Mysteriöse Kuh-Krankheit auf Walliser Alp stellt Fachleute vor Rätsel
Fieber, Atemprobleme und Aborte lösten Seuchenalarm aus. Die Alp wurde inzwischen zwar wieder freigegeben, doch die Abklärungen laufen weiter.

Das Wichtigste in Kürze
- Auf einer Oberwalliser Alp erkrankten mehrere Kühe mit Fieber und Aborten.
- Wegen Seuchenverdachts wurde die Alp vorübergehend gesperrt.
- Die Ursache bleibt unklar, Hitze, Futter und Wasser werden geprüft.
Auf einer Oberwalliser Alp sind mehrere Kühe erkrankt. Laut Kantonstierarzt Eric Kirchmeier zeigten Tiere der Herde Fieber, einen schlechten Allgemeinzustand, Atemwegsprobleme und Aborte.
Weil eine Tierseuche zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde die Alp vorübergehend gesperrt, wie der «Walliser Bote» berichtet. Davor seien laut «Le Nouvelliste» mehrere Kühe beim Abtrieb von der Alp wie betrunken herumgelaufen.
Fachleute untersuchen erkrankte Kühe
Die regionale Tierärztin leitete die vorgeschriebenen Abklärungen ein. Zusätzlich wurden Spezialisten einer universitären Klinik für Wiederkäuermedizin beigezogen. Sie untersuchten die Tiere vor Ort und nahmen weitere Proben, wie der «Walliser Bote» schreibt.
Inzwischen konnte eine reglementierte Tierseuche nicht nachgewiesen werden. Deshalb wurde die Sperre aufgehoben und der Alpabtrieb bewilligt. Die Tiere dürfen aber nur in ihre Herkunftsbetriebe zurück oder, falls medizinisch nötig, in eine Universitätsklinik gebracht werden.
Behörden suchen weiter nach Ursache
Die Ursache der Symptome ist weiterhin unklar. Die Behörden prüfen neben möglichen Krankheitserregern auch Futter, Tränkewasser sowie umweltbedingte oder toxische Einflüsse.
Eine Rolle könnte die Hitze gespielt haben. Kirchmeier sagt: «Angesichts der Hitzeperioden der letzten Wochen stellt Hitzestress einen Faktor dar, der zur Entstehung oder Verschlimmerung solcher Symptome wie verminderte Futteraufnahme, Rückgang der Milchleistung, Verdauungsstörungen, beeinträchtigte Fruchtbarkeitsleistungen oder allgemeine Schwächung des Organismus beitragen kann.»
Hitzestress könne zudem die Immunabwehr vorübergehend schwächen.
Hitzestress kann Kühe länger schwächen
Als Schutzmassnahmen gelten ausreichend Wasser, Schatten und Belüftung. Die Folgen von Hitzestress können laut Kirchmeier mehrere Tage bis zwei Wochen anhalten.
Auch im Kanton Bern leiden derzeit Milchkühe unter Durchfall und Fieber. Die Veterinärbehörden tauschten sich dazu aus. Der Fall auf der Oberwalliser Alp gilt aber als lokales Ereignis.
Kirchmeier sagt, einzelne Aborte kämen auf Alpen jeden Sommer vor. Eine ähnliche Häufung von Aborten und allgemeinen Krankheitssymptomen sei ihm dieses Jahr nicht bekannt.
Trockenheit zwingt Vieh ins Tal
Wie RTS zudem berichtet, mussten wegen der Trockenheit viele Bauern ihr Vieh bereits von den Bergweiden ins Tal holen. Einige sehen sich aufgrund von Futtermangel sogar gezwungen, ihre Tiere zu verkaufen.











