Schutzmassnahmen in Randa VS bleiben in Kraft
Der Hängegletscher auf der Ostseite des Weisshorns bei Randa VS wird weiterhin verstärkt überwacht. Die bestehenden Schutzmassnahmen bleiben in Kraft, wie die Gemeinde am Dienstag auf ihrer Webseite mitteilte.

Innerhalb des Gefahrenperimeters dürfen sich somit weiterhin keine Personen aufhalten. Die offiziellen Zugänge für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velofahrerinnen und Velofahrer bleiben gesperrt.
Das Siedlungsgebiet sei von der aktuellen Situation nicht betroffen, hiess es weiter. Die Gemeindebehörden und die zuständigen Fachexperten stünden in engem Austausch und beobachteten die Entwicklung laufend.
Zuletzt kam es Mitte August zu mehreren Abbrüchen am Hängegletscher Weisshorn Ost. Aufgrund einer deutlichen Zunahme der Bewegungen erhöhten die Behörden die Überwachung auf die Stufe 3. Die zuständigen Behörden schlossen weitere Abbrüche nicht aus.
Wegen erhöhter Aktivität werden die Bewegungen am Hängegletscher Weisshorn Ost bereits seit Ende Juni 2026 überwacht. Zeitgleich sei der entsprechende Gefahrenperimeter definiert und gekennzeichnet worden.
Die ersten ergiebigen Schneefälle könnten die Gefahr eines Gletscherabbruchs deutlich verschärfen, schrieb Mitte Oktober der «Walliser Bote». Am Hängegletscher Ost hänge weiterhin ein Eisblock von rund 300'000 Kubikmetern, der sich mit bis zu 20 Zentimetern pro Tag talwärts bewege. Falle auf dem darunterliegenden Plateau des Bisgletschers viel Neuschnee, könnte ein Abbruch eine gefährliche Eis-Schnee-Lawine auslösen. Diese hätte eine deutlich grössere Reichweite als ein reiner Eisabbruch im Sommer.
Wiederholte Gletscherabbrüche am Weisshorn
In der Vergangenheit kam es am Weisshorn wiederholt zu Gletscherabbrüchen. Das grösste historisch dokumentierte Ereignis datiert aus dem Jahr 1819. Die damals ausgelöste Lawine habe im Dorf Randa grosse Schäden verursacht. Weitere Abbrüche in den Jahren 1972 und 1973 verliefen glimpflicher und kamen auf einem Gletscherfeld zum Stillstand.
Die Gemeinde Randa ist historisch auch von anderen Naturgefahren geprägt. Im Jahr 1991 ereignete sich am Längenfluhberg ein grosser Dreifach-Bergsturz. Innert weniger Wochen stürzten fast 50 Millionen Kubikmeter Gestein ins Tal.
Die Felsmassen verschütteten die Bahnlinie und die Strasse. Zudem stauten sie den Fluss Vispa auf. Menschen kamen bei den Bergstürzen nicht zu Schaden, jedoch verendeten Nutztiere und 33 Gebäude wurden zerstört.






