Seit Montag gesperrt: Nächstes Walliser Dorf in Angst vor Bergsturz
Im Walliser Bergdorf Randa beschleunigt sich der Hängegletscher Weisshorn Ost. Am Montag wurde die Gefahrenstufe 3 ausgerufen – Das Gebiet ist gesperrt.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Walliser Dorf Randa droht ein Bergsturz – die Gefahrenstufe 3 wurde am 24. August ausgerufen.
- Die Gemeinde sperrte ein grosses Gebiert rund um die Gefahrenzone ab – das Betreten des gesperrten Bereichs ist verboten.
- Bereits 1991 ereignete sich in Randa ein schwerer Bergsturz.
Ein Schweizer Bergdorf bangt um seine Sicherheit. In Randa im Walliser Mattertal hat sich die Lage am Hängegletscher Weisshorn Ost zugespitzt.
Seit Montag, dem 24. August, wurden am Gletscher stark erhöhte Bewegungen festgestellt. Die Eismassen beschleunigen sich – ein Abbruch droht.
Die Gemeinde reagierte umgehend. Sie erhöhte die Überwachung auf die zweithöchste Stufe und sperrte ein grösseres Gebiet rund um die Gefahrenzone. Das Gebiet darf laut Gemeindewebseite ab sofort und bis auf Weiteres nicht betreten werden. Wohngebäude sind aktuell noch nicht direkt betroffen.
Gemeindepräsident Frederic Imboden informierte den «Walliser Boten» über die Lage.
Er sagte: «Die Situation wird mehrmals pro Tag von den Spezialisten analysiert.» In den nächsten Tagen könnten Eismengen abbrechen. Diese könnten laut Imboden bis in den ausgewiesenen Gefahrenbereich reichen.
Vier Stufen
Das Bundesamt für Umwelt unterscheidet vier Stufen zur Überwachung von sogenannten Massenbewegungen. Damit sind Naturereignisse wie Felsstürze, Erdrutsche oder Gletscherabbrüche gemeint.
Stufe 1 dient der Gefahrenbeurteilung, Stufe 2 der Beobachtung. Stufe 3 steht für Früherkennung und aktive Warnung. Stufe 4 bedeutet permanente Überwachung mit einem automatischen Alarmsystem.
In Randa gilt seit Montag die Stufe 3. Die Behörden mahnen die Bevölkerung, Absperrungen und Anweisungen strikt zu befolgen. Die Lage am Gletscher wird laufend verfolgt und bewertet, wie die Behörde auf ihrer Website mitteilt.
Randa ist kein Unbekannter in Sachen Bergsturz. Bereits 1991 ereignete sich dort ein grosser, dreifacher Bergsturz. Ein Museum im Dorf erinnert noch heute daran. Das Dorf selbst liegt direkt unterhalb der neu ausgerufenen Gefahrenzone.
Schweizer Gletscher leiden unter Sommer
Die Aussichten für die Schweizer Gletscher in diesem Sommer sind düster. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass in diesem Sommer mehrere Dutzend Gletscher ganz verschwinden.» So äusserte sich Matthias Huss, Glaziologe und Leiter des Schweizerischen Gletschermessnetzes Glamos, vor Kurzem gegenüber SRF.
Welche das sein werden, sei schwer vorherzusagen. Lokale Faktoren wie Schatten, Lawinen und Schuttbedeckung spielten eine Rolle. Grundsätzlich verschwinden aber die kleinsten Gletscher als Erste.
















