PSG-Präsident und einstiger Fifa-Generalsekretär erneut vor Gericht
In Bellinzona wurde das Berufungsverfahren gegen Nasser Al-Khelaifi und Jérôme Valcke eröffnet. Unter anderem wird ihnen untreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen.

Das Wichtigste in Kürze
- Jérôme Valcke und Nasser Al-Khelaifi stehen seit heute Montag erneut vor Gericht.
- Dem Ex-Fifa-Generalsekretär und dem PSG-Präsidenten werden drei Anklagepunkte vorgeworfen.
- Auch ein griechischer Geschäftsmann muss sich vor Gericht verantworten.
Das Berufungsverfahren gegen den PSG-Präsidenten Nasser Al-Khelaifi und den Ex-Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke wurde eröffnet. Dazu kommt ein weiterer Angeklagter. Es handelt sich um die Affäre um Fussball-TV-Rechte. Das Verfahren hat am Montag vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts in Bellinzona begonnen.
Untreue Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Bestechung
Die Angeklagten müssen sich wegen untreuer Geschäftsbesorgung verantworten. Dazu kommen Urkundenfälschung und Bestechung vor Gericht.
Zum Prozessauftakt bezeichnete Valckes Verteidiger, Patrick Hunziker, die Anklageschrift als unbrauchbar. Dies aufgrund der Geheimhaltung der Untersuchung und der Voreingenommenheit der leitenden Staatsanwälte.

Der ehemalige Generalsekretär des Weltfussballverbands (Fifa) muss sich wegen schwerer untreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und passiver Bestechung verantworten. Neben ihm sitzt Nasser Al-Khelaifi, Chef der beIN Media Group und Präsident von Paris-St-Germain, auf der Anklagebank. Der Katarer wird der Anstiftung zur untreuen Geschäftsbesorgung beschuldigt.
Der dritte Angeklagte, ein griechischer Geschäftsmann, erschien am Montagmorgen ebenfalls vor dem Berufungsgericht. Bei der Verhandlung in erster Instanz im September 2020 war er nicht anwesend. Wegen Anstiftung zur untreuen Geschäftsbesorgung und aktiver Bestechung muss er sich verantworten.
Freispruch im Februar 2021
Die Bundesanwaltschaft hatte im Februar 2021 angekündigt, dass sie gegen das Urteil des Bundesstrafgerichts in Bellinzona Berufung einlegen werde. Das Gericht hatte den PSG-Präsidenten und den griechischen Geschäftsmann freigesprochen. Valcke wurde wegen Urkundenfälschung zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 200 Franken verurteilt.

Die Bundesanwaltschaft hatte für Valcke eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten gefordert. Gegen Al-Khelaifi lautete der Strafantrag auf 28 Monate teilbedingt und gegen den abwesenden Griechen auf 30 Monate teilbedingt.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem ehemaligen Generalsekretär vor, die TV-Rechte an mehreren Fussballcups an die beiden anderen Angeklagten abgetreten zu haben. Valcke soll ohne Wissen der Fifa gehandelt und persönliche Vorteile erlangt haben, unter anderem die Nutzung einer Luxusvilla auf Sardinien.
Das Verfahren vor dem Berufungsgericht dauert voraussichtlich bis Donnerstag.
















