Schweizer Gletscher Bella Tola ist dieses Jahr weggeschmolzen

Sina Barnert
Sina Barnert

Anniviers,

Der heisse Sommer macht sich nicht nur im Tal, sondern auch im hochalpinen Raum bemerkbar. Der Gletscher Bella Tola im Wallis ist wegen der Hitze verschwunden.

Bella Tola
Ist dem Hitzesommer 2026 zum Opfer gefallen: der Bella-Tola-Gletscher im Wallis. Bilder vom August 2021 (links) und Juni 2025 (rechts) zeigen den Gletscher. - Instagram

Das Wichtigste in Kürze

  • Ganz Westeuropa leidet unter einer Rekordhitze und -trockenheit.
  • Betroffen ist auch die Schweiz. Hierzulande purzelten bereits Temperaturrekorde.
  • Auch in den Bergen spürt man die Auswirkungen des aussergewöhnlich heissen Sommers.
  • Der Walliser Gletscher Bella Tola ist ganz weggeschmolzen.

Die Schweiz ächzt unter einem Rekord-Hitzesommer.

Seit Juni kam es hierzulande zu mehreren rekordverdächtigen Hitzewellen. In Basel wurde gar der Temperatur-Allzeitrekord gebrochen.

Mit der Hitze einher geht heuer auch die Trockenheit. Beinahe in der gesamten Schweiz gilt ein Feuerverbot, Felder und Bäume verdorren, Gewässer trocknen langsam aus.

Permafrost taut auf – Berge bröckeln

Das heisse und niederschlagsarme Jahr ist aber auch im hochalpingen Gebiet gut zu spüren. Denn: Auch dort macht sich der Rekordsommer bemerkbar.

So beispielsweise auch an einem der bekanntesten Schweizer Gipfel, dem Matterhorn.

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Am Matterhorn ist es zu einem gewaltigen Felssturz gekommen, denn: Der Permafrost ist heuer stärker aufgetaut als in anderen Jahren. - Instagram / @meteovalledaosta

Dort kam es vor kurzem zu einem gewaltigen Felssturz – weil der stabilisierende Permafrost heuer stärker aufgetaut ist als gewöhnlich.

Bella-Tola-Gletscher ist verschwunden

Betroffen sind aber auch die Gletscher. Die ohnehin schon leidenden Eismassen trifft der Hitzesommer besonders hart.

Für den Walliser Gletscher Bella Tola bedeutete das heisse und trockene Wetter Anfang August gar den Tod.

Von ihm ist nichts mehr übrig, wie Bilder zeigen, die der Westschweizer Zeitung «Le Nouvelliste» vorliegen.

Wo im August 2010 noch ein kleiner Rest aus Schnee und Eis lag, ist nun nur noch Geröll zu sehen.

Es sind «die schlimmsten Bedingungen für das Abschmelzen der Gletscher»

Gegenüber der Zeitung erklärt Schneeforscher Robert Bolognesi: «Das aussergewöhnliche Jahr, das wir bereits Ende Mai erwartet hatten, ist nun eingetreten.»

Sorgst du dich um die Zukunft der Schweizer Gletscher?

Denn: «Der Schnee ist extrem schnell geschmolzen, das Eis lag anschliessend frei und es kam zu einer Hitzewelle nach der anderen.»

Das seien «die schlimmsten Bedingungen für das Abschmelzen der Gletscher», so der Schneeforscher. Doch einen genauen Überblick über die Schäden an den Schweizer Gletschern könne man erst in einigen Wochen ziehen.

Aletschgletscher
Auch grosse Schweizer Gletscher wie der Aletschgletscher im Wallis leiden stark unter dem Hitzesommer 2026. Hier ein Bild von Ende Juli 2026. - keystone

Allerdings sei bereits jetzt klar, dass wohl alle Gletscher betroffen sein dürften: «Die kleineren, hängenden Gletscher sind natürlich sehr empfindlich. Aber auch die grösseren wie der Aletschgletscher leiden stark.»

Kommentare

User #5426 (nicht angemeldet)

Vielleicht überlegen nun auch die Schweizer Bauern ob sie immer noch die SVP wählen.

User #1785 (nicht angemeldet)

Bei uns schmelzen Gletscher, Jööö! In anderen Ländern muss man Dörfer zwangsweise umsiedeln weil der Meeresspiegel steigt.

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