Gericht

Mann wegen versuchter Brandstiftung an Zürcher Synagoge vor Gericht

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Ein 34-jähriger Schweizer steht am Donnerstag vor dem Zürcher Bezirksgericht, weil er versucht hat, die Holztür der Synagoge «Agudas Achim» in Brand zu setzen. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine stationäre Massnahme wegen psychischer Störungen.

Bezirksgericht Zürich
Ein Schweizer hat versucht, mit benzingetränkten Werbeprospekten eine Synagoge in Brand zu stecken. Am Donnerstag steht er deswegen vor Gericht. - keystone

Der Brandanschlag, der glücklicherweise nicht funktionierte, sorgte im August 2024 für Schlagzeilen: An einem Samstagabend füllte der Beschuldigte gemäss Anklageschrift eine grosse PET-Flasche mit Benzin, nahm einige Werbeprospekte aus dem Briefkasten der jüdischen Schule und ging damit zur nahegelegenen Synagoge.

Er tränkte die Prospekte mit Benzin und steckte sie in einen Papiersack. Dann versuchte er, den Papiersack mit Hilfe einer brennenden Zigarette in Brand zu setzen, was ihm allerdings nicht gelang.

Gemäss Anklage hätte die brennende Papiertasche die massive Holztüre aber ohnehin nicht in Brand setzen können. Dafür sei die Menge des verwendeten Benzins zu gering gewesen.

Weshalb der Mann diesen Brandstiftungsversuch unternahm, geht aus der Anklage nicht hervor.

Sie listet aber eine ganze Reihe weiterer Straftaten auf, die der 34-Jährige begangen haben soll. Angeklagt ist er unter anderem auch wegen mehrerer Diebstähle und weil er sich ohne Bezahlen in eine Therme schlich.

Er beschimpfte auch SBB-Sicherheitspersonal sowie einen SRF-Moderator.

Der Mann hat einen Beistand und leidet offenbar an psychischen Störungen. Die Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, dass er nicht schuldfähig ist. Sie beantragt deshalb statt einer «normalen Strafe» eine stationäre Massnahme, also eine Therapie hinter Gittern.

Mit Messer vor Synagoge herumgeschlichen

Bereits im März stand ein Mann wegen antisemitischer Vorfälle in Zürich vor Gericht. Er hatte orthodoxe Juden angegriffen und war mit einem Messer vor einer Synagoge herumgeschlichen. Vor Gericht sagte er aus, er habe mit dem Messer «Brot schneiden wollen».

Ein psychiatrisches Gutachten kam zum Schluss, dass er unter Wahnvorstellungen leidet und sich in einer Art eingebildetem Verteidigungskampf befand. Das Gericht ordnete für ihn eine stationäre Massnahme an, wie sie auch für den Beschuldigten vom Donnerstag beantragt ist.

Die Zahl der antisemitischen Übergriffe nahm in Zürich seit dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 und dem anschliessenden Gazakrieg deutlich zu. Der schlimmste Vorfall war der Messerangriff eines 15-Jährigen, der einen damals 50-jährigen orthodoxen Mann am 2. März 2024 lebensgefährlich verletzte.

Die Jugendanwaltschaft klagt ihn wegen versuchten Mordes an. Der Gerichtsprozess findet noch in diesem Jahr statt.

Kommentare

User #4301 (nicht angemeldet)

Steht hier ja, ist doch nichts passiert. Warum soll der Mann jetzt in die Psychiatrie? Das kostet nur und hilft niemandem.

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