Spionage? Russische Gruppen besuchen AKWs – Nachrichtendienst warnt
Russischsprachige Expats besuchen vermehrt kritische Schweizer Infrastrukturen. Der Nachrichtendienst warnt vor möglichen Spionage- oder Sabotageakten.

Das Wichtigste in Kürze
- Russischsprachige Expats besuchen auffällig häufig kritische Schweizer Infrastrukturen.
- Darunter AKWs, Bahn- und Flughafeninfrastruktur und sogar das Bundeshaus.
- Der Nachrichtendienst warnt vor möglichen Spionage- oder Sabotageakten.
Eine Führung durch ein Schweizer AKW: Was zunächst nach einer netten kulturellen Weiterbildung aussehen mag, könnte sich später als gezielter Spionageakt herausstellen.
Russischsprachige Expat-Gruppen in der Schweiz stehen zunehmend im Fokus von Beobachtern und Behörden. Einige von ihnen organisieren offenbar gezielt Besuche bei kritischen Infrastrukturen, die für Gesellschaft und Wirtschaft von zentraler Bedeutung sind.
Der Nachrichtendienst warnt, dass solche Aktivitäten im Zusammenhang mit möglicher Spionage oder Sabotage stehen könnten, berichtet jetzt die «Aargauer Zeitung».
Dass sich ausländische Staatsangehörige, die in der Schweiz leben und arbeiten, über verschiedene Plattformen verabreden, ist keine Seltenheit. Einige Gruppen russischsprachiger Expats verhalten sich diesbezüglich jedoch zunehmend auffällig.
Wie die Zeitung schreibt, besuchen die russischen Gruppen gezielt Einrichtungen, die sich für Sabotage oder anderwärtige Angriffe anbieten.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hätten diese Exkursionen zu kritischen Infrastrukturen zugenommen.
Auch im Bundeshaus waren die russischen Expats
Es gebe Gruppen, die seit Anfang 2024 bis zu drei Mal Schweizer Kernkraftwerke besuchten. Auch Einrichtungen wie Bahn- und Flughafeninfrastruktur oder sogar das Bundeshaus in Bern seien beliebte Ziele.
Es stellt sich deshalb die Frage, ob die russischen Expats von Akteuren im Hintergrund instrumentalisiert werden.
Der Nachrichtendienst weiss von den russischen Gruppenbesuchen
Christoph Gnägi, Sprecher des Nachrichtendiensts des Bundes (NDB), sagt gegenüber der Zeitung: «Der NDB hat Kenntnis über Gruppenbesuche in Anlagen, die den kritischen Infrastrukturen der Schweiz zuzuordnen sind.»
Zu «operativen Details» der Gruppen oder «konkreten Objekten» mache der NDB jedoch keine öffentlichen Angaben. Die Dunkelziffer von Spionageaktivitäten sei wohl hoch, so der Sprecher.
Grösste Bedrohung kommt aus Russland und China
Die grösste Spionagebedrohung gehe von Russland und China aus. Besonders betroffen sei dabei der Kanton Aargau, wo sich unter anderem die Atomkraftwerke Leibstadt und Beznau 1 und 2 befinden.
Betreiber kritischer Infrastrukturen betonen laut «Aargauer Zeitung», dass Besuche nur unter strengen Sicherheitsauflagen stattfinden. Sensible Bereiche bleiben zudem für die Öffentlichkeit gesperrt.
Dennoch sorgen in sozialen Netzwerken veröffentlichte Fotos und Videos solcher Besuche für Bedenken, da sie potenziell sicherheitsrelevante Informationen preisgeben.













