Italienische Crans-Montana-Opfer gehen erstmals wieder zur Schule

    Bettina Zanni
    Bettina Zanni

    Italien,

    Im Norden Italiens beginnt heute Montag das neue Schuljahr. Für die Brandopfer von Crans-Montana ist der Tag besonders speziell.

    Screenshot / TG2
    Francesca, Sofia, Leonardo und Kean (von links) freuen sich, wieder zusammen zur Schule zu gehen. - Screenshot / TG2

    Das Wichtigste in Kürze

    • Francesca, Sofia, Kean und Leonardo haben monatelange Spitalaufenthalte hinter sich.
    • Sie sind froh, das neue Schuljahr gemeinsam starten zu können.
    • «Es wird sehr emotional, alle Gspänli und Lehrpersonen wieder zu sehen», sagt Francesca.

    Für Francesca, Sofia, Kean und Leonardo ist der Schulanfang mehr als eine Rückkehr aus den langen italienischen Sommerferien. Dieses Jahr erstmals überhaupt besuchen vier Gymnasiastinnen- und -schüler des Liceo Virgilio in Mailand.

    Francesca wurde erst im August als letztes Opfer der Katastrophe aus dem Spital entlassen. Die 17-Jährige teilte ein Video, das ihren Weg zurück ins Leben dokumentierte.

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    Francesca (17) kann zuhause wieder lachen und tanzen. - Tiktok/franci.nota

    Sie haben nach der Brandkatastrophe in der Silvesternacht in Crans-Montana VS siebenmonatige Spitalaufenthalte hinter sich.

    Sofia hingegen wurde laut der Nachrichtenagentur «Ansa» bereits kurz vor den Sommerferien entlassen. So konnte sie ihre Kameradinnen und Kameraden noch begrüssen.

    Hast du dich früher auf den Schulanfang nach den Sommerferien gefreut?

    Nun starten sie die vierte Klasse. Im Gegensatz zu den Schweizer Brandopfern müssen die italienischen die Klasse nicht wiederholen.

    «Angst, angeschaut zu werden»

    «Es ist sehr schön, dass wir wieder alle zusammen sein können», sagt Sofia zu «TG2». Ihre Freundschaft sei seit der Katastrophe noch stärker geworden, sagt die Gruppe.

    Sofia: «Ich weiss nicht, wie viel Zuversicht ich gehabt hätte, wäre ich alleine gewesen.»

    Francesca bezeichnet sich als «sehr glücklich», wieder in die Schule gehen zu können. «Es wird sehr emotional, alle Gspänli und Lehrpersonen wieder zu sehen», sagt sie.

    Es begleiten sie aber auch Ängste. «Durch die Gänge zu gehen, angeschaut und vielleicht nicht verstanden zu werden», sagt sie zu «TG5».

    Kean freut sich auf den Tapetenwechsel. «Mein Tagesablauf Spital-Zuhause-Spital-Zuhause ändert sich», sagt er. Leonardo sieht die Rückkehr in die Schule als weiteren Schritt, in die Normalität zurückzukehren.

    «Wieder Fussball spielen können»

    Die Schülerinnen und Schüler sind weiterhin in medizinischer Behandlung. Alle haben aber klare Ziele. «Ich möchte wieder Fussball spielen können», sagt Leonardo. Vor der Brandkatastrophe war er in einem Mailänder Verein Stürmer und träumte von einer Fussballkarriere.

    Kean wünscht sich, wieder 100-prozentig selbständig zu sein. «Und mit meinen Freunden auszugehen und Spass zu haben.»

    moretti
    Dass Barinhaber Jacques Moretti erst nach der Gewalt an seiner Frau in U-Haft kam und nicht schon nach der Brandkatastrophe, versteht Opfer Leonardo nicht. - moretti

    Leonardo verfolgt die Untersuchungen im Fall Crans-Montana besonders intensiv. Im August wurde Jacques Moretti wegen häuslicher Gewalt festgenommen.

    «Es macht mich wütend, dass er ins Gefängnis kam, weil er seine Frau misshandelt hat», sagt Leonardo. «Anstatt für den Tod von 40 Menschen und 100 Verletzten.»

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    Kommentare

    User #3974 (nicht angemeldet)

    Immer sehen wir italienische Verletzte. Schweizer Junge sind zum Teil noch in der Reha und noch weit weg von einem Schulbeginn. Ich hoffe sie kommen auch zusammen um nicht alles alleine durchstehen zu müssen.

    User #491 (nicht angemeldet)

    Alle Beteiligten müssen Bestraft werden. All diese verletzten und toten Leute verantworten. Die kann man nicht auf freiem Fus lassen. Wenn man die Verletzten nach 9 Monaten sieht, da kommen die Tränen. Dann schlägt er noch drein dieser Gauner. Der hat ein kriminelles Potential und die CH Behörde hat alles geglaubt.

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