Moretti nach Brand-Katastrophe in U-Haft – Ehefrau entschuldigt sich
Am Freitagmorgen wurde das Barbetreiber-Ehepaar Moretti in Sitten verhört. Nun sitzt Jaques Moretti in U-Haft. Derweil entschuldigt sich seine Frau.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Silvesternacht starben in Crans-Montana bei einem Brand 40 Menschen.
- Nun wurde der Bar-Betreiber in Sitten festgenommen, er sitzt in U-Haft.
- Seine Ehefrau entschuldigt sich bei den Opfern. Es sei eine «unvorstellbare Tragödie».
- Der Vater zeigt sich angewidert über die Behandlung durch die Presse.
Jacques Moretti, der Betreiber der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, wurde am Freitag in Sion in Untersuchungshaft genommen.
Die Entscheidung erfolgte nach einer langen Einvernahme durch die Walliser Staatsanwaltschaft.
Die Anordnung muss innerhalb von 48 Stunden vom zuständigen Zwangsmassnahmengericht bestätigt werden.
Am 4. Januar wurde U-Haft noch ausgeschlossen
Laut den vorliegenden Informationen begründet die Staatsanwaltschaft den Antrag auf Haft mit einem möglichen Fluchtrisiko. Dies berichten mehrere übereinstimmende Quellen gegenüber «24heures».
Was zu diesem Kurswechsel geführt hat, ist derzeit unklar.
Noch am 4. Januar hatten die Walliser Ermittler erklärt, dass keine Haftgründe vorlägen. Auch ein Rückfall- oder Verdunkelungsrisiko wurde ausgeschlossen.
Ehefrau entschuldigt sich bei Opfern
Während Jacques Moretti im Anschluss an die Einvernahme festgenommen wurde, verliess Jessica Moretti das Gericht wieder.
Vor Journalisten sagte sie: «Ich möchte mich entschuldigen. Bei allen Opfern.» Das Video wurde von «Léman Bleu» verbreitet.
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Weiter sagte sie: «Meine Gedanken sind ständig bei den Opfern. Es ist eine unvorstellbare Tragödie, die in unserem Lokal passiert ist.» Sie sagt die Worte sichtlich betroffen.
Auch der Vater äussert sich
Gegenüber «24 Heures» äusserte sich auch Jean Mathieu Moretti, der Vater des Bar-Betreibers. Er sei angewidert von der Art und Weise, wie die Presse seine Familie behandelt. «Was hat die Vergangenheit meines Sohnes, die Fehler seiner Jugend, für die er bis zum letzten Cent bezahlt hat, mit den 40 Toten zu tun?»
Moretti beschreibt seinen Sohn als einen «unermüdlichen Arbeiter», der alles mit seinen eigenen Händen aufgebaut hat. Der Vater erzählt gegenüber der Zeitung auch, wie schwer das Unglück auch seinen Sohn getroffen habe. «Es ist eine unerträgliche Situation für die Toten, aber auch für die Lebenden.»
Und fährt fort: «Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich Jacques weinen sah.» Jean Matthieu Moretti erklärt zudem, dass sich seine Familie weder verstecken noch drücken werde. «Wir sind seriöse Menschen, keine Gangster!»












