Die Berner Linksextremisten wollen das Jahr mit einem Rundumschlag auf der Strasse beenden. Sicherheitsdirektor Reto Nause hat dafür «null Verständnis».
Reitschule Demonstration in Bern
Freunde der Reitschule demonstrieren im Oktober 2017 in Bern. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Linksextremisten rufen zu einer Demonstration an Silvester auf.
  • Demonstriert wird gegen so ziemlich alles.
  • Sicherheitsdirektor Reto Nause hat kein Verständnis für den Zeitpunkt und die Begründung.

2019 war ein anstrengendes Jahr für die Berner Sicherheitsverantwortlichen. Zahlreiche Demonstrationen wälzten sich mehr oder weniger friedlich durch die Bundeshauptstadt. Doch das Jahr ist noch nicht vorbei. Gemäss einem Flyer wollen die Linksextremisten an Silvester noch einmal «die Strassen nehmen» und «die Nacht zum Tag» machen.

Gegen alles

Zwei Stunden vor dem Jahreswechsel wollen die Organisatoren der unbewilligten Demonstration noch einmal zum Rundumschlag gegen so ziemlich alles ausholen. Gegen staatliche Gewalt, Überwachung, Patriarchat, Kapitalismus und die Auflösung der Hausbesetzungen der Brunnmattstrasse sowie dem Altersheim in Zollikofen soll demonstriert werden.

Reitschule
In Reitschule wird zur Demonstration an Silvester aufgerufen. - Community

Aber auch um Solidarität gegenüber Gleichgesinnten auf der ganzen Welt sowie den Kurden zum Ausdruck zu bringen. Man wolle «dem Staat zeigen, dass wir uns von dieser Gewalt nicht unterkriegen lassen. Wir bleiben unregierbar!»

«Null Verständnis»

Bei eben diesem Staat reagiert man genervt. «Ja wir haben das auf dem Schirm», bestätigt der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause. «Wir sind daran, uns auf den Einsatz vorzubereiten.»

Reto Nause
Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause hat kein Verständnis für die Demonstration. - Nau

Der Sicherheitsdirektor will nichts zum geplanten Dispositiv sagen, verrät aber, dass er nicht mit einer Grossdemonstration von mehreren tausend Leuten rechnet. Personal-technisch könnte es aber trotzdem anstrengend werden: «Das wird ein erheblicher Mehraufwand. Wir haben an Silvester sowieso schon genug zu tun», ärgert sich Nause.

Er persönlich hat für diese Demonstration «null Verständnis». «Ich sehe den politischen Grund nicht für so eine Aktion. Die Innenstadt wird voll sein mit Leuten, die friedlich auf das neue Jahr anstossen wollen. Warum muss man diese stören?»

Es ist die erste Demonstration dieser Art an Silvester. Sie soll um 22 Uhr auf dem Bahnhofsplatz in Bern beginnen.

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