Gewalt

    Plünderungen und Gewalt überschatten Gen-Z-Demonstrationen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Deutschland,

    Die grösstenteils friedlichen Gen-Z-Demos wurden durch Gewalt im Nachgang überschattet. In Frankfurt wurden Polizisten angegriffen und Läden geplündert.

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    In Frankfurt wurden mehrere Geschäfte geplündert. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Deutschland nahmen mehr als 100’000 Personen an den Gen-Z-Demos teil.
    • Im Nachgang kam es in einigen Städten zu Ausschreitungen und Gewalt.
    • In Frankfurt wurden Polizisten massiv angegriffen und Geschäfte geplündert.

    Plünderungen, Molotowcocktails auf Polizisten und eingeschlagene Schaufensterscheiben: Nach einem zunächst friedlichen Protest Zehntausender junger Menschen ist es am Abend vor allem in Frankfurt und Köln zu gewalttätigen Szenen und heftigen Ausschreitungen gekommen.

    In beiden Städten spitzte sich nach den «Gen Z regelt»-Protesten die Lage am Abend zu. In der Frankfurter Innenstadt beobachteten dpa-Reporter, wie mehrere Personen in Geschäfte eindrangen und Turnschuhe und andere Gegenstände stahlen. Auch ein Waffenfachgeschäft wurde attackiert.

    Die Polizei sprach ebenfalls davon, dass an mehreren Läden Scheiben eingeschlagen wurden. «Es werden zudem Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen.» Mehrere Personen wurden festgenommen.

    Beamte seien schnell vor Ort gewesen und hätten zwei Waffen sichergestellt, sagte ein Polizeisprecher. Um was für Waffen es sich handelte, sagte er nicht.

    Drastische Massnahme: Einkaufsstrasse Zeil abgesperrt

    Die Frankfurter Polizei sperrte die Einkaufsstrasse Zeil in der Innenstadt ab. «Alle unbeteiligten Personen, welche sich noch auf der Zeil befinden, können die Zeil verlassen. Ein Zutritt der Zeil ist ab jetzt nicht mehr möglich», teilte die Polizei mit. Die Zeil ist eine der meistbesuchten Einkaufsstrassen in Deutschland und insgesamt mehr als einen Kilometer lang.

    In Köln kam es auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof zu Angriffen auf Polizisten. Flaschen wurden geworfen, Fahrräder flogen, ein Mensch erlitt Verletzungen. Randalierer wurden festgesetzt. Es gab nach Polizeiangaben fünf Ingewahrsamnahmen.

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    Auch in Köln kam es zu Ausschreitungen. - keystone

    In einer Nebenstrasse ging demnach eine Fensterscheibe durch einen geworfenen E-Scooter zu Bruch. Eine Polizeisprecherin sprach von einem dynamischen Lagebild. Polizeikräfte wurden zusammengezogen.

    Zuvor waren aus Berlin Flaschen-, Böller- und Eierwürfe und aus Hamburg brennende Barrikaden gemeldet worden. In einigen Städten setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Auch in Hannover, Köln und Bremen gab es Zwischenfälle.

    Vor allem die Szenen in Frankfurt erinnerten an Ereignisse in Frankreich. Im Nachbarland nahmen am Samstag 320’000 Menschen an Demonstrationszügen teil, davon 70’000 in Paris. Dem Innenministerium zufolge wurden landesweit bis 20 Uhr 511 Menschen festgenommen. In Paris und Lyon setzten Ordnungskräfte Tränengas ein.

    «Schockiert über Gewaltexzesse»

    «Ich bin schockiert von den Gewaltexzessen in Frankfurt, die nicht ohne Konsequenzen bleiben werden», sagte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU). «Wer sich so verhält wie die Angreifer in der Frankfurter Innenstadt, stellt sich ausserhalb unserer Gesellschaft. Wir werden Aggressoren, Tätergruppen und Hergang genau bewerten und unsere Schlüsse ziehen.»

    Sein Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer an. «Hier hat sich eine verheerende Verbindung von Linksextremisten und gewalttätigen jungen Menschen entladen», sagte er.

    Gen-Z-Sprecher: Nur der erste Schritt

    Vor den abendlichen Ereignissen hatte die Initiative «Gen Z regelt» ein positives Fazit der Jugendproteste am Nachmittag gezogen. «Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss», sagte ein Sprecher vom Presseteam, der öffentlich nur unter seinem Vornamen Amadeo auftreten will.

    «Heute haben hunderttausend Menschen gezeigt, wofür sie auf die Strasse gehen», sagte Amadeo der Deutschen Presse-Agentur.

    Zugleich betonte er, dass seine Initiative in drei Wochen wieder viele junge Menschen für Aktionen mobilisieren wolle. «Für uns ist das nur der erste Schritt. Wir wollen uns an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen.»

    Polizeigewerkschaft zieht gemischte Bilanz

    Die vorläufige Bilanz der Gewerkschaft der Polizei fiel vor den schweren Ausschreitungen in Frankfurt und Köln gemischt aus. Der Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Rosskopf, sagte der «Rheinischen Post» (online): «Die Proteste der Gen Z haben sich als sehr friedlich rausgestellt.»

    Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage jedoch in einigen Städten zugespitzt.

    Bei den Gruppen, von denen die Gewalt ausgegangen sei, habe es sich um «autonome und zum Teil vermummte Personen» gehandelt. Wo nötig, habe die Polizei sehr konsequent und auch massiv eingegriffen. «Die Einsatzkräfte bleiben nun in absoluter Bereitschaft, um eventuell weitere Ausschreitungen auch in den späten Abend- oder Nachtstunden zu verhindern», sagte er.

    Aufruf zu Demos in mehr als 30 deutschen Städten

    Die Initiative «Gen Z regelt» hatte zu friedlichen Demonstrationen in mehr als 30 deutschen Städten aufgerufen. Sie fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Massnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Die Einführung einer Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.

    Kurz vor 20.00 Uhr nannte der Sprecher vom Presseteam der Initiative «Gen Z regelt» eine Teilnehmerzahl von mehr als 100’000, die Zahlen von sechs bis acht Städten würden noch fehlen. Bundesweite Zahlen der Polizei lagen zunächst nicht vor, in einigen Städten fielen sie aber niedriger aus als die Angaben der Veranstalter.

    In Berlin stand der Protestzug im Kontext mit den bundesweiten Jugendprotesten, war aber nicht Teil der bundesweiten Demos der Initiative «Gen Z regelt». Bei deren Veranstaltung am Brandenburger Tor hatten am Nachmittag Tausende Menschen friedlich demonstriert. Rund 700 Menschen versammelten sich dann am frühen Abend am Rosenthaler Platz und starteten einen Protestzug. Dieser wurde von der Polizei vorzeitig beendet.

    Demonstranten in Hamburg zünden Barrikaden an

    In Hamburg geriet die Lage nach einem weitgehend störungsfreien Verlauf gegen Abend in der Nähe des Hauptbahnhofes teils aus dem Ruder.

    So zündeten gegen Ende der Demonstration schwarz gekleidete und teils vermummte Menschen mehrfach Pyrotechnik, rissen Baustellenabsperrungen aus ihren Verankerungen und steckten diese in Brand.

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    Kommentare

    User #2800 (nicht angemeldet)

    Warum werden hier die Gesichter unkenntlich gemacht? Sollten sich schämen, fremdes Eigentum zerstören, rauben und plündern. Hohe geldbussen und lange Haftstrafen für solche Täter und Unruhestifter!

    User #2408 (nicht angemeldet)

    Wieso werden die Gewalttätigen und Randalierenden nicht einfach verhaftet?

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