Angst

    Teenies schlagen Eltern – die haben Angst, sie zu melden

    Gelöschtes Konto
    Gelöschtes Konto

    Zürich,

    Jeder dritte Jugendliche wird gegenüber den Eltern mindestens einmal körperlich aggressiv. Warum es dazu kommt – und weshalb viele Familien keine Hilfe holen.

    Aggressivität
    Mädchen sind kaum weniger aggressiv als Buben. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Laut einer Studie hat ein Drittel der Befragten die Eltern mindestens einmal angegriffen.
    • Zwei von fünf Befragten haben dies sogar mehrmals getan.
    • Problematisch wird es dann, wenn Grenzen überschritten werden.
    • Die Angst vor einer Fremdplatzierung der Kinder ist gross.
    • Bei der Polizei melden sich aber durchaus Eltern, die von Kindern geschlagen wurden.

    Gewalt in Familien geht nicht nur von Eltern aus – auch Teenager und junge Erwachsene werden handgreiflich. Das zeigt eine neue Studie der Universität Zürich.

    Laut der erschreckenden Untersuchung haben 32,5 Prozent der befragten Aufwachsenden Mama oder Papa zwischen dem 11. und 24. Lebensjahr mindestens einmal angegriffen – etwa durch Treten, Schlagen oder das Werfen von Gegenständen.

    Zwei von fünf Befragten gaben an, dies sogar mehrfach getan zu haben.

    Gen-Z sucht Auseinandersetzungen

    Der renommierte Psychologe Allan Guggenbühl ordnet die Ergebnisse für Nau.ch ein. Kleine Streitereien zwischen Teenagern und Eltern seien normal. «Problematisch wird es dann, wenn Grenzen überschritten werden – etwa durch Prügel», sagt er.

    Schubser oder Kniffe seien bei emotionalen Konflikten nicht zwingend Grund zur Sorge, müssten aber ernst genommen werden. «Jugendliche sind auf der Suche, und manchmal wollen sie eine Auseinandersetzung», so Guggenbühl.

    Eltern haben grossen Einfluss

    In der Studie werden mehrere Risikofaktoren für aggressives Verhalten identifiziert: Missbrauch von Substanzen, eine tiefe Selbstkontrolle oder ADHS. Die Eltern spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

    Konflikte in der Partnerschaft, Alkoholismus oder ein strenger Erziehungsstil können zu einer Eskalation beitragen.

    Fest steht: Mit zunehmendem Alter der Kinder werden Konflikte oft heftiger und zahlreicher. Themen wie Ausgang, Beziehungen oder Medienkonsum entwickeln sich zu regelrechten Minenfeldern – teils auch mit körperlichen Aggressionen.

    So reagieren die Behörden

    Diese Entwicklung stellt auch die Polizei fest. «Es ist durchaus so, dass bei der Luzerner Polizei Meldungen eingehen, weil Kinder gegenüber ihren Eltern gewalttätig werden», sagt Mediensprecher Yannick Probst auf Anfrage.

    Hast du deine Eltern schon einmal getreten, geschlagen oder mit einem Gegenstand beworfen?

    Vielen Betroffenen falle es jedoch schwer, die Behörden einzuschalten.

    Denn: Gerade bei den eigenen Kindern spielten verschiedene Ängste eine Rolle.

    Eltern wollten ihre Kinder nicht kriminalisieren oder fürchteten behördliche Massnahmen wie eine mögliche Fremdplatzierung. «Auch ein Schamgefühl kann ein Grund sein, weshalb betroffene Eltern zögern», so Probst.

    Unterstützung finden betroffene Familien bei verschiedenen Institutionen, die auf häusliche Gewalt spezialisiert sind – oft kostenlos und anonym.

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    Kommentare

    User #4114 (nicht angemeldet)

    Wer hat denn diese gewalttätigen Jugendlichen (v)erzogen?

    User #2278 (nicht angemeldet)

    Die SP findet sowas normal...

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