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    Migros, Coop & Co.: Kaum Früchte-Aktionen, dafür bei Zucker und Fett

    Andrea Schüpbach
    Andrea Schüpbach

    Genève,

    Eine Auswertung zeigt: Detailhändler in der Schweiz machen häufig Aktionen auf Ungesundes. Migros, Coop und Co. erklären, warum diese selten Früchte betreffen.

    coop migros
    Ein seltenes Bild: Aktionen auf Orangen bei einem grossen Schweizer Detailhändler. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Schweizer Detailhändler machen häufig Aktionen auf ungesunde Lebensmittel.
    • Das zeigt eine neue Auswertung. Nur 13 Prozent der Aktionen betreffen Früchte und Gemüse.
    • Chronische Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder Fettleibigkeit werden so gefördert.

    Wer bei Schweizer Detailhändlern nach Schnäppchen sucht, findet vor allem Süssigkeiten, Snacks und verarbeitete Lebensmittel. Früchte und Gemüse hingegen sind bei den Aktionen kaum vertreten.

    Das zeigt eine Auswertung des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS. Für die Untersuchung wurden die Aktionsangebote von fünf grossen Detailhändlern analysiert.

    Betrachtet wurden Coop, Migros, Lidl, Denner und Aldi. Insgesamt flossen 415 Produkte in die Auswertung ein.

    Das Ergebnis ist eindeutig: 57 Prozent der Aktionsprodukte gehören zur Kategorie Süssigkeiten, salzige Snacks sowie verarbeitete oder hochverarbeitete Lebensmittel. Nur 13 Prozent der rabattierten Produkte sind Früchte oder Gemüse.

    Ernährungsberaterin warnt vor gesundheitlichen Folgen

    Bereits im November 2025 hatte RTS eine ähnliche Untersuchung durchgeführt.

    Damals waren die Verhältnisse noch deutlicher: Produkte, die nur in Massen konsumiert werden sollten, waren sechsmal häufiger in Aktion als Früchte und Gemüse.

    Im Juni 2026 liegt das Verhältnis bei eins zu vier. Das ist eine leichte Verbesserung, doch das Ungleichgewicht bleibt gross.

    Migros
    Hier gibt es selten Schnäppchen: Die Abteilung Früchte und Gemüse in einer Migros-Filiale. - keystone

    Migros hatte damals erklärt, im Sommer wären mehr frische Produkte in den Aktionen zu finden. Die neuen Zahlen bestätigen das nur teilweise. Eine grundlegende Veränderung ist nicht erkennbar.

    Daniela Goncalves ist Ernährungsberaterin beim Westschweizer Gesundheitszentrum Unisanté. Sie sieht in diesen Zahlen ein Problem für die öffentliche Gesundheit.

    Aktionen beeinflussen, was Menschen kaufen und essen. Heisst: Günstige Preise lenken Konsumenten in Richtung Ungesunder Ernährung.

    Achtest du beim Einkaufen auf Aktionen?

    Besonders betroffen sind Menschen mit wenig Geld, die auf günstige Angebote angewiesen sind. Für sie ist der Aktionspreis oft ein wichtiges Kaufargument.

    Goncalves formuliert es so: «Langfristig kann dies das Risiko für chronische Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder Fettleibigkeit erhöhen.»

    Die Ernährungsberaterin fordert deshalb klare gesetzliche Regeln für Lebensmittelwerbung und Supermarkt-Aktionen.

    Als Vorbild nennt sie Grossbritannien. Dort gibt es seit Kurzem Vorschriften, die Aktionen für ungesunde Produkte einschränken. In der Schweiz fehlen solche Regelungen bislang.

    Detailhändler wie die Migros verteidigen ihre Aktionspolitik

    Die Detailhändler sehen das anders. Migros verweist auf saisonale Unterschiede. Dass im Juni etwas mehr Obst in Aktion sei als im November, bestätige die eigene Erklärung von damals.

    Coop zweifelt an der Aussagekraft der Untersuchung. Das Unternehmen bezeichnet die Studie als nicht repräsentativ und betont, die Aktionen seien auf die Bedürfnisse der Kundschaft ausgerichtet.

    Aldi wiederum versichert, die Verantwortung gegenüber der Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten ernst zu nehmen. Produkte würden laufend nach ernährungswissenschaftlichen Massstäben überprüft und angepasst, besonders beim Zuckergehalt.

    Denner: Früchte und Gemüse eignen sich schlecht für Aktionen

    Denner erklärt, Früchte und Gemüse eigneten sich schlecht für Aktionen. Der Grund: Die Preise für frische Produkte schwanken stark. Aktionen müssen jedoch oft Monate im Voraus geplant werden.

    Deshalb bewirbt Denner lieber Produkte mit langer Haltbarkeit, die in grossen Mengen eingekauft werden können.

    Lidl argumentiert ähnlich. Aktionen seien vor allem dazu gedacht, Vorräte anzulegen. Früchte und Gemüse seien zudem bereits im regulären Sortiment zu erschwinglichen Preisen erhältlich, so Das Unternehmen.

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    Kommentare

    User #1768 (nicht angemeldet)

    Es gibt genügend Fg Aktionen. ZB morgen in der Migros Aktion über 20 Artikel… Klar gibt es weniger FG Aktionen, da das Angebot ja im Vergleixh zum Rest des Sortiment viel kleiner ist

    User #4657 (nicht angemeldet)

    Da unsere Selbstversorgung bei Früchte und Gemüse zwischen Null und 30 Prozent liegt, kann der Bedarf nur mit ausländischen Produkten abgedeckt werden. Wegen der notwendigen Logistik müssen diese Produkte unreif geerntet werden. War immer so und wird sich nicht ändern.

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