Erneut sind die Verhandlungen über ein UN-Hochseeabkommen gescheitert. Greepneace Schweiz fordert vom Bundesrat nun rasches Handeln.
Delfine
Forscher beobachteten Delfine im Roten Meer vor Ägypten dabei, wie sie sich an ausgewählten Korallen und Schwämmen rieben und dafür auch in einer Reihe anstellten. - Angela Ziltener/Dolphin Watch Alliance/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Verhandlungen über ein UN-Hochseeabkommen sind ein weiteres mal gescheitert.
  • Umweltverbände zeigen sich empört darüber und fordern rasches Handeln.
  • Greenpeace Schweiz richtet sich gar mit einem Appell an den Bundesrat.

Umweltverbände reagieren empört auf das erneute Scheitern der Verhandlungen über ein UN-Hochseeabkommen. Greenpeace Schweiz fordert nun den Bundesrat dazu, dass er mit «anderen ambitionierten Staaten neue Wege sucht, um die Meere vor Überfischung, Tiefseebergbau und anderen Eingriffen zu schützen».

Es sei traurig und fahrlässig, dass die internationale Gemeinschaft zu keiner Einigung gekommen sei, schreibt Greenpeace in einer Mitteilung vom Samstag.

«Unsere Meere brauchen dringend Schutzgebiete, sodass wir die Lebensgrundlage für uns und künftige Generationen sichern.»

Die Verzögerung beim UN-Abkommen führt laut dem Umweltverband WWF dazu, «dass sich die Gesundheit der Meere weiter verschlechtert». Es seien zwar in vielen Bereichen Fortschritte erzielt worden. Um ein Abkommen zu erreichen, müssten sich die Staats- und Regierungschefs der beteiligten Länder aber stärker einsetzen.

ozean meer
Algen bedecken das Meer am Strand der Inselkette Florida Keys. - dpa-infocom GmbH

Die Verhandlungen der UN-Mitgliedsstaaten über ein Hochseeabkommen zum Schutz der Weltmeere waren am Freitagabend in New York nach zweiwöchigen Verhandlungen ohne Einigung zu Ende gegangen.

«Obwohl wir hervorragende Fortschritte gemacht haben, brauchen wir noch etwas mehr Zeit, um die Ziellinie zu erreichen», sagte Konferenzleiterin Rena Lee. Die Verhandlungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. Ein Termin steht noch nicht fest.

Ozeane produzieren Hälfte des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre

Die UN-Mitgliedsstaaten hatten Mitte August nach vier erfolglosen Anläufen ihre Verhandlungen über ein Hochseeabkommen zum Schutz der Weltmeere wieder aufgenommen. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen waren die Gespräche zwar zwischenzeitlich gut vorangekommen, einige Streitfragen blieben aber ungeklärt.

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Der Ozean unter Wasser (Symbolbild) - Pexels

Als Hochsee oder Hohe See werden rund 60 Prozent der Weltmeere bezeichnet, die nicht unter die ausschliessliche Wirtschaftszone eines Staates fallen, da sie weiter als 370 Kilometer von der nächsten Küste entfernt sind. Derzeit wird nur etwa ein Prozent der Hochsee durch internationale Abkommen geschützt.

Umweltschutzorganisationen hatten den Abschluss eines Abkommen angemahnt, um die Weltmeere angesichts der Gefahren durch Erderwärmung, Verschmutzung und Überfischung besser zu schützen.

Die Ozeane produzieren die Hälfte des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre und nehmen einen erheblichen Teil des Kohlendioxids auf, das durch menschliche Aktivitäten ausgestossen wird.

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