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    Swissmedic: Unzufriedenheit über Arbeitsklima

    Anna Baumert
    Anna Baumert

    Bern,

    Das Gericht verdonnerte Swissmedic zu einer Entschädigungszahlung an eine Mitarbeiterin. Dabei soll es sich jedoch nicht um einen Einzelfall handeln.

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    Swissmedic ist die Schweizer Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mehrere ehemalige Swissmedic-Angestellte erheben Vorwürfe gegen das Unternehmen.
    • Sie berichten von einem angespannten Arbeitsklima.
    • Fritz Bütikofer von Transfair wünscht sich in der Sache mehr Rechtsfälle.

    Swissmedic ist während der Corona-Pandemie ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerückt. Doch auch unabhängig davon steht das Schweizerische Heilmittelinstitut offenbar vor Herausforderungen.

    Denn: Mehrere ehemalige Angestellte sprechen gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» von Vorfällen, bei denen Fritz Bütikofer vom Personalverband Transfair «eine gewisse Systematik» erkennt.

    Der prominenteste Fall ist wohl der einer 59-Jährigen, deren Arbeitsweise zwar bei einem Mitarbeitergespräch von ihrem Vorgesetzten kritisiert wurde. Die Kündigung kam dann aber ohne explizite Mahnung oder Verwarnung. Dies, nachdem die Frau 18 Jahre bei Swissmedic angestellt war.

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    Swissmedic musste an die Ex-Mitarbeiterin eine Entschädigung zahlen. - AFP/Archiv

    Anfang März 2020 fällte das Bundesverwaltungsgericht in der Sache sein Urteil: Swissmedic musste an die ehemalige Angestellte eine Entschädigung von 47'000 Franken ausrichten sowie eine Parteienentschädigung.

    Swissmedic akzeptiert das Urteil, wie das Unternehmen gegenüber der Zeitung sagt. Aber: Die Stichhaltigkeit der Gründe, welche zur Kündigung geführt haben, seien nicht bestritten worden.

    Einziger Rechtsfall – aber kein Einzelfall

    Wie der betroffenen Mitarbeiterin erging es jedoch offenbar auch anderen. Bütikofer berichtet gegenüber der «NZZ», er wisse von zehn bis zwölf ähnlichen Fällen in den letzten paar Jahren. Alle Betroffenen sprechen demnach von einem angespannten Arbeitsklima und Unzufriedenheit, weswegen sie kündeten.

    Die ehemaligen Swissmedic-Angestellten berichten von angespannten Verhältnissen zu Führungskräften, einem schroffen Tonfall gegenüber Mitarbeitenden und einer extrem hierarchischen Führungskultur. Zudem bringe das Unternehmen den Mitarbeitenden kaum Vertrauen entgegen.

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    Das Logo der Aufsichtsbehörde Swissmedic. - Keystone

    Dieses Arbeitsklima habe einige Kündigungen zur Folge gehabt. Ein Ex-Mitarbeiter berichtet, dass seine Abteilung deshalb eine Zeit lang kaum einsatzfähig gewesen sei. Gegen diesen Vorwurf wehrt sich die Behörde jedoch gegenüber der Zeitung: Der gesetzliche Auftrag könne «jederzeit und überall» erfüllt werden.

    Swissmedic weist Vorwürfe zurück

    Zudem teilt die Behörde mit: «Swissmedic nimmt Kritik am Arbeitsklima und an Tonalität und mangelnder Wertschätzung ernst und geht sie an mit dem Ziel, ein konstruktives Arbeitsumfeld zu bewahren und weiterzuentwickeln.» Da die Behörde viele Mitarbeitende beschäftigt, sei es möglich, dass «einige der genannten Themen im Raum stehen könnten». Die Behörde gibt an, unmittelbar zu handeln, wenn solche Konflikte an sie herangetragen werden. Dies steht im Gegensatz zu den Aussagen von Ex-Mitarbeitenden.

    Laut Bütikofer in diesem Zusammenhang problematisch: die «Vereinbarungen über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses», die etwa die Verpflichtung zu Stillschweigen nach einer Kündigung umfassen. Er wünscht sich mehr Rechtsfälle in dieser Sache, um Klarheit zu schaffen.

    Fest stehe: «Swissmedic hat aufgrund von eklatanten Führungsmängeln Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit grossem Wissen und hoher Berufsidentifikation verloren.»

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