SP und Grüne verurteilen Gewalt bei «Halloween-Demo» in Zürich
Die SP Stadt Zürich verurteilt die Gewalt und Zerstörungswut «aufs Schärfste», wie sie am Sonntag in einem Communiqué festhielt. «Offensichtlich ging es den Beteiligten nur um Sachbeschädigung und Konfrontation», lässt sich Präsident Oliver Heimgartner zitieren.

Für solches Vorgehen gebe es keinen Platz in Zürich. Eticus Rozas, Co-Präsident der Stadtzürcher Grünen, sagte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass seine Partei sinnlose Gewalt verurteile. Ihn störe es, dass eine kleine Gruppe die Jugendproteste in Europa, die auch legitime Forderungen formuliere, dazu missbrauche, um Gewalt auszuüben.
Die Jungpartei der SP antwortete schriftlich auf eine Anfrage von Keystone-SDA. «Da wir als Juso Stadt Zürich an den Geschehnissen gestern Nacht nicht beteiligt waren und uns die genauen Vorkommnisse unbekannt sind, kann von unserer Seite kein voreiliges Statement erwartet werden», schrieb Co-Präsidentin Alexandra Zeidler.
Zuvor hatten die Jungfreisinnigen und die Junge SVP Zürich eine Distanzierung der linken Parteien vom Krawall verlangt. Zudem formulierten sie Forderungen an den Stadtrat. Es seien zusätzliche Polizeistellen in dem Umfang zu bewilligen, den Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) selbst für notwendig halte, teilten die Jungfreisinnigen am Sonntagmorgen mit. Dies gelte auch für Material wie Wasserwerfer und Tränengas.
Die Junge SVP forderte von der Juso eine Distanzierung und wirft ihnen vor, Zustände wie in Frankreich anzustreben. Zudem verlangte die JSVP, dass sich Rykart erklären müsse, weshalb Zürich «erneut im Chaos versank», wie es im Communiqué heisst.
SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel schrieb auf der Plattform X, dass der Zürcher Stadtrat Rechenschaft darüber ablegen müsse, «weshalb die Krawalle trotz Warnzeichen nicht frühzeitig unterbunden wurden».
Die Kantonspolizei Zürich unterstützte in der Nacht auf Sonntag die Stadtpolizei und verhaftete im Zusammenhang mit den Ausschreitungen zwei junge Männer. Die beiden trugen Waffen und Vermummungsmaterial bei sich, wie die Kapo mitteilte.
Bei den sichergestellten Waffen handelte es um Quarzsandhandschuhe, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage von Keystone-SDA präzisierte. Diese Handschuhe gelten als Waffe, da sie die Schlagwirkung verstärken.
Die Kapo ertappte die beiden Schweizer im Alter von 19 und 21 Jahren, wie sie auf einer Baustelle mutmasslich Wurfgegenstände sammelten, um diese später gegen die Polizei einsetzen zu können. Zudem sprach sie 18 Wegweisungen aus.
Am späten Samstagabend hatten sich in Zürich mehrere hundert Personen mit Halloweenmasken zu einer unbewilligten Kundgebung versammelt. Dabei kam es zu mehreren Sachbeschädigungen: Beteiligte setzten Strassenbarrikaden und ein Auto in Brand. Die Einsatzkräfte wurden mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen angegriffen.
Sie setzte ihrerseits Wasserwerfer, Reizgas und Gummischrot gegen die Randalierenden ein. Auch in Basel und Bern kam es am Samstagabend zu Ausschreitungen.










