Salt will alte Router nicht zurück – Rüffel
Laut der Kündigungsbestätigung müssen Kunden den alten Salt-Router nicht zurücksenden. Eine Anfrage von Nau.ch bringt nun Bewegung in die Sache.

Das Wichtigste in Kürze
- Salt schreibt in einem Mail, Kunden sollen den alten Router aufbewahren.
- Dafür gibt es Kritik von Greenpeace und Konsumentenschutz.
- Salt muss trotz der Nachricht den alten Router zurücknehmen.
Wer seinen WLAN-Vertrag bei Salt kündigt, stösst in der Kündigungsbestätigung auf einen überraschenden Hinweis: «Sie müssen Ihr Salt Home Equipment nicht an uns zurücksenden. Sie können es aufbewahren oder zum Recyclen an einer Wertstoffsammelstelle abgegeben.»
Die Mitteilung wirft Fragen auf. Denn gerade bei funktionierenden Geräten gilt die Wiederverwendung als nachhaltiger als die Entsorgung.

Will Salt die Verantwortung für das Recycling damit auf seine Kundinnen und Kunden abwälzen?
Konsumentenschutz und Greenpeace sehen die Nachricht kritisch. Sie warnen davor, dass dadurch funktionierende Router ungenutzt bleiben oder vorzeitig im Recycling landen könnten.
«Salt ist verpflichtet, Geräte kostenlos zurückzunehmen»
Laut Chantal Sempach, Leiterin Nachhaltigkeit, Energie & Mobilität beim Konsumentenschutz, hängt die Beurteilung vom jeweiligen Gerät ab.
Bei älteren Router-Modellen, die nicht mehr angeboten werden, sei eine Wiederverwendung oft nicht mehr möglich. In solchen Fällen könnten Konsumentinnen und Konsumenten die Geräte kostenlos bei einer Verkaufs- oder Sammelstelle für Elektrogeräte abgeben.
Salt kann sich bei der Entsorgung aber nicht aus der Verantwortung ziehen. «Salt bleibt allerdings trotz dieser Nachricht verpflichtet, entsprechende Geräte kostenlos zurückzunehmen», so Sempach. Im Kehricht hätten sie nichts verloren.
Anders beurteilt Sempach neuere Routermodelle. Wenn Salt diese Geräte nicht zurückverlange, verzichte das Unternehmen auf die Möglichkeit, funktionierende Router zu prüfen, aufzubereiten und erneut einzusetzen. Das sei nicht nachvollziehbar.
Auch Greenpeace-Sprecherin Michelle Sandmeier kritisiert die Nachricht. «Funktionierende Router vorzeitig zu entsorgen, ist aber ökologisch verantwortungslos. Salt muss sicherstellen, dass Router benutzt werden, bis sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben.»
Greenpeace: «Unverantwortlich, funktionierende Geräte zu recyclen»
Eine längere Nutzung entlaste Klima und Umwelt deutlich stärker als Recycling. Dieses sollte erst zum Einsatz kommen, wenn eine weitere Nutzung oder Aufbereitung nicht mehr möglich sei.
Sandmeier vermutet, Salt wolle möglicherweise unnötige Transporte vermeiden. «Aber es ist ökologischer Unsinn und verantwortungslos, funktionierende Elektrogeräte zu recyceln.»
Salt müsse die Router zurücknehmen und dafür sorgen, dass sie von anderen Kundinnen und Kunden weiter genutzt werden können.
Sandmeier stellt klar: «Solange der Router noch funktioniert, sollte er weiterverwendet werden. Das ist die Verantwortung von Salt.»
Salt erklärt sich auf Anfrage von Nau.ch.
Laut Sprecherin Viola Lebel bezieht sich die Information in der Kündigungsbestätigung ausschliesslich auf die erste Generation der Salt Fiber Box. Das weisse Modell also – es werde heute nicht mehr eingesetzt.
«Eine Rückgabe dieser Geräte ist deshalb nicht erforderlich», so Lebel.
Bei den Nachfolgemodellen verfolge Salt einen anderen Ansatz. «Diese werden nach der Rückgabe, sofern möglich, aufbereitet und erneut eingesetzt. Damit verlängern wir die Nutzungsdauer der Geräte und schonen Ressourcen.»
Salt passt E-Mail jetzt an
Kundinnen und Kunden mit einer Fiber Box der ersten Generation könnten das Gerät selbst bei einer offiziellen Sammelstelle recyceln lassen. Oder auch in einem Salt Store abgeben.
Dort zurückgebrachte Geräte würden gesammelt und anschliessend dem Recycling zugeführt.
Salt räumt zudem einen Fehler ein: «Die Rückgabe in einem Salt Store ist bereits heute möglich. Dass diese Möglichkeit in der Kündigungsbestätigung nicht erwähnt wurde, war ein Fehler.»
Künftig werde diese Option in allen Kündigungsbestätigungen ausdrücklich erwähnt.



















