Politologe rät Keller-Sutter: Wehren Sie sich!
Nach dem Spott von Trump rät ein Politologe der Schweiz und Karin Keller-Sutter, sich zu wehren. Dadurch könnte die Bundesrätin von den Attacken profitieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump verspottete Karin Keller-Sutter in seiner Rede beim WEF in Davos.
- Politologe Oliver Strijbis rät ihr und der Schweiz, sich zu wehren.
- Albert Rösti wirft er in Bezug auf Trump eine «kolossale Fehleinschätzung» vor.
Am WEF in Davos verspottete Donald Trump in seiner Rede Karin Keller-Sutter. Sie habe ihn bei einem Telefonat über die Zölle verärgert, habe ihm immer wieder dasselbe gesagt. Für Oliver Strijbis war das «ein weiterer politischer Affront gegenüber der Schweiz», wie er auf Anfrage von Nau.ch sagt.
Der Politologe der Franklin University Switzerland rät der offiziellen Schweiz jetzt, «sich eng mit ihren Verbündeten in der EU koordinieren». Sie solle beginnen, «Kante zu zeigen».
Er verweist darauf, was beim letzten Mal geschah, als Trump die Bundesrätin gedemütigt hatte: «Eine Schweizer Delegation schenkte ihm eine Luxusuhr und einen Goldbarren. Das scheint ihn nur darin bestärkt zu haben, dass er sich gegenüber der Schweiz alles erlauben kann».
Deshalb rät er der Schweiz und Karin Keller-Sutter: «Es wäre besser, wenn sie sich wehren würden.»

Jedes Land, das von Trump attackiert werde, werde geschwächt, sagt Strijbis. «Aber er attackiert gleichzeitig so viele Länder, dass die Schweiz davon keinen allzu grossen Schaden nehmen wird.»
Und Karin Keller-Sutter könnte von den Beleidigungen gar profitieren: «Innenpolitisch macht es sie eher noch beliebter, vor allem, wenn sie beginnt, sich zu verteidigen.» Denn hierzulande sei Trump mit Ausnahme einiger weniger «Politiker ganz am rechten Rand» inzwischen bei niemandem mehr beliebt.
Politologe: Albert Rösti mit «kolossaler Fehleinschätzung»
Das war auch schon anders: Vor allem vor und direkt nach der US-Wahl im November 2024 äusserten sich viele rechte Politiker positiv zu Trump. Selbst Bundesrat Albert Rösti sagte, er tendiere eher zum Republikaner als zu Kamala Harris. Er erhoffte sich, dass Trump die Schweiz gut behandeln werde.
«Da gab es eine kolossale Fehleinschätzung bei einem Teil der Schweizer Politiker», sagt Strijbis. Denn die Aussagen hätten gezeigt, dass Trump «überhaupt nicht vorhat, die Schweiz besonders gut zu behandeln».
Doch wieso kann es sich Trump leisten, Schweizer Politiker in der Schweiz so anzugreifen, wie er es beim WEF tat? «Weil er der Präsident der grössten Volkswirtschaft und Militärmacht der Welt ist», sagt Politologe Strijbis. Doch damit schade der Präsident möglicherweise seinem eigenen Land.
«Er zwingt die Schweiz schon fast dazu, sich der EU anzunähern, um ihre Aussenpolitik gegenüber den USA zu koordinieren. Anstatt die Europäer zu spalten, eint er sie mit solchem Verhalten.»
















