Spionage? Russische Gruppen besuchen AKWs – Nachrichtendienst warnt

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Bern,

Russischsprachige Expats besuchen vermehrt kritische Schweizer Infrastrukturen. Der Nachrichtendienst warnt vor möglichen Spionage- oder Sabotageakten.

Gruppen russischer Expats besuchten zuletzt vermehrt kritische Schweizer Infrastrukturen wie AKWs. Sind sie zum Spionieren da? - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Russischsprachige Expats besuchen auffällig häufig kritische Schweizer Infrastrukturen.
  • Darunter AKWs, Bahn- und Flughafeninfrastruktur und sogar das Bundeshaus.
  • Der Nachrichtendienst warnt vor möglichen Spionage- oder Sabotageakten.

Eine Führung durch ein Schweizer AKW: Was zunächst nach einer netten kulturellen Weiterbildung aussehen mag, könnte sich später als gezielter Spionageakt herausstellen.

Russischsprachige Expat-Gruppen in der Schweiz stehen zunehmend im Fokus von Beobachtern und Behörden. Einige von ihnen organisieren offenbar gezielt Besuche bei kritischen Infrastrukturen, die für Gesellschaft und Wirtschaft von zentraler Bedeutung sind.

Der Nachrichtendienst warnt, dass solche Aktivitäten im Zusammenhang mit möglicher Spionage oder Sabotage stehen könnten, berichtet jetzt die «Aargauer Zeitung».

Dass sich ausländische Staatsangehörige, die in der Schweiz leben und arbeiten, über verschiedene Plattformen verabreden, ist keine Seltenheit. Einige Gruppen russischsprachiger Expats verhalten sich diesbezüglich jedoch zunehmend auffällig.

Wie die Zeitung schreibt, besuchen die russischen Gruppen gezielt Einrichtungen, die sich für Sabotage oder anderwärtige Angriffe anbieten.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hätten diese Exkursionen zu kritischen Infrastrukturen zugenommen.

Auch im Bundeshaus waren die russischen Expats

Es gebe Gruppen, die seit Anfang 2024 bis zu drei Mal Schweizer Kernkraftwerke besuchten. Auch Einrichtungen wie Bahn- und Flughafeninfrastruktur oder sogar das Bundeshaus in Bern seien beliebte Ziele.

Es stellt sich deshalb die Frage, ob die russischen Expats von Akteuren im Hintergrund instrumentalisiert werden.

Der Nachrichtendienst weiss von den russischen Gruppenbesuchen

Christoph Gnägi, Sprecher des Nachrichtendiensts des Bundes (NDB), sagt gegenüber der Zeitung: «Der NDB hat Kenntnis über Gruppenbesuche in Anlagen, die den kritischen Infrastrukturen der Schweiz zuzuordnen sind.»

Zu «operativen Details» der Gruppen oder «konkreten Objekten» mache der NDB jedoch keine öffentlichen Angaben. Die Dunkelziffer von Spionageaktivitäten sei wohl hoch, so der Sprecher.

Grösste Bedrohung kommt aus Russland und China

Die grösste Spionagebedrohung gehe von Russland und China aus. Besonders betroffen sei dabei der Kanton Aargau, wo sich unter anderem die Atomkraftwerke Leibstadt und Beznau 1 und 2 befinden.

Hast du schonmal ein AKW besucht?

Betreiber kritischer Infrastrukturen betonen laut «Aargauer Zeitung», dass Besuche nur unter strengen Sicherheitsauflagen stattfinden. Sensible Bereiche bleiben zudem für die Öffentlichkeit gesperrt.

Dennoch sorgen in sozialen Netzwerken veröffentlichte Fotos und Videos solcher Besuche für Bedenken, da sie potenziell sicherheitsrelevante Informationen preisgeben.

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Kommentare

User #1141 (nicht angemeldet)

Ich bin in dieser Gruppe. Der Bericht ist einfach nur schlecht recherchiert. 1. Es sind öffentliche Besuche, nichts geheimes 2. Man geht da als Gruppe hin weil keine Möglichkeit als Einzelperson das Parlament oder AKW zu besuchen. Die meisten haben einen naturwissenschaftlichen Hintergrund also auch das Interesse an coolen technischen Sachen. Es sind ja auch Kinder immer dabei - für die auch sehr cool. 3. „Vermehrt seit Beginn des Krieges“ - ach ja ne, vorher gab es keine russischsprachige Community hier. 4. Nur so als Tipp was das für Leute sind: halb Google in Zürich ist Russischsprachig. Und auch andere Firmen wie Meta/Nvidia etc. haben ihre besten Ingenieure nach dem Kriegsbeginn in andere Westliche Hubs aus Russland und Ukraine abgezogen. 5. Es sprechen alle Russisch. Auch Ukrainer und andere Leute aus der ehemaligen UdSSR. 6. Ich kenne keinen einzigen, der den Krieg gut heisst. Die Gruppen wären ja auch kicht bunt gemischt wenn es politische Meinungsunterschiede gäbe. Sowas artet sehr schnell aus. 7. Keiner der Journalisten hat die Gruppenleitungen vorher gefragt oder kontaktiert. „Russische Spione“ gibt halt klicks. Russische Sprache ist in Top 8 der meistgesprochenen Sprachen mit 300mio Sprechern. Deutsch hat nur 160mio Sprecher weltweit. Fazit: Jornalisten sollten besser recherchieren bevor man Menschen als Spione bezeichnet.

Luxy-1

Was sollen sie da schon spionieren können? Unser BR veröffentlicht doch längst ganz andere Dinge.

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