Art Basel Paris: Angst vor Ausschreitungen verkürzt Kunstmesse
Die Art Basel Paris schliesst wegen Sicherheitsbedenken zwei Tage früher. Für die 211 teilnehmenden Galerien könnte das erhebliche finanzielle Folgen haben.

Die Kunstmesse Art Basel Paris sollte ursprünglich bis Sonntag, 25. Oktober, im Grand Palais stattfinden. Nun endet die Veranstaltung bereits am Freitag, 23. Oktober, um 19 Uhr, berichtet «Le Monde».
Grund sind angekündigte Demonstrationen am Wochenende und Befürchtungen weiterer Ausschreitungen in Paris. Die Veranstalter begründen den Schritt mit der Sicherheit von Besuchern, Ausstellern, Mitarbeitenden und Kunstwerken, berichtet «The Art Newspaper».

Am Samstag und Sonntag bleibt die Messe deshalb geschlossen. Die Entscheidung wurde den teilnehmenden Galerien bereits am Mittwoch per E-Mail mitgeteilt, berichtet «Artsy».
Art Basel Paris: 211 Galerien aus 41 Ländern vertreten
Seit ihrem Start 2022 hat sich die Art Basel Paris zu einer bedeutenden internationalen Kunstmesse entwickelt. An der diesjährigen Ausgabe nehmen 211 Galerien aus 41 Ländern und Gebieten teil, wie Art Basel mitteilt.
Die vorzeitige Schliessung trifft besonders jene Sammler, die erst am Wochenende anreisen wollten. Vor allem kleinere und mittelgrosse Galerien könnten dadurch wichtige Verkäufe entgehen, berichtet «ARTnews».
Der Wiener Galerist Emanuel Layr sieht diese Aussteller besonders betroffen. Viele ihrer Kunden arbeiteten unter der Woche und könnten die Messe deshalb nicht mehr am Wochenende besuchen, erklärte er gegenüber «ARTnews».
Millionenumsätze trotz vorzeitigem Ende
Trotz der angespannten Lage meldeten mehrere internationale Galerien zum Messeauftakt gute Verkäufe. Die Galerie Thaddaeus Ropac verkaufte bereits früh 15 Werke, darunter vier Arbeiten von Picasso, berichtet «Observer».
Auch Hauser & Wirth meldete Millionengeschäfte mit Werken von Gerhard Richter und Georg Baselitz. Beide Gemälde wurden nach Angaben der Galerie für jeweils rund zehn Millionen Dollar verkauft, berichtet «Observer».

Die französische Galeristin Nathalie Obadia kritisierte dagegen die Schliessung auch am Sonntag, berichtet «Le Monde». Gerade an Wochenenden kämen viele berufstätige Sammler aus Frankreich, Belgien und Deutschland, erklärte sie.
Wer kommt für den Ausfall auf?
Die vorzeitige Schliessung stellt viele Galerien auch vor logistische Probleme. Bereits gebuchte Kunsttransporte und Abbauhelfer müssen kurzfristig umgeplant werden, berichtet «ARTnews».
Einige Aussteller zahlten laut «Le Monde» mehr als 100'000 Euro für ihre Messestände. Ob die Veranstalter die Galerien für den Ausfall der beiden letzten Messetage entschädigen, ist bislang offen.

Nach Messeschluss am Freitag dürfen die Galerien ihre Transportkisten ins Grand Palais bringen. Am Samstag ist kein Zugang vorgesehen, während ein weiterer Abbau am Sonntag von der Sicherheitslage abhängt, berichtet «ARTnews».
















