Wallis

    Blatten: Unter Schuttkegel liegen 150'000 Liter Heizöl & Treibstoff

    Aaron Studer
    Aaron Studer

    Oberwallis,

    Im Katastrophengebiet von Blatten schlummern unter dem Schutt rund 150'000 Liter Öl und Treibstoff. Fachleute warnen vor möglichen Umweltrisiken.

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    Gemäss einer neuen Untersuchung befinden sich 150'000 Liter Öl und Treibstoff in Blatten unter dem Schutt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine neue Studie zeigt: 150'000 Liter Öl und Treibstoff befinden sich unter dem Schutt in Blatten.
    • Der Kanton hält einen Wiederaufbau trotz möglicher Schadstoffe für vertretbar.
    • Öl könnte über Jahrzehnte aus beschädigten Tanks ins Grundwasser gelangen.

    Als Ende Mai 2025 ein Berg- und Gletschersturz das Walliser Dorf Blatten verschüttete, verschwand mehr als nur das Mauerwerk: Unter den Schuttmassen liegen auch Autos, Heizöltanks, Maschinen und Kühlgeräte.

    Kurz nach dem Ereignis tauchten auf dem aufgestauten See erste Ölflecken auf.

    blatten
    Erste Ölflecken auf dem See. - keystone

    Eine neue Umweltstudie, die SRF vorliegt, beziffert nun die Menge an verschüttetem Öl und Treibstoff auf 150'000 Liter.

    Die Studie wurde im Auftrag des Kantons Wallis erstellt. Sie kommt zum Schluss, dass Mineralölkohlenwasserstoffe – chemische Bestandteile des Erdöls – die grösste Umweltgefahr im Katastrophengebiet darstellen.

    Kanton Wallis hält Wiederaufbau für vertretbar

    Trotz der Risiken spricht sich der Kanton für einen Wiederaufbau aus. Christine Genolet-Leubin, Leiterin der Walliser Dienststelle für Umwelt, sagt gegenüber SRF: «Es wäre unverhältnismässig, wenn man sagen würde, dass man hier nicht wieder bauen kann.»

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    Blatten soll wieder aufgebaut werden. - keystone

    Weiter erklärt sie, dass es darum gehe, wie tief gegraben und wie hoch wieder aufgeschüttet werde.

    Einige Schadstoffe könnten zudem über die Luft freigesetzt werden. Der Kanton prüft deshalb, ob beim Neubau sogenannte Drainagen (unterirdische Abflusssysteme) nötig sind.

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    Das Grundwasser zeigt bis dato keine Auffälligkeiten. - keystone

    Die ersten Ölflecken auf dem See zeigen: Ein Teil der verschütteten Stoffe ist bereits ausgetreten. Grundsätzlich bestehe die Gefahr, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen, halten die Autoren der Studie fest. Die bisherigen Messungen des Grundwassers seien jedoch unauffällig geblieben.

    Gleichzeitig zeigt sich, dass eine vollständige Bergung der Schadstoffe «unverhältnismässig» wäre. Man wisse schlicht nicht genau, wo sich die Stoffe befinden. Das macht gezielte Massnahmen schwierig.

    Experte warnt vor Ölaustritt über Jahrzehnte

    Geologe und Altlastenexperte Walter Wildi hat die Studie für SRF analysiert. Er macht auf eine langfristige Gefahr aufmerksam: «Die Öltanks sind teilweise kaputt und laufen aus, andere werden mit der Zeit noch durchrosten.»

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    Geologe Walter Wildi - unige.ch

    Früher oder später käme das Öl dann ins Oberflächen- oder eventuell ins Grundwasser.

    Die nötigen Umweltmassnahmen sollen bereits jetzt in die laufenden Bauarbeiten einfliessen. Ab 2029 sollen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in das neue Blatten zurückkehren.

    Kommentare

    User #6421 (nicht angemeldet)

    Das nennt man teure Zwängerei

    User #3105 (nicht angemeldet)

    #1842 dort muss BAUVERBOT im Umkreis von mindestens 5 bis 8 km verfügt werden. Des Weiteren sollte Zug um Zug das Geröll, Erdreich, etc abgegraben werden um an die Schadstoffe, Wracks, Tanks heran zu kommen

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