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SRF kündigte Musikerin Melissa – jetzt kämpft sie gegen Sparhammer

Valentin Köpfli
Valentin Köpfli

Basel,

Musikerin Melissa Varela arbeitete gerne beim SRF. Dann wurde ihr gekündigt. Trotzdem – oder gar deshalb – setzt sie sich gegen die Halbierungsinitiative ein.

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Die Kündigung aus Spargründen war nicht einfach zu verdauen. - instagram / @melicious.mp3

Das Wichtigste in Kürze

  • Host und Redakteurin Melissa Varela verlor aus Spargründen ihren Job.
  • Die Baslerin setzt sich trotzdem für eine starke SRG ein.
  • Über die Kündigung hinweggeholfen, hat ihr die Liebe zur Musik.
  • Beim SRF geht es laut Melissa nicht um Profit, sondern um Qualitätsjournalismus.

Die Sängerin und Künstlerin Melissa Varela verlor vor genau einem Jahr ihren Traumjob beim SRF. Doch statt mit dem Sender abzurechnen, kämpft sie heute gegen die Halbierungsinitiative.

In einem Instagram-Video spricht sie offen über ihre Kündigung und ihre Haltung zum drohenden Sparhammer.

Fast vier Jahre lang war die Baslerin als Host und Redakteurin für den Instagram-Kanal SRF Kultur tätig. Dann kam der abrupte Einschnitt: Kündigung – und das Ende des Kanals.

«Habe mich geschämt»

Varela sagt zu Nau.ch: «Ganz ehrlich: Mir war es am Anfang einfach unangenehm, darüber zu sprechen. Obwohl ich wusste, dass die Kündigung nicht wegen fehlender Leistung passiert ist, habe ich mich trotzdem geschämt und hatte Selbstzweifel.»

Die Musik hat ihr über diese schwierige Zeit hinweggeholfen: «Etwas zu haben, das mir Sinn gibt, ein Ziel, etwas, worin ich meine Emotionen verarbeiten kann, das war extrem wichtig.»

Genau das würde sie auch anderen Menschen in so einer Situation empfehlen: «Etwas finden, das bleibt, auch wenn gerade viel wegbricht.»

Wurdest du schon mal aus Spargründen entlassen?

Zurück zum SRF: 2025 wurden weitere bekannte Formate eingestellt. So verschwanden von der Bildfläche etwa die Gesellschafts-Sendung Glanz & Gloria und der Podcast Kontext. Auch das Frauen-Format We, Myself and Why wurde gestrichen.

Die Entscheide sorgten damals bei vielen SRF-Mitarbeitenden und Kulturschaffenden für Kopfschütteln, wie Varela erzählt.

Sparen um jeden Preis?

Fest stand aber schon damals: Das SRF steht unter massivem Spardruck – auch mit Blick auf die Halbierungsinitiative. Zudem sinken sowohl Gebühren- als auch Werbeeinnahmen.

Die Folgen sind massiv: Allein letztes Jahr wurden beim SRF 116 Vollzeitstellen gestrichen. Bis 2029 sollen insgesamt rund 900 Jobs wegfallen.

Für den Kulturbetrieb haben die Sparmassnahmen gravierende Folgen. Varela sagt: «Diese Formate haben vielen Künstlerinnen und Künstlern mit unterschiedlichsten Perspektiven eine Plattform geboten, die es sonst kaum gab.»

Denn: Kulturberichterstattung rechnet sich finanziell kaum. Und wenn SRF-Formate wegbrechen, dann springen die Privatmedien nicht in die Bresche.

Musikerin: Gute Musik wird ohne SRF «nicht gehört»

Damit Künstlerinnen und Künstler nicht unter dem Radar verschwinden, brauchen sie Aufmerksamkeit. «Ein nationaler Radiosender kann genau diese Sichtbarkeit liefern, die Musiker und Musikerinnen brauchen. Denn am Ende ist es so: Gute Musik, die niemand findet, ist zwar immer noch gute Musik, aber sie wird eben nicht gehört.»

Für Melissa Varela steht deshalb fest: Beim SRF geht es nicht um Profit, sondern um qualitativ hochwertigen Journalismus. Und genau der hat seinen Preis.

Deshalb stimmt sie am 8. März gegen die Halbierungsinitiative.

Wie entscheidest du dich?

Kommentare

User #6173 (nicht angemeldet)

Es ist echt zum Totlachen, dass die einzigen Leute, die behaupten, an den Klimawandel zu glauben, entweder diejenigen sind, die zu ungebildet und inkompetent sind, um selbst die Zahlen zu berechnen, oder diejenigen, die von den Folgen der Behauptung profitieren würden, dass der Klimawandel echt sei.

User #4577 (nicht angemeldet)

135.- Franken entlasten mich sehr! Weil ich weigere mich arbeiten zu gehen. Ich bin lieber gemütlich von Mümliswil aus mit 51 täglich hier am von Telegram kopieren. Ich wäre im Alter, wo die meisten arbeiten, aber ich ziehe es vor, dem Staat auf der Tasche zu hocken, und zwischenzeitlich von frühmorgens bis spätabends hier herumzulafern.

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