Feuer

    Wallis schickt Brandschutzbeauftragte in obligatorischen Kurs

    Elena Hatebur
    Elena Hatebur

    Crans-Montana,

    Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat Folgen für Walliser Brandschutzbeauftragte: Sie müssen jetzt einen obligatorischen Informationsanlass besuchen.

    Feuerfontäne
    Bei dem Brand in der Silvesternacht kamen 41 junge Menschen ums Leben, darunter sechs Italiener. Weitere 115 wurden verletzt. - Facebook

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Kanton Wallis lädt Brandschutzbeauftragte zu einer Diskussionsrunde ein.
    • Eine Teilnahme ist obligatorisch, «grundsätzlich wird keine Kursabsenz toleriert».
    • Fragen sollen gesammelt und anschliessend im Plenum besprochen und beantwortet werden.

    «Grundsätzlich wird keine Kursabsenz toleriert.» Der Ton, den Marie-Claude Noth-Ecoeur in einem Brief an die Gemeinden wählt, lässt nicht viel Interpretationsspielraum. Noth-Ecoeur ist Chefin der zivilen Sicherheit im Wallis.

    Im Brief, den die Zeitung «Pomona» einsehen konnte, werden sämtliche kommunalen Sicherheitsbeauftragten zu einem Informationsanlass nach Naters aufgeboten. Grundlage dafür sei die kantonale Gesetzgebung, heisst es im Schreiben.

    Während die juristische Aufarbeitung der tödlichen Brand-Tragödie in Crans-Montana VS weiter andauert, zieht der Kanton Wallis die Zügel offenbar an. Zumindest in Sachen Brandschutz.

    Kanton will Brandschutzbeauftragte an Verantwortung erinnern

    Die Teilnahme ist obligatorisch, eine Abmeldung grundsätzlich ausgeschlossen.

    Im Zentrum des Treffens, das am 10. Februar stattfindet, stehen Fragen des Brandschutzes und der Kontrollen in öffentlich zugänglichen Gebäuden.

    Zugleich nutzt der Kanton das Schreiben, um erneut auf das beschlossene Verbot von pyrotechnischen Gegenständen in öffentlichen Einrichtungen hinzuweisen.

    Fragen können zwar im Vorfeld eingereicht werden, doch auch hier ist der Rahmen eng gesteckt. Beantwortet werden die Fragen gesammelt im Plenum.

    Die eingeladenen Sicherheitsbeauftragten können nebst der Anwesenheit von Noth-Ecoeur auch auf Philipp Hildbrand, Chef des kantonalen Amts für Feuerwesen, zählen. Auch eine Delegation des Verbandes der Walliser Gemeinden soll vor Ort sein.

    Braucht es strengere Brandschutzkontrollen in geschlossenen Räumen?

    Die Fragen und Antworten sollen im Anschluss auf ein kantoninternes Tool hochgeladen werden. Jederzeit verfügbar für alle Sicherheitsbeauftragten.

    Wie die Zeitung schreibt, lässt sich eine gewisse Nervosität innerhalb des Amts kaum ignorieren. Der Kanton pocht offenbar darauf, die kommunalen Sicherheitsbeauftragten angesichts der Brandkatastrophe erneut auf ihre Verantwortlichkeiten hinzuweisen.

    Bald Kanton statt Gemeinden als Arbeitgeber?

    Die Sicherheitsbeauftragten sind zu regelmässigen Weiterbildungen verpflichtet. Diese Schulungen werden dieses Jahr im Hinblick auf neue Brandschutzvorschriften, die 2027 inkrafttreten, ausgebaut.

    Parallel wird diskutiert, ob die Sicherheitsbeauftragten künftig nicht mehr bei den Gemeinden, sondern direkt beim Kanton angestellt sein sollen.

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