Botschafter

    Schweizer Botschafter flüchtete aus Iran – zu früh?

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Bern,

    Das EDA informiert über die Lage im Nahen Osten und die Situation der Schweizer vor Ort. Rund 1000 Staatsbürger haben sich bei der Behörde gemeldet.

    Botschafter
    «Explosionen waren normal»: Botschafter Bangerter schilderte die Lage vor Ort. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das EDA informierte am Montagnachmittag über Lage im Nahen Osten.
    • Rund 1000 Schweizer meldeten sich beim EDA als derzeit in der Region.
    • Das Botschaftspersonal in Teheran konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

    Das Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) informierte am Montagnachmittag über die Lage im Nahen Osten und die Situation der Schweizer Staatsbürger in der Region.

    An der Medienkonferenz nahmen Monika Schmutz Kirgöz, Leiterin der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika, sowie Olivier Bangerter, Botschafter in Teheran, teil.

    Personal aufgrund von Sicherheitsanalyse abgezogen

    Botschafter Bangerter wurde aus dem Iran abgezogen. Geschah dies zu früh? Tatsächlich hätten andere Länder ihre Botschaftsmitarbeiter teilweise noch vor Ort, antwortete Bangerter auf die Frage eines Journalisten.

    Die Schweiz habe die Entscheidung jedoch auf Grundlage einer Sicherheitsanalyse getroffen. «Wären Mitarbeiter aus der Schweiz verletzt oder getötet worden, wäre diese Frage anders gestellt worden», sagte der Botschafter.

    «Ein normaler Tag – mit Explosionen»

    Bangerter schilderte erstmals die Lage vor Ort. Die letzten Wochen seien intensiv gewesen, und die «Verhandlungspositionen des Irans und der USA schlossen sich gegenseitig aus».

    Am Tag des Angriffs habe dem Botschaftspersonal nur eine halbe Stunde bis zum geplanten Abflug gefehlt. Alle Mitarbeitenden seien inzwischen in Sicherheit.

    Teheran
    Teheran wurde wiederholt von Angriffswellen erschüttert. - keystone

    Während der Angriffe habe sich das Personal im Keller der Botschaft geschützt, während nur wenige Personen vor Ort arbeiteten, um das Risiko möglichst gering zu halten. Bangerter sagte, er habe sich selbst in Teheran ein Bild von der Situation gemacht.

    Um 9 Uhr habe es jeweils eine Krisensitzung gegeben. «Abends haben wir gemeinsam gegessen. Das war für uns ein normaler Tag – mit Explosionen im Verlaufe des Tages.»

    Ausreise dauerte über zehn Stunden

    Die Ausreise des Botschaftspersonals aus dem Iran sei insgesamt gut verlaufen. «Es war eine lange Ausreise – über zehn Stunden im Auto –, die aber ohne grosse Hindernisse abgelaufen ist», sagte Bangerter.

    Möglich gewesen sei dies dank zuvor vorbereiteter Notfallpläne. In der angespannten Situation habe er auch auf Erfahrungen aus seinem früheren Einsatz in Kabul zurückgreifen können.

    Angriff überraschte Diplomaten in Genf

    Schmutz Kirgöz erklärte rückblickend auf die Ereignisse vom 28. Februar: «Der Angriff kam für alle jene, die in Genf noch auf eine Verhandlungslösung hofften, unerwartet.»

    Bis dahin seien die Gespräche «vielversprechend» verlaufen. Die Schweiz rufe alle beteiligten Parteien zur Deeskalation auf.

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    Nach Angaben des EDA befinden sich derzeit rund 1000 Schweizer Staatsbürger in der Region, die sich bei der Behörde gemeldet haben.

    Die Zahl der Anfragen bei der EDA-Helpline sei in den letzten Tagen jedoch «markant zurückgegangen». Laut Schmutz Kirgöz finde derzeit eine «Rückkehr zur Normalität» statt.

    Schweiz bleibt als Vermittlerin aktiv

    Die Schweiz habe sich zudem mit den Vereinigte Staaten und dem Iran abgestimmt, bevor die Botschaft in Teheran geschlossen wurde. «Die guten Dienste der Schweiz bleiben für alle Parteien offen», sagte Schmutz Kirgöz.

    Gleichzeitig führe der Bundesrat Gespräche mit Staaten in der Region, die von den Angriffen betroffen sind. Zudem bereite die Schweiz ein Hilfspaket für die Bevölkerung vor und arbeite dafür mit internationalen Partnerorganisationen zusammen.

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    Kommentare

    User #3392 (nicht angemeldet)

    In Iran sitzen die Islamisten im Bunker, in europäischen Ländern in den Parlamenten. Zum abwinken.

    User #2914 (nicht angemeldet)

    Er hat recht, ich wäre schon gar nicht in so einem Land.

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