Die Corona-Pandemie führt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu psychischen Belastungen. Dies spürt auch die Schweizer Stiftung für Kinder und Jugendliche.
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Kinder und Jugendliche leiden besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie. Pro Juventute hat eine Zunahme der Beratungen wegen Suizidgedanken registriert. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/DPA/CARSTEN KOALL

Das Wichtigste in Kürze

  • Pro Juventute verzeichnete 2021 fast doppelt so viele Suizid-Beratungen.
  • Demnach stellt die Corona-Krise eine psychische Belastung dar.
  • Hinzu kommen Probleme, die mit der zunehmenden Mediennutzung einhergehen.

Die Schweizer Stiftung für Kinder und Jugendliche Pro Juventute verzeichnet im Corona-Jahr 2021 bisher fast doppelt so viele Suizid-Beratungen. Dies im Vergleich zu vor der Pandemie. Sieben Jugendliche würden täglich Kontakt zum 147 suchen, um über Suizid zu sprechen.

Jugendliche und junge Erwachsene seien über alle Altersgruppen betrachtet von den Folgen der Corona-Krise psychisch am meisten belastet. Dies teilte Pro Juventute am Montag mit.

Erstmals eine Zunahme bei den Beratungen zum Thema Suizid

Die Schweiz habe bereits vor der Pandemie eine im internationalen Vergleich sehr hohe Suizidrate unter Jugendlichen verzeichnet. Nun würden Daten der Telefon- und Online-Anlaufstelle 147 erstmals eine Zunahme bei den Beratungen zum Thema Suizid zeigen.

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Das Logo von Pro Juventute. (Symbolbild) - Keystone

Im Vorjahresvergleich hätten die Beratungen zum Thema Suizidgedanken um 40 Prozent zugenommen: Jeden Tag stehe 147 mit 700 Kindern und Jugendlichen in Kontakt. Pro Tag seien es sieben Kontakte zu Suizidgedanken. 2020 seien es noch fünf pro Tag gewesen, vor der Pandemie drei bis vier Beratungen pro Tag.

Sexuelle Belästigung im Internet

Zugenommen hätten auch die Krisenfälle: So habe das Beratungsteam von 147 bis Ende September 98 Mal eine Krisenintervention von Polizei oder Sanität ausgelöst. Im Jahr 2020 seien es 96 Fälle gewesen, 2019 erst 57 Fälle.

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Die Hälfte der Jugendlichen gab an, schon einmal im Internet sexuell belästigt worden zu sein (Symbolbild). - dpa/dpa/picture-alliance

Mit der sprunghaften Erhöhung der Mediennutzung seien auch deren Schattenseiten gestiegen, hält Pro Juventute weiter fest. So habe fast die Hälfte der Jugendlichen angegeben, schon einmal im Internet sexuell belästigt worden zu sein.

Überforderung und Stress bei Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche seien auch von Zukunftsangst geplagt. Anfragen zur Berufswahl hätten gegenüber 2020 um fast ein Viertel zugenommen. Am häufigsten sei es dabei um Anfragen zu Überforderung und Stress gegangen.

Pro Juventute fordert, dass die bestehenden Strukturen gestärkt werden. Denn die jetzt sichtbaren Probleme seien nicht nur eine direkte Folge der Corona-Pandemie. Sie folgten aufgrund jahrelanger Versäumnisse im Bereich der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Notwendig seien auch eine verstärkte Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Hinzu kommen mehr Ressourcen für Angebote wie etwa den schulärztlichen Dienst, Schulsozialarbeit und Kinder- und Jugendpsychiatrie.

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