Hunderte ziehen an unbewilligter Antifa-Demo durch Bern

Keystone-SDA Regional
Keystone-SDA Regional

Bern,

Unbewilligt, laut und politisch umstritten: In Bern marschierte eine Antifa-Demo durch die Innenstadt, begleitet von Polizei und Verbotsdebatte.

«Selbstverständlich antifaschistisch» lautete der Slogan auf dem Banner des vermummten Frontblocks, der den Umzug anführte.
«Selbstverständlich antifaschistisch» lautete der Slogan auf dem Banner des vermummten Frontblocks, der den Umzug anführte. - Keystone-SDA/Christian Zingg

Das Wichtigste in Kürze

  • In Bern nahmen mehrere hundert Menschen an einem unbewilligten Antifa-Spaziergang teil.
  • Die Polizei war stark präsent, liess den Umzug aber grösstenteils friedlich laufen.
  • Politisch wird über ein Verbot der Antifa diskutiert, Bundesrat sieht keine Organisation.

Mehrere hundert Menschen haben sich am Samstag in Bern an einem «antifaschistischen Nachmittagsspaziergang» durch die Innenstadt beteiligt.

Verschiedene Linksaussen-Gruppierungen hatten zu der unbewilligten Kundgebung aufgerufen.

Die Polizei war mit einem grösseren Aufgebot vor Ort. Sie liess die Demonstrierenden gewähren, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Der öffentliche und private Verkehr war zeitweise stark eingeschränkt.

spaziergang
Ungefähr 1000 Personen ziehen bei einem antifaschistischen «Abendspaziergang» durch die Stadt Bern, am Samstag, 22. Oktober 2022. - keystone

In Aufrufen zur Demo wurde unter anderem vor einem weltweiten Rechtsruck gewarnt. Staatliche Gewalt und Aufrüstung seien im bürgerlichen Staat legitimiert, während Proteste kriminalisiert würden.

Das Geld für Rüstungsbudgets fehle letztlich in der sozialen Infrastruktur und im Gesundheitssystem.

«Selbstverständlich antifaschistisch»

«Selbstverständlich antifaschistisch» lautete der Slogan auf dem Banner des vermummten Frontblocks, der den Umzug anführte. Dahinter gab es einen «queeren Schwarm», einen anti-imperialistischen Block («Antifa bedeutet Intifada») und einen Kinderblock.

Die Polizei stellte sicher, dass der Umzug nicht am Bundeshaus vorbeiführen konnte. Dort war eine bewilligte Veranstaltung des Vereins «Gebet für die Schweiz» mit etwa 200 Teilnehmenden im Gang.

Die Antifa-Demo führte kurz darauf am Berner Rathaus vorbei. Vor dem Gebäude hatten sich Polizisten in Kampfmontur aufgestellt. Die Stimmung blieb friedlich.

Schon bald Verbot?

Im bernischen Grossen Rat wird in der Juni-Session ein Vorstoss für ein Verbot der Antifa diskutiert. Der Regierungsrat unterstützt die Forderung des SVP-Grossrats Thomas Fuchs.

Der Bundesrat hatte im März einen ähnlichen Vorstoss aus dem Nationalrat abgelehnt. Er begründete dies damit, dass die Antifa keine Organisation im engeren Sinn sei, sondern eine heterogene Bewegung beziehungsweise ein loses internationales Netzwerk ohne klare Organisationsstruktur.

Kommentare

User #2420 (nicht angemeldet)

Stimmt alle mit 2* Nein, damit das aufhören kann! Antifa Antifa Antifa! Antifaschismus jetzt hier und überall!

User #2420 (nicht angemeldet)

Solange die Regierung nur für sich selbst und nicht zum wohl aller arbeitet, braucht es Widerstand. Müssen die eben dort zahlen, wo es nicht nötig wäre, wenn sie es von anfang an richtig machen würde. Gute und ruhige Demo. Dank der Polizei welche nicht einfach so drauflos schlug.

Weiterlesen

Claude Longchamp Neutralitätsinitiative
37 Interaktionen
Neutralitätsumfrage
giftschlange schweiz
24 Interaktionen
Biss in Balsthal SO

MEHR AUS STADT BERN

SCB
Ab nächster Saison
1 Interaktionen
Bern
Marzili Badi Bern
17 Interaktionen
Rekord!
YB
9 Interaktionen
Vor Servette-Spiel