Jessica Moretti muss derzeit nicht aussagen
Jessica Moretti wird am kommenden Montag nicht von den Walliser Staatsanwältinnen befragt – aus Angst vor einem psychischen Zusammenbruch.

Das Wichtigste in Kürze
- Jessica Moretti wird am Montag aus gesundheitlichen Gründen nicht vor der Staatsanwaltschaft aussagen.
- Eine Psychologin warnt, dass die Begegnung mit ihrem Ehemann ihre Psyche stark belasten könnte.
- Ihr Ehemann Jacques Moretti muss allein vor den Staatsanwältinnen erscheinen.
Nach dem tödlichen Brand vom 1. Januar in Crans-Montana laufen die Ermittlungen weiter.
Am kommenden Montag findet in Sion eine Befragung statt. Doch eine der beiden Bar-Betreiberinnen wird dabei fehlen. Jessica Moretti, ehemalige Besitzerin der Bar «Le Constellation», wird nicht angehört. Das berichtet die Ermittlungsredaktion von RTS.
Der Grund: Ein psychologisches Gutachten bescheinigt ihr einen Zustand psychischer Labilität. Die Staatsanwältinnen haben daraufhin entschieden, sie nicht vorzuladen. Ihr Ehemann Jacques Moretti hingegen wird vor den Richterinnen in der Walliser Hauptstadt erscheinen.

Die Anwälte von Jessica Moretti legten ein Gutachten einer auf Psychotherapie spezialisierten Psychologin vor. Das Dokument, das RTS eingesehen hat, beschreibt einen «besonders ausgeprägten Zustand psychischer Labilität». Dieser mache eine Konfrontation mit dem Ehemann problematisch.
Akute Belastungsstörung
Laut der Expertin leidet Jessica Moretti unter einer akuten posttraumatischen Belastungsstörung.
Auslöser sei der Brand vom 1. Januar, bei dem 41 Menschen ums Leben kamen. Der Druck durch das laufende Gerichtsverfahren habe ihren Zustand zusätzlich verschlechtert.
Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Jessica Moretti soll ihren Ehemann seit einem mutmasslichen Übergriff nicht mehr gesehen haben.

Die Aussicht auf ein Wiedersehen stelle «eine besonders destabilisierende Situation» dar. Die Expertin hält die Gegenüberstellung wegen eines «realen Risikos eines akuten psychischen Zusammenbruchs» für «derzeit kontraindiziert», also nicht ratsam.
Trotz ihres Zustands will Jessica Moretti laut ihren Anwälten weiterhin kooperieren. Sie sei «besorgt über den Fortgang der Ermittlungen» und bereit, Fragen zu beantworten. Die Anwälte hatten beantragt, während einer allfälligen Anhörung Pausen einzuplanen.
Staatsanwältinnen folgen Empfehlung
Die Staatsanwältinnen entschieden sich schliesslich, der Empfehlung der Psychologin zu folgen. Jessica Moretti wird am Montag nicht angehört. Ihr Ehemann Jacques Moretti erscheint als Einziger vor den Richterinnen in Sion.
Jacques Moretti befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen mutmasslicher Gewalt gegen seine Ehefrau.












