Salt und Sunrise – Warum sie Antennen auf dem Land teilen wollen
Salt und Sunrise prüfen gemeinsame Antennen auf dem Land. Damit sollen Abdeckung und Wirtschaftlichkeit des Mobilfunknetzes verbessert werden.

Salt und Sunrise wollen ihre bestehende Zusammenarbeit beim Mobilfunknetz in der Schweiz ausweiten. Dafür haben die beiden Anbieter eine Absichtserklärung für die Prüfung eines gemeinsamen Netzausbaus unterzeichnet, berichtet «finanzen.ch».
Im Mittelpunkt stehen ländliche und weniger dicht besiedelte Gebiete. Rund 70 Prozent der Mobilfunkstandorte von Salt und Sunrise befinden sich laut den Unternehmen in solchen Regionen.
Der wirtschaftliche Grund liegt in der geringeren Auslastung vieler Standorte ausserhalb der Städte. Telekom-Experte Ralf Beyeler erklärt gegenüber dem «SRF», dass sich dort eine gemeinsame Infrastruktur besonders anbieten kann.
Warum sich die Zusammenarbeit auf dem Land lohnt
In Städten sind Mobilfunknetze häufig stark ausgelastet. Zusätzliche Kundinnen und Kunden könnten dort deshalb vorhandene Kapazitäten stärker beanspruchen, erklärt Beyeler laut dem «SRF».
Auf dem Land ist die Situation anders. Weniger Menschen nutzen die einzelnen Standorte, während gleichzeitig zahlreiche Antennen für eine flächendeckende Versorgung erforderlich sind.
Die Schweizer Topografie verschärft diese Herausforderung zusätzlich. Berge und Hügel begrenzen die Reichweite einzelner Funkstandorte, weshalb laut Beyeler eine grössere Zahl von Antennen notwendig ist.
Salt und Sunrise prüfen gemeinsames Antennennetz auf dem Land
Eine gemeinsame Nutzung könnte deshalb verhindern, dass beide Anbieter an denselben Orten separate Infrastruktur aufbauen. Nach Einschätzung Beyelers lässt sich der Aufwand in Randregionen dadurch reduzieren.
Technisch prüfen Salt und Sunrise eine Zusammenarbeit im Radio Access Network. Zum Einsatz kommen könnte dabei Multi-Operator Core Network Sharing, kurz MOCN, schreibt die «Teltarif».
Bei MOCN können ausgewählte Antennenstandorte die Netzkennungen beider Anbieter übertragen. Die Signale werden anschliessend an die jeweiligen Kernnetze von Salt und Sunrise weitergeleitet.
Gemeinsame Netznutzung soll Kosten senken – Konkurrenz bleibt
Dadurch könnten Kundinnen und Kunden an bestimmten Standorten auch die Funkinfrastruktur des jeweils anderen Anbieters nutzen. Das Vorhaben wird als mögliche Ausweitung des bestehenden Network Sharings auf ländliche Regionen beschrieben.
Die Unternehmen versprechen sich davon auch einen effizienteren Einsatz künftiger Investitionen. Laut «finanzen.ch» soll die Zusammenarbeit eine höhere Kosteneffizienz als ein vollständig getrennter Netzausbau ermöglichen.
Trotz der technischen Zusammenarbeit bleiben Salt und Sunrise eigenständige Unternehmen. Beide behalten ihre Frequenzen, Kernnetze, Marken, Angebote, Preise sowie ihre Vertriebs- und Marketingstrategien.
Salt und Sunrise warten auf Prüfung und grünes Licht der Behörden
Die Kooperation ist zudem noch nicht endgültig beschlossen. Zunächst werden technische, wirtschaftliche, rechtliche und regulatorische Fragen geprüft.
Auch die zuständigen Schweizer Behörden müssen das Vorhaben beurteilen. Die «Teltarif» berichtet, dass die Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom über das Projekt informiert wurde.

Salt und Sunrise arbeiten bereits heute an ausgewählten Mobilfunkstandorten zusammen. Die nun gestartete Prüfung soll zeigen, wie diese Zusammenarbeit auf weitere ländliche und weniger dicht besiedelte Gebiete ausgeweitet werden kann.












