Walliser Kantonsparlament sagt grundsätzlich Ja zu Hilfsstiftung
Das Walliser Kantonsparlament sagt grundsätzlich Ja zu einer Stiftung zugunsten der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS und ihrer Angehörigen. Der Grosse Rat des Kantons Wallis ist am Montag auf die entsprechende Vorlage eingetreten.

Noch werden die Walliser Grossräte am Donnerstagnachmittag über eine Reihe von Änderungsanträgen zu befinden haben. Schon am Montag zeigte sich aber, dass alle Fraktionen damit einverstanden sind, der Stiftung eine Million Franken Startkapital zu geben und zehn Millionen Franken aus dem Kantonshaushalt zur Verfügung zu stellen.
Derzeit belaufen sich die Spendenzusagen auf rund 24 Millionen Franken. Diese Beträge stammen von öffentlichen Gemeinwesen, Privatpersonen und anderen Organisationen. Die Gemeinde Crans-Montana hat eine Million Franken und der Kanton Waadt sieben Millionen Franken zugesagt.
«Die Gründung einer Stiftung ist kein Schuldeingeständnis unseres Kantons. Nur die Justiz wird die Verantwortlichkeiten feststellen, und gegebenenfalls werden wir diese übernehmen», sagte FDP-Fraktionschefin Sonia Tauss-Cornut während der Debatte.
«Sich zusammenschliessen und gemeinsam handeln: Das muss unser Leitmotiv sein», betonte Pascal Clivaz (SP). Für Marie-Claude Schöpfer-Pfaffen von der sozialliberalen Neo-Fraktion «ermöglicht diese Stiftung die schnelle Schaffung eines rechtlichen Rahmens zugunsten der Opfer».
Die Stiftung «Beloved» – so ihr Name – wird von Doris Leuthard geleitet. Die ehemalige Bundesrätin wurde am vergangenen Dienstag vom Walliser Staatsrat ernannt. Der Stiftungsrat zählt neun Mitglieder. Zu ihm gehört auch ein Vertreter der Familien der französischen Opfer. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Ernennung eines italienischen Vertreters.
Hauptziel der Stiftung ist, die Opfer des Brandes und ihre Angehörigen kurz-, mittel- und langfristig zu unterstützen. Daneben sollen auch Projekte zum Gedenken an die Opfer und die Tragödie oder Brandschutzpräventionsmassnahmen unterstützt werden,
Die März-Sitzung des Walliser Grossen Rates begann am Montagmorgen mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer der Tragödie in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana. Bei dem Brand kamen 41 Menschen ums Leben und 115 wurden verletzt.
«Das Drama von Crans-Montana hat unseren Kanton tief getroffen. Angesichts einer solchen Tragödie gelten unsere ersten Gedanken den Opfern, ihren Familien und Angehörigen», sagte Ratspräsidentin Patricia Constantin.
Staatsratspräsident Mathias Reynard sagte: «Seit dem 1. Januar ist unser Kanton nicht mehr derselbe. Das Drama von Crans-Montana hat Familien zerstört. Es hat unsere Jugend hart getroffen und die gesamte Gemeinschaft bewegt. Diese Tragödie wird uns ein Leben lang prägen.» Der Staatsrat will demnächst mit den Opfern und deren Angehörigen zusammentreffen.










