpfen

    Keystone-SDA
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    Sion,

    Der Kanton Wallis lanciert eine Kampagne gegen Homo- und Transphobie. Ausserdem wird im Amt für Gleichstellung eine neue Stelle geschaffen.

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    Eine Fahne der LGBTQI+-Community. - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Wallis will sich stärker gegen die Diskriminierung von LGBTIQ+-Personen einsetzen.
    • Dafür lanciert der Kanton eine Kampagne und schafft eine Stelle im Amt für Gleichstellung.

    Das Wallis will die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans, Intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LGBTIQ+) bekämpfen. Der Kanton lanciert eine Kampagne gegen Homophobie und Transphobie. Ausserdem wird im Amt für Gleichstellung und Familie eine neue Stelle geschaffen, die sich der Thematik widmet.

    «Mit diesem ehrgeizigen Plan gehört das Wallis zu den Vorreiterkantonen im Bereich der Gesundheitsförderung und der Prävention von Diskriminierungen gegenüber LGBTIQ+-Menschen», sagte SP-Staatsrat Mathias Reynard in einer Medienkonferenz. Er ist Vorsteher des Departements für Gesundheit, Soziales und Kultur. Insgesamt werden 130'000 Franken in «dieses Thema der öffentlichen Gesundheit» investiert.

    LGBTIQ+-Personen tragen höhere Gesundheitsrisiken

    LGBTIQ+-Personen sind insgesamt, insbesondere psychisch und sexuell weniger gesund als der Rest der Bevölkerung. Dies zeigte ein vom Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur in Auftrag gegebener Bericht. Die Analyse zeigte, dass in dieser Gruppe mehr Suchtverhalten und ein zwei- bis fünfmal höheres Risiko für Selbstmordversuche besteht.

    Auf dieser Grundlage hat der Kanton in Zusammenarbeit einen Aktionsplan für das Jahr 2022 ausgearbeitet. Rund zehn Massnahmen werden von der Gesundheitsförderung Wallis unter der Schirmherrschaft ihres Programms «Prévention du Rejet des Minorités (PREMIS)» umgesetzt. Für Mai ist zudem eine kantonale Sensibilisierungskampagne geplant.

    Ehrenamtliche Vereine sollen entlastet werden

    Für Johanne Guex, Koordinatorin des Programms PREMIS, werden diese «konkreten» Massnahmen die Arbeit entlasten. Diese wurde bisher von Vereinen wie Alpagai ehrenamtlich geleistet. Insbesondere die Schaffung einer psychosozialen Anlaufstelle im Amt für Gleichstellung und Familie soll Entlastung bieten.

    Es wurde «dringend notwendig, eine geeignete Anlaufstelle für LGBTIQ+-Personen in Not einzurichten, die oft sozial isoliert sind», sagte Guex. «Die angebotenen Möglichkeiten waren begrenzt oder sogar lückenhaft», so Guex.

    Die Prävention gegen Homophobie und Transphobie soll auch in den Schulen auf allen Bildungsstufen verstärkt werden. Bei den Ordnungskräften wurde laut Reynard bereits eine Schulung durchgeführt und eine weitere ist in den nächsten Monat geplant.

    Das Thema soll mehr Gewicht bekommen

    Für das Gesundheitsdepartement ist die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung und der Fachleute von grösster Bedeutung. «Je mehr wir daraus ein echtes Thema im öffentlichen Raum des Kantons Wallis machen, desto besser wird es uns gelingen, die Diskriminierung zu bekämpfen», sagte Reynard. Er erinnerte daran, dass Übergriffe auf Personen, die ihre affektive oder sexuelle Orientierung offen zeigen, eine Realität sind.

    Laut der von Gesundheitsförderung Wallis durchgeführten Analyse sollen zwischen 7000 und 35'000 Personen im Wallis zur betroffenen Bevölkerungsgruppe zählen. Diese Zahl sei jedoch schwer zu schätzen.

    Aussagekräftiger wären Zahlen zu den erlittenen Übergriffen, auch wenn diese oft nur «die Spitze des Eisbergs» darstellten. Solche Zahlen existieren zurzeit allerdings nicht. Ein Postulat verlangte von der Walliser Polizei, Statistiken über die von LGBTIQ+-Personen erlittene Gewalt zu führen. Es wurde in der letzten Legislaturperiode vom Walliser Grossen Rat abgelehnt.

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