Im internationalen Genf sorgen sich die Nichtregierungsorganisationen um die Zukunft und eine mögliche Einschränkung ihrer Aktivität.
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Das Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO). - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten NGO mit längerfristigen Schwierigkeiten ab 2021.
  • Mindestens 30 NGO haben ihren Personalbestand verringert.
  • Zahlreiche NGO befürchten wegen der Corona-Pandemie eine Einschränkung ihrer Aktivitäten.

Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (NGO) im Internationalen Genf befürchten wegen der Corona-Pandemie eine Einschränkung ihrer Aktivitäten in den kommenden Monaten. Mindestens 30 NGO haben ihren Personalbestand verringert, ebenso viele werden dies voraussichtlich in den nächsten sechs Monaten tun.

Laut einer Umfrage rechnen die meisten NGO mit längerfristigen Schwierigkeiten ab 2021. Ihre Situation hängt von der weiteren Finanzierung durch die Geber ab, die selbst vor grossen Herausforderungen stehen.

Von den rund 450 NGO beteiligten sich 125 an der Umfrage. Etwa 5 Prozent von ihnen sehen sich in ihrer Existenz gefährdet. Knapp die Hälfte geht von einer ernsten Bedrohung aus. Bislang hat nur die Genfer Abrüstungsplattform das Ende ihrer Aktivitäten angekündigt - nur drei Jahre nach ihrer Gründung.

Fast alle NGO betroffen

Fast alle NGO waren von der Krise betroffen. 79 Prozent der Organisationen mussten ihre Aktivitäten reduzieren. In den letzten Monaten wurden bis auf einige wenige wichtige Treffen alle abgesagt oder verschoben. Die Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation WHO fand zwar statt, aber online.

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Die Weltgesundheitsorganisation ruft die Länder zu Reformen ihrer Gesundheitssysteme auf. - Keystone

Von den NGO stehen fast 90 Prozent im Austausch mit der Uno und anderen internationalen Organisationen. Zwei Drittel von ihnen gaben an, die Krise habe die negativen Auswirkungen auf diese Zusammenarbeit gehabt. Mehr als 70 Prozent aller Befragten mussten in Genf geplante Treffen absagen.

Weniger Geld in der Kasse von Nichtregierungsorganisation

Die Pandemie hat zudem finanzielle Folgen für die NGO in Genf. Mehr als die Hälfte von ihnen ist mit einem Rückgang der Einnahmen konfrontiert. Ungefähr jeder sechsten NGO droht ein Einbruch der Spenden.

60 Prozent haben keine staatliche Unterstützung beantragt. Nur 10 Prozent planen für dieses Jahr eine Erhöhung ihres Budgets, während mehr als 50 Prozent mit einem Rückgang rechnen. Der Generalsekretär von Terre des Hommes Schweiz befürchtet, dass Kinder in vielen Regionen die «ersten Opfer» der Wirtschaftskrise sein werden.

Für Ärzte ohne Grenzen Schweiz sind die jüngsten Schwierigkeiten in unmittelbarer Zukunft eher operativer Natur. Seit März konnte die NGO nur noch ein Viertel ihres geplanten Personals in die verschiedenen Länder entsenden. Die Sorge um die finanziellen Mittel konzentriere sich mehr auf 2021, sagte die Direktorin Liesbeth Aelbrecht.

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