Visp an Spitze: Diese Gemeinden wachsen wegen Pendlern am stärksten
Millionen Schweizer pendeln täglich zur Arbeit. Einige kleinere Orte ziehen besonders viele an – und hängen dabei die Grossstädte ab.

Das Wichtigste in Kürze
- Fast die Hälfte der Schweizer pendelt täglich zur Arbeit – vier von fünf Erwerbstätigen.
- Zürich hat die meisten Pendler, relativ führt Visp VS mit mehr Jobs als Einwohnern.
- Das Auto dominiert nach wie vor, während Städte stärker auf ÖV, Velo und Fusswege setzen.
Ob auf der Autobahn, dem Velostreifen oder am Bahnhof: In der Schweiz herrscht morgens stets hoher Betrieb.
Kein Wunder – denn beinahe die Hälfte der Schweizer Bevölkerung zwängt sich jeden Morgen in oder auf ein Verkehrsmittel.
Vier von fünf Erwerbstätigen pendeln gemäss neuen Daten des Bundesamts für Statistik regelmässig. Drei Viertel davon arbeiten in einer anderen Gemeinde als sie wohnen.
Einige Gemeinden haben mehr Arbeitsplätze als Einwohner im Erwerbsalter. Sie wirken wie Magnete auf Pendler.
Visp schlägt die Grossstädte
Die Differenz zwischen Weg- und Zupendlern misst der Pendlersaldo. Er zeigt: In absoluten Zahlen liegt Zürich vorne. 148'000 Menschen beträgt dort der Pendlersaldo.
Bern folgt auf Platz zwei mit 69'000 Erwerbstätigen. Basel landet mit 36'000 auf dem dritten Rang.
Doch relativ zur Bevölkerung sieht das Bild anders aus: Visp VS führt das prozentuale Ranking an, wie eine Auswertung von «CH Media» zeigt.
Der Pendlersaldo der Walliser Gemeinde entspricht 103,8 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren. Das bedeutet: Es gibt mehr Arbeitsplätze als potenzielle Pendler dort wohnen.
Der Grund liegt auf der Hand: Pharma-Riese Lonza betreibt dort seinen grössten Standort weltweit. Fast 5000 Menschen arbeiten in den Werken.
Flughafen macht Kloten zum Pendler-Hotspot
Bei kleinen Gemeinden prägen einzelne Arbeitgeber das Bild stark. Das zeigt auch Kloten ZH – es belegt den zweiten Platz mit 83,3 Prozent. Der Flughafen Zürich liegt grösstenteils auf Klotener Gebiet. Etwa 35'000 Menschen arbeiten dort täglich.
Ecublens VD erreicht 82,2 Prozent und macht das Bild komplett. Das Westschweizer Fernsehen RTS hat dort seinen Sitz. Auch die Eidgenössische Hochschule EPFL befindet sich grösstenteils auf dem Gemeindegebiet.
Grosse Arbeitgeber können kleine Gemeinden transformieren. Sie werden zu wichtigen Wirtschaftsstandorten weit über ihre Grenzen hinaus.
Schlafgemeinden kämpfen mit Abwanderung
Die andere Seite der Medaille: Viele Gemeinden rund um Städte werden zu «Schlafgemeinden». Sie weisen stark negative Pendlersaldi auf.
Etwa Riehen BS verliert, so «CH Media», täglich 3800 Menschen mehr als es gewinnt. Die Genfer Vorortgemeinde Onex hat einen negativen Saldo von 3300 Personen.
Den trostlosen dritten Platz auf dem Podest belegt Wettingen AG mit minus 3100.
Solche Gemeinden riskieren eine Verödung ihrer Zentren. Wegpendler kaufen am Arbeitsort ein, nicht in der Wohngemeinde. Lokale Geschäfte leiden unter der Abwanderung.
Tatsache ist auch: Die meisten Schweizer Pendler setzen sich noch immer täglich an das Lenkrad.
Zürcher machen mit einem Anteil von 62,1 Prozent am meisten vom ÖV Gebrauch. Lausanne, der Kanton Genf und der Kanton Basel-Stadt folgen chronologisch.
Dort fahren besonders viele mit dem Velo oder gehen zu Fuss. In den meisten anderen Bezirken dominiert aber das Auto.













