Mord aus Nächstenliebe
Theater Mit «Arsen und Spitzenhäubchen» bringt Hanna Scheuring, Leiterin des Zürcher Bernhard Theaters, einen persönlichen Traum auf die Bühne.

Nächste Woche feiert «Arsen und Spitzenhäubchen» im Bernhard Theater Premiere. Für Hanna Scheuring, Leiterin des Hauses und Darstellerin in einer Hauptrolle, geht damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Schon als Kind war sie vom Film mit Cary Grant und Peter Lorre begeistert: «Die alten Tanten, die einsame ältere Herren aus purer Nächstenliebe vergiften, fand ich einfach umwerfend.»
Für die Zürcher Neuinterpretation hat Regisseur Niklaus Helb-ling den Klassiker ins Schweizerdeutsche übersetzt und von New York nach Wiedikon ins Jahr 1941 verlegt. Die Schwestern Alice und Martha Brunner gelten als gute Seelen des Quartiers. Sie kümmern sich um arme, kranke und einsame Menschen – auf ihre eigene Weise: Mit vergiftetem Holunderwein erlösen sie einsame Herren von ihrem trostlosen Dasein.
Hinter der makabren Komik steckt für Scheuring auch ein ernstes Thema: die Frage, was ein lebenswertes Leben ausmacht und ob es Sinn macht, Leid und Einsamkeit endlos auszuhalten. «Aber natürlich ist es in erster Linie eine Komödie, die uns schon bei den Proben zu Lachanfällen bringt.» Die bisher grösste Eigenproduktion des Bernhard Theaters lag für Scheuring jahrelang in der Schublade.
Lange fehlte ihr der Mut, das aufwendige Projekt mit zehn Spielenden und historischen Kostümen umzusetzen. Nun wagt sie den Schritt und hofft, dass der schwarze Klassiker auch in der Zürcher Version sein Publikum findet. Alte schweizerdeutsche Ausdrücke sorgen für zusätzlichen Charme.
Ihr Versprechen: «Wir wollen das Publikum überraschen und begeistern und garantieren einen sehr lustigen Abend.» Bei der letzten Produktion führte Scheuring selbst Regie, diesmal steht sie wieder in einer Hauptrolle auf der Bühne. «Ich freue mich so, spielen zu dürfen.»
Weitere Informationen: «Arsen und Spitzenhäubchen», ab 4. Nov. bis 10. Jan. im Bernhard Theater, Sechseläutenpl. bernhardtheater.ch
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Tagblatt Zürich» erschienen.










