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Roger Elsener: So tickt der neue Mann an der SRF-Spitze

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Zürich,

Die SRG ernennt Roger Elsener zum neuen Direktor von SRF. Der 47-Jährige bringt vor allem Erfahrung aus Privatfernsehen und Streaming mit.

Elsener
Der Medienmanager Roger Elsener wird als Nachfolger von Nathalie Wappner neuer Direktor des Schweizer Radios und Fernsehens SRF. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Roger Elsener wird neuer Direktor vom Schweizer Radio und Fernsehen.
  • Seine Karriere führte den 47-Jährigen vor allem zu privaten Medien und Streaming-Firmen.
  • Zuletzt war er CEO des TV-Streaming-Dienstes Zattoo.

Was bereits am vergangenen Abstimmungssonntag durchsickerte, bestätigt sich nun: Roger Elsener wird neuer SRF-Direktor und damit Nachfolger der Ende April abtretenden Nathalie Wappler (58). Dies teilte die SRG am Mittwoch mit.

Wer ist der neue Mann an der Spitze des Schweizer Fernsehens?

Ein Mann des Privatfernsehens

Der 47-jährige Medienmanager stammt aus Menzingen im Kanton Zug. Er studierte Kommunikationswissenschaft an der Universität Zürich und schloss sein Studium 2003 mit einem Master ab. Heute lebt er wieder in seinem Geburtsort, ist verheiratet und Vater.

Auffällig ist: Elseners Laufbahn ist stärker vom Privatfernsehen und von Streaming geprägt als vom klassischen Service-public-Journalismus. Gerade deshalb gilt seine Wahl als eher ungewöhnlich.

Seine Karriere führte ihn früh in die kommerzielle Medienwelt. Er arbeitete in leitenden Funktionen bei verschiedenen internationalen und privaten Medienunternehmen. Unter anderem bei Viacom International Media Networks, wo Sender wie MTV, Viva und Nickelodeon zum Portfolio gehören.

Später war er auch beim Schweizer Privatsender 3+ tätig, den CH Media 2019 übernahm.

Aufstieg zum digitalen Strategen der Schweizer Medienbranche

Bei der Mediengruppe der Verlegerfamilie Wanner verbrachte Elsener den grössten Teil seiner Laufbahn. Dort verantwortete er über ein Jahrzehnt lang die elektronischen Medien des Konzerns und gehörte zur Geschäftsleitung der Radio- und TV-Gruppe.

Er leitete die Fernsehsparte und stand auch an der Spitze der CH Media TV AG. Das Unternehmen ist ein Joint Venture mit Sunrise für TV-Angebote und Streaming-Dienste. In dieser Zeit war er stark am Aufbau und an der Weiterentwicklung digitaler Plattformen beteiligt.

Seit Oktober 2024 ist Elsener CEO des Streaming-Anbieters Zattoo. Damit steht er an der Spitze eines Unternehmens, das sich auf internetbasiertes Fernsehen spezialisiert hat. Sein beruflicher Weg gilt deshalb als klar digital geprägt.

Analytischer, pragmatischer Manager ohne nostalgischen Blick

Beobachter beschreiben ihn als strategisch denkenden Manager. Laut «Blick» gilt Elsener als «wohlüberlegter Stratege» und «zahlenorientiert». Er habe keinen nostalgischen Blick auf die Vergangenheit und könne auch unangenehme Entscheide konsequent umsetzen.

Gleichzeitig sei er nicht der klassische Programmgestalter, erkenne aber schnell das Potenzial neuer Formate.

Ist Roger Elsener ein geeigneter Wappler-Nachfolger?

Die «NZZ» beschreibt Elsener ebenfalls als pragmatischen Manager. Wer ihn kenne, höre häufig ähnliche Einschätzungen: Ein «liberaler Geist», loyal, aber kein Ja-Sager und «vor allem kein Bluffer».

Zugleich gelte er als ausgesprochen fleissig. Laut Personen aus seinem Umfeld sei er oft der Erste im Büro und arbeite an Tagen bis zu fünfzehn Stunden.

Seine Persönlichkeit wird eher als zurückhaltend beschrieben. Im «Tages-Anzeiger» sagte Elsener einmal selbst: «Narzissten wird oft ein Leaderprofil zugesprochen. Weil ich keiner bin, heisst das nicht, dass ich nicht führen und mich nicht durchsetzen kann.»

SRF setzt auf Digitalisierung – und auf Elseners Erfahrung

Mit Elsener übernimmt ein Manager die Führung, der Fernsehen vor allem aus der Perspektive von Markt, Technologie und Publikum kennt. Und weniger aus der klassischen Redaktion.

Gerade diese Mischung macht ihn für SRF interessant, wie auch eine Aussage von SRG-Generaldirektorin Susanne Wille nahelegt: Elsener sei bestens geeignet, SRF «zu einem modernen, digitalen Medium mit relevantem Programm in der deutschsprachigen Schweiz weiterzuentwickeln».

Kommentare

User #3864 (nicht angemeldet)

Ganz guter Mann, hoffentlich guter Lohn

User #3725 (nicht angemeldet)

Umfrage Experte, in der Umfrage fehlt: Es braucht kein Nachfolger für Wappler

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