Der Evakuierungsflug von Schweizern nach Taschkent wird weiter verschoben. Die Lage um den Flughafen in Kabul sei laut dem EDA weiter schwierig.
Kabul Flughafen
Die Sicherheitslage rund um den Flughafen in Kabul sei laut dem EDA nach wie vor schwierig. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Derzeit warten rund 230 Schweizer Staatsangehörige auf einen Swiss-Flug nach Taschkent.
  • Dieser wird jedoch weiter verschoben, teilt das EDA am Sonntag mit.
  • Das EDA arbeite weiterhin an «verschiedenen Evakuierungs-Optionen».

Der geplante Swiss-Flug nach Taschkent zur Rückführung von Schweizer Staatsangehörigen, die aus Afghanistan evakuiert worden waren, steht weiter aus. Die Situation rund um den Flughafen in der Hauptstadt Kabul sei nach wie vor schwierig, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntag mit. Der Flug war eigentlich für Samstag geplant, musste aber kurzfristig verschoben werden.

Das EDA arbeite weiterhin «mit Hochdruck an verschiedenen Evakuierungs-Optionen», hiess es. Insgesamt warten rund 230 Personen, Entwicklungshelfer des Bundes und deren Angehörige, auf eine Rückführung.

Afghanistan war Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungshilfe

Afghanistan war zuletzt ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungshilfe. Die Ausgaben des Bundes in dem zentralasiatischen Binnenstaat beliefen sich in den letzten zwanzig Jahren auf rund 500 Millionen Franken. Das bestätigte das EDA gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA Berichte in den Zeitungen «Sonntags-Blick» und «Sonntags-Zeitung». Zuletzt waren es jährlich über 30 Millionen Franken.

Kabul Taliban
Die Situation am Flughafen von Kabul bleibt angespannt. - AFP

Seit 2002 ist die Schweiz mit einem Kooperationsbüro vor Ort, das die Programme der Schweizer Entwicklungshilfe umsetzt. Vergangene Woche wurde das Büro aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage geschlossen. Es werde aktuell geprüft, wie den Bedürfnissen in Afghanistan nachgekommen werden kann, so das EDA.

Wann und wie die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) ihre Arbeit in Kabul wieder aufnehmen kann, sei offen. Die Schweiz hat laut EDA im Moment keinen Kontakt mit den islamisch-fundamentalistischen Taliban, die vor einer Woche die Macht in Afghanistan übernommen hatten.

Afghanistan
Anhänger der militant-islamistischen Taliban patrouillieren in der Stadt Gasni im Osten Afghanistans. - sda - Keystone/AP/Gulabuddin Amiri

An der Sondersitzung des Uno-Menschenrechtsrats zu Afghanistan vom kommenden Dienstag wird sich die Schweiz an den Diskussionen beteiligen, wie das EDA gegenüber Keystone-SDA mitteilte. Die Einberufung der Sitzung habe die Schweiz unterstützt.

Die Schweiz verurteile nachdrücklich alle Angriffe auf Personen, die sich für die Menschenrechte einsetzten, sowie auf Journalistinnen und Journalisten, teilte das EDA mit.

Die Schweiz fordere alle beteiligten Akteure auf, die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht in vollem Umfang zu respektieren, insbesondere die Rechte von Frauen, Kindern und Minderheiten.

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