Qualitativ ungenügende Masken hätten von der Schweiz nach Afrika verkauft werden können. Ein Bericht der Armee hat den Plan des VBS aufgedeckt.
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Schüler in Malawi waschen sich vor einer Schule die Hände. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz war zu Beginn der Corona-Krise im Besitz von qualitativ ungenügenden Masken.
  • Das VBS soll einem Armeebericht zufolge den Verkauf nach Afrika geprüft haben.
  • Schliesslich wurden keine Schutzmasken weiterverkauft.

Die Schweiz hat geplant, qualitativ ungenügende Masken nach Afrika zu verkaufen. Das geht aus einem Statusbericht der Armee vom 13. Juni 2020 hervor.

«Wir prüfen ein Angebot, FFP2-Masken, die nicht dem Schweizer Standard entsprechen über einen Händler in den afrikanischen Markt zu verkaufen.» So hielt Brigadier Markus Näf, Beschaffungskoordinator im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), in dem Bericht fest. Dieser lag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstag vor, der «Blick» berichtete zuerst darüber.

Masken blieben in der Schweiz

Man sei bereit, diese Masken unter dem Einstandspreis abzugeben. Nach Auslaufen der entsprechenden Covid-Verordnung könnten diese nicht mehr in der Schweiz in Verkehr gebracht werden, schrieb Näf weiter. Der Bestand könne «problemlos mit qualitativ einwandfreien und in der Schweiz zugelassenen Masken wieder aufgestockt werden».

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Die FFP2-Masken wurden nicht nach Afrika geliefert. (Symbolbild) - Keystone

«Es wurden schliesslich keine Masken nach Afrika geliefert», teilte ein Armeesprecher auf Anfrage mit. Die betroffenen FFP2-Masken seien in der Schweiz gemäss der bis im Herbst geltenden Covid-Verordnung zugelassen gewesen.

Maskenbeschaffung wird überprüft

Mit der Verschärfung der Covid-Verordnung hätten sie nicht mehr den strengeren Standards der Schweiz entsprochen. Die Masken seien aber nicht mangelhaft, in vielen Ländern blieben und bleiben sie zugelassen. Die in der Schweiz nach den neuen Vorschriften nicht mehr zugelassenen Masken würden entsorgt.

Verteidigungsministerin Viola Amherd gab eine Aufarbeitung durch die interne Revision des VBS in Auftrag. Diese soll unter anderem prüfen, ob angemessene interne Kontrollen im Prozess der Maskenbeschaffung eingebaut waren, wie der Armeesprecher weiter mitteilte. Die Ergebnisse sollen im Frühling vorliegen.

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Die Bundesrätinnen Simonetta Sommaruga und Viola Amherd haben die zweite Phase der Initiative «Vorbild Energie und Klima» gestartet. - Keystone

Die Armeeapotheke beschaffte im Auftrag des Bundesrats seit Beginn der Pandemie rund 300 Millionen Schutzmasken. Mehr als 70 Millionen davon wurden laut dem Armeesprecher an die Kantone, die Bundesverwaltung und die Armee abgegeben. In den Detailhandel gingen zur Anschubversorgung der Bevölkerung im Frühling 2020 zusätzlich mehr als 18 Millionen Hygienemasken.

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