VBS will Mini-Drohnen mit 670 Millionen Franken bekämpfen
Kleine Drohnen stellen für die Schweiz eine wachsende Bedrohung dar. Nun will das VBS die Lücke mit rund 670 Millionen Franken schliessen.

Das Wichtigste in Kürze
- Das VBS plant bis 2035 rund 670 Millionen Franken in die Drohnenabwehr zu investieren.
- Kleine Drohnen können derzeit nicht zuverlässig erfasst werden.
- Erste Systeme zur Ortung und Abwehr sind bereits bestellt.
Auf der ganzen Welt setzen Armeen immer häufiger Drohnen ein, um die Luftabwehr zu stärken.
Weil die Schweiz in diesem Bereich der Verteidigung eine Lücke hat, soll nun ordentlich Geld darin investiert werden.
Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, plant das Verteidigungsdepartement (VBS) eine umfassende Offensive gegen die Bedrohung aus der Luft.
Ein interner Bericht, der der Zeitung vorliegt, warnt vor autonomen und massenhaft eingesetzten Drohnen. Diese könnten künftig auch zivile Ziele betreffen.
Dazu soll unter anderem eine neu entwickelte Anti-Drohnen-Patrone dienen. Statt einer Kugel treten pro Schuss vier Bleiprojektile aus dem Lauf. So soll die Trefferquote auf schnell anfliegende Minidrohnen erhöht werden.
Aktuell besteht eine Lücke in der Luftabwehr
Bis Ende 2027 rechnet das VBS mit Kosten von 70 Millionen Franken. Bis 2030 sollen weitere 300 Millionen folgen, danach nochmals rund 300 Millionen für Ausbau und Modernisierung.
Derzeit besteht eine erhebliche Lücke: Kleine Drohnen können mit den vorhandenen Luftverteidigungssystemen kaum erfasst werden.
Neben konventionellen Mitteln prüft die Armee deshalb auch sogenannte Energiewaffen wie Hochenergie-Laser. Ein erstes Ortungs- und Störsystem eines Schweizer Herstellers wurde bereits beschafft.
VBS: «Besondere Vorfälle» bei militärischen Anlagen nehmen zu
Dass die Gefahr real ist, zeigte sich im vergangenen Sommer. Bei Tests auf dem Militärflugplatz Meiringen wurden neben eigenen Geräten vermutlich auch fremde Drohnen festgestellt.
Das VBS bestätigt gegenüber der Zeitung eine Zunahme «besonderer Vorfälle» bei militärischen Anlagen, nennt jedoch keine Details.














