US-Patriot verzögert sich – prüft Schweiz jetzt «Mamba»?

    Simon Huber
    Simon Huber

    Bern,

    Die bestellten US-Patriot-Systeme verzögern sich. Nun bietet sich mit dem «Mamba»-System eine europäische Alternative für die Schweizer Luftabwehr an.

    mamba
    Das Luftabwehr-System «Mamba» könnte als Alternative für die US-Patriotssysteme dienen. - Eurosam

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Lieferung der bestellten US-Patriot-Systeme verzögert sich auf unbestimmte Zeit.
    • Damit bleibt die Schweiz vorerst ohne bodengestützte Langstrecken-Flugabwehr.
    • Der europäische Hersteller Eurosam bietet mit dem System «Mamba» eine Alternative an.

    Die Lieferung der in den USA bestellten Patriot-Systeme verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Damit bleibt die Schweiz vorerst ohne moderne bodengestützte Luftverteidigung grosser Reichweite.

    Nun bringt ein europäischer Hersteller eine Alternative ins Spiel und erhöht damit den politischen Druck in Bern.

    Sky Shield
    Schon jetzt Bestandteil der bodengestützten Luftverteidigung in Europa: Das US-amerikanische Patriot-System zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Mittelstreckenraketen. (Aufnahme vom Mai 2022 in der Slowakei) - keystone

    Seit der Ausserdienststellung der «Bloodhound»-Systeme 1999 verfügt die Schweiz über keinen Schutz gegen weitreichende Luftangriffe vom Boden aus.

    Die US-Patriots sollten diese Lücke schliessen. Doch das Verteidigungsdepartement musste zuletzt einräumen, dass es weder einen verbindlichen Liefertermin noch Klarheit über die Konditionen gibt.

    «Mamba» würde bis 2029 ausgeliefert werden

    In diese Unsicherheit stösst das italienisch-französische Konsortium Eurosam. Es bietet der Schweiz sein modernisiertes System Samp/T an, auch bekannt als «Mamba».

    Wie die «NZZ» berichtet, stellt der Hersteller eine Auslieferung bis 2029 in Aussicht, sofern die Schweiz zeitnah bestellt. Das System kann Ziele in grosser Distanz bekämpfen und ist unter anderem in der Ukraine im Einsatz.

    Politiker fordern Prüfung von Alternativen

    Im Parlament wird das Angebot aufmerksam verfolgt. Mehrere Sicherheitspolitiker fordern, Alternativen ernsthaft zu prüfen. Hintergrund ist auch, dass die Schweiz bereits rund 700 Millionen Franken für die Patriot-Systeme angezahlt hat.

    Fühlst du dich in der Schweiz sicher?

    Ein Ausstieg aus dem Vertrag wäre zwar möglich, dürfte aber finanziell und diplomatisch heikel werden. Dies, da der Vertrag direkt mit der US-Regierung abgeschlossen wurde.

    PARLAMENT
    Im Parlament wird das «Mamba»-Angebot geprüft. - keystone

    Der Bundesrat steht damit vor einem Grundsatzentscheid mit geopolitischer Tragweite: Festhalten am US-Deal trotz Verzögerungen oder auf eine europäische Lösung setzen und damit ein Signal in Richtung strategischer Unabhängigkeit senden.

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    Kommentare

    User #3231 (nicht angemeldet)

    Die Mamba oder Chambo, spielt e keine Rolle, werden eh nur sinnlos in die Alpen zu Übungszwecken verbrätelt.

    User #3034 (nicht angemeldet)

    Es wird schon schief gehen, ging es ja mit Amherd auch.

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