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SBB: Kontrolleur droht Sitzblockiererin mit Ticketaufschlag

Dominik Neuhaus
Dominik Neuhaus, Sina Barnert

Bern,

In einem Zug zwischen Genf Flughafen und Bern kommt es wegen eines Gepäckstücks zum Zoff zwischen Passagieren. Ein Kontrolleur der SBB droht mit Aufpreis.

SBB Gepäck
Ein Passagier stellt sein Gepäck vor einen Sitz statt auf die dafür vorgesehene Ablage. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf der Zugstrecke Genf Flughafen–Bern blockiert eine Person ein ganzes Abteil allein.
  • Trotz Aufforderung weigert sie sich, ihren Koffer auf eine Gepäckablage zu legen.
  • Ein SBB-Kontrolleur schreitet ein und droht mit einem Ticketaufpreis.

Letzten Samstag auf der Zugstrecke zwischen Genf Flughafen und Bern: Eine Familie sucht sich im gut gefüllten Zug der SBB einen Sitzplatz – und wird fündig. In einem Viererabteil sind neben einer Frau noch drei Plätze frei.

Eigentlich … denn die Person im Abteil hat einen grossen Koffer bei sich deponiert und macht das Vierer- zum Einerabteil.

Wo lagerst du im Zug dein Gepäck?

Die Mutter fragt nach, ob sie ihren Reisekoffer wegstellen könnte – die Passagierin verneint. Auf die Ablage könne sie ihn nicht stellen, weil der Koffer dafür viel zu gross sei. Und zur Tür nach vorne wolle sie das Gepäckstück aufgrund von Diebstahl-Gefahr nicht platzieren.

Ein Kontrolleur der SBB bekommt das Ganze mit – und schreitet ein. «Wenn ich das nächste Mal bei Ihnen durchlaufe, dann ist der Koffer aus Ihrem Abteil verschwunden. Ansonsten müssen Sie bei mir ein zweites Billett lösen

Die «Drohung» zeigt Wirkung. Die Frau räumt ihr Bagage widerwillig doch noch weg.

SBB lässt bei belegten Sitzen Kulanz walten

Der Kontrolleur erhält Rückendeckung von seinem Arbeitgeber.

Moritz Weisskopf von der SBB bestätigt gegenüber Nau.ch: «Im Zweifelsfall gelten die Tarif-Bestimmungen der Branche, wonach das Besetzen eines Sitzes mit Gepäck ein reduziertes Billett bedingt.»

Aber: «Wir zählen auf den Anstand, den gegenseitigen Respekt und die Eigenverantwortung unserer Fahrgäste.» Man hofft, dass Passagiere Sitze, die sie mit ihrem Gepäck besetzen, freiwillig freigeben.

Es gebe ausserdem genug Gepäckablagefläche in den Zügen der SBB. «Je nach Zugtyp stehen Ablageflächen für Gepäck über, unter und zwischen den Sitzen zur Verfügung. Auch kann das Gepäck bei der Gepäckablage oder etwa bei herunterklappbaren Sitzplätzen deponiert werden.»

Zuletzt stellt Weisskopf noch klar, dass man bei der SBB keine Häufung von Gepäckstreitigkeiten feststellen konnte.

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Kommentare

User #1806 (nicht angemeldet)

ich fahre täglich Zug und mein Rucksack ist immer BEI mir. Schon zwei mal wollte jemand den stehlen, habs zum Glück gleich gemerkt. Daher NIE in die Gepäckablage! Solange es Platz hat, ist der neben mir auf dem Sitz, an Haltestellen wo viele Leute einsteigen nehm ich ihn auf die Knie bzw. zwischen die Beine auf den Boden. Wenn dann niemand auf dem Sitz platz nimmt und keine Platzsuchenden mehr herumlaufen geht mein Rucksach wieder auf den Sitz. Das gab auch schon Diskussionen mit einem sehr gehässigen Kontrolleur. Er wollte, dass ich ihn da wegnehme und in die Ablage stelle. Meine Frage: Wollen SIE hier Sitzen? - Nein. Haben sie jemand der hier sitzen will - Nein. Trotzdem bestand er darauf, dass ich den Rucksack in die Ablage stelle. Meine Antwort: Dann hätt ich gerne eine schriftliche Bestätigung, dass SIE den Schaden übernehmen, wenn MEIN Gepäck in der Ablage gestohlen wird. Somit war das Gespräch beendet.

User #1081 (nicht angemeldet)

Warum nicht das gleiche machen wie die Moskauer Metro. Die ist so "gefüllt", dass man einen extra Ticket für grössere Taschen und Gepäck kaufen muss. Das sollte man auch in der Schweiz einführen. Warum soll ich für fremde Koffer mitbezahlen?

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