Schweizer Teenies werden für Waffen-Diebstähle rekrutiert
Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene werden auf Social Media für Straftaten angeheuert – auch aus der Schweiz. Es locken teils horrende Geldsummen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Kriminelle Organisationen rekrutieren vermehrt unerfahrene Jugendliche und junge Erwachsene auf Social Media.
- Das Phänomen nennt sich «Crime-as-a-Service» (CAAS) und kommt auch in der Schweiz vor.
- Geboten werden den Jugendlichen Beträge bis zu 10’000 Euro – beispielsweise für Einbrüche in Waffengeschäfte.
Seit rund einem Jahr sind sie in der Schweiz vermehrt ein Thema: Einbrüche in Waffengeschäfte.
Denn damals häuften sich Einbrüche in Waffenläden. Innert rund einer Woche verschafften sich Täter Zugang zu vier Geschäften und einer Schiessanlage in drei Kantonen.
Kriminologe Dirk Baier erklärte zu dieser Häufung gegenüber Nau.ch: «Die derzeitigen Einbruchsdiebstähle gehen sehr wahrscheinlich auf Gruppen ausländischer Personen zurück.»

Solche Gruppen würden in der Regel aus jungen Männern bestehen. Diese würden solche Einbrüche professionell begehen.
Und auch das Fedpol bestätigte damals, dass es sich bei den Tätern vornehmlich um Kriminelle aus dem Ausland handle.
Kriminelle werben im Internet «Soldaten» an
Ein Phänomen, was dabei laut dem Fedpol vermehrt auftritt, ist «Crime-as-a-Service» (CAAS).
Dabei gibt es die Auftraggebenden, die die Straftaten in Auftrag geben und diese auch finanzieren.
Dann gibt es laut Fedpol die Rekrutierer, die potenzielle «Soldatinnen» und «Soldaten» über die sozialen Medien anwerben.
Und schliesslich die «Soldatinnen» und «Soldaten» selbst. Dabei handle es sich meist um unerfahrene Minderjährige oder junge Erwachsene. Diese hätten selbst gar keine Verbindung zu einer kriminellen Organisation.
Auch Schweizer Jugendliche rekrutiert
Stattdessen würden sie auf Tiktok, Snapchat oder Telegram mit Werbevideos rekrutiert werden. Ein Phänomen, das nun offenbar auch die Schweiz erreicht hat.
Gegenüber Nau.ch erklärt das Fedpol jetzt: «Für Straftaten in der Schweiz wurden seit 2025 bis Ende Juni mindestens 360 rekrutierte ‹Soldaten› identifiziert. Davon zehn Schweizer Jugendliche.»
Fälle sind unter anderem aus den Kantonen St. Gallen und Zürich bekannt.
Das Durchschnittsalter bei den über 360 rekrutierten «Soldaten» – aus dem Ausland und aus der Schweiz – beträgt 21 Jahre. Beim jüngsten bekannten Fall war der Täter 14 Jahre alt.
10'000 Euro als Locksumme
«Die Mehrheit der Fälle sind Einbrüche und Einbruchsversuche in Garagenbetriebe und damit verbundene Fahrzeugdiebstähle», erklärt das Fedpol. «In 22 Fällen sind es Einbrüche oder Einbruchsversuche in Waffengeschäfte.»
Darüber hinaus könnten auch einzelne Einbrüche in Bijouterien oder Raubüberfälle in der Schweiz ebenfalls dem Phänomen CAAS zugeschrieben werden.
Die Summen, mit denen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen derweil gelockt werden, um kriminell zu werden, sind hoch.
Das Fedpol erklärt hierzu: «Im Austausch gegen Geldbeträge von 500 bis weit über 10'000 Euro werden Minderjährige und junge Erwachsene in kriminelle Straftaten eingebunden.»
Vergleiche auf Social Media lassen Teenies kriminell werden
Betroffen von der Rekrutierung seien vor allem Männer. Vereinzelt gebe es zwar auch «Soldatinnen», dies sei jedoch seltener.
Es gebe zudem bei den Fällen mit Schweiz-Bezug einige Faktoren, die eine Rekrutierung für das CAAS-Phänomen begünstigen würden. Beispielsweise ein tiefes Bildungsniveau oder Armut.
Ebenfalls begünstigt wird der Faktor der Zugehörigkeit. Jugendliche und junge Erwachsene würden die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Gruppe als «Selbstverwirklichung und Identitätsstiftung» sehen.
Zudem gebe es durch Vergleiche in den Sozialen Medien bei vielen eine «Identitätsunsicherheit», so das Fedpol. Etwa dann, wenn andere mit teuren Luxusartikeln, Geld und Autos protzen würden.
Das alles mache Jugendliche und junge Erwachsene für eine CAAS-Rekrutierung anfällig. «Können die Jugendlichen den Auftrag nicht erfolgreich ausführen, drohen ihnen Repressalien durch die Rekrutierer.»















