Bahnhofs-Migros renoviert – droht neuer Coop-Dichtestress?
Seit Coop im Bahnhof Bern renoviert hat, sind die Bewertungen der Kundschaft vernichtend. Nun ist die Migros-Filiale in der Unterführung dran. Endet es ähnlich?

Das Wichtigste in Kürze
- Seit Februar ist die grösste Coop-Filiale im Bahnhof Bern umgebaut.
- Die Gänge sind schmal, die Selfcheckouts dicht an dicht – das sorgt für Kritik.
- Nun baut auch die Migros im Bahnhof um. Kunden befürchten ähnlichen Dichtestress.
Seit Februar 2026 sind die Umbauarbeiten bei der grössten Coop-Filiale im Bahnhof Bern abgeschlossen. Bereits einige Monate zuvor war sie nach längerer Schliessung wieder eröffnet worden.
Seither hat sie in Bern einen schlechten Ruf – enge Gänge, viel Kundschaft, unübersichtliche Selfcheckout-Kassen, die dicht an dicht stehen.
«Hier bekommst du alles – inklusive Platzangst»
In den Google-Bewertungen häufen sich die Beschwerden über den Dichtestress. Einer schreibt zynisch: «Hier bekommst du alles – inklusive zu Spitzenzeiten Aggressionsschübe und Platzangst.»
Ein anderer vergibt einen Stern, würde aber am liebsten noch weniger geben, wie er schreibt. «Wer diesen Laden entworfen hat, sollte fristlos gekündigt werden!», findet er.

Ein dritter meint: «Seit der Neueröffnung ist es ein Ort des Grauens geworden.» Es sei alles zu eng.
Kein Wunder, lässt ein neuer Aushang im Bahnhof Bern die Pendlerinnen und Pendler Böses befürchten: Er kündigt an, dass nun auch die Migros-Filiale Christoffel in der Bahnhofsunterführung saniert wird.
Stammkunden befürchten auch in neuer Migros Dichtestress
Seit einigen Tagen ist sie zu, die Neueröffnung erfolgt Ende Juli. Ein alarmierter Stammkunde sagt zu Nau.ch: «Ich hoffe, sie planen nicht etwas Ähnliches wie bei der Coop-Filiale und haben daraus gelernt!»
Auch er gehe nicht mehr gerne dort einkaufen seit dem Umbau. Eine andere Stammkundin befürchtet Ähnliches. «Am schlimmsten wären genauso enge Gänge wie beim neuen Coop», sagt sie zu Nau.ch.
Nau.ch hat bei der Migros nachgefragt – ist die Angst begründet?
«Uns ist die Kritik bezüglich des Dichtestresses in der Coop-Filiale bekannt», sagt Diana Fäh von der Migros-Genossenschaft Aare.
«Unsere Erfahrungen aus dem Betrieb am stark frequentierten Standort Bahnhof Bern sind in die Planung des Umbaus eingeflossen. So haben wir beim Umbau insbesondere grossen Wert auf eine möglichst angenehme Kundenführung gelegt», versichert sie.
Migros verspricht mehr Bewegungsfläche
Beim Umbau will die Migros die bestehende Verkaufsfläche und die Anordnung der Waren «optimieren». «So wird mehr Bewegungsfläche geschaffen, was die Orientierung erleichtert und zu einem angenehmeren Einkaufserlebnis beiträgt.»
Die Migros wolle einen raschen und unkomplizierten Einkauf ermöglichen. «Deshalb wird die Anzahl der bargeldlosen Selfcheckout-Stationen deutlich erhöht.»
Neben technischen Neuerungen und Anpassungen im Sortiment gibt es auch Neuerungen in den Mitarbeitenden-Räumen – sie werden «attraktiver gestaltet».
Klingt nicht nach engeren Gängen und Dichtestress. Wie sich der Umbau in der Praxis bewährt, zeigt sich Ende Juli.
Coop hat Gänge schon mal verbreitert – und plant keine weiteren Massnahmen
Bleibt die Frage: Wie reagiert Coop auf diese – zumindest versprochene – neue Konkurrenz im Bahnhof Bern? Plant der Detailhändler nun doch noch Anpassungen, um den Dichtestress zu reduzieren?
Auf Anfrage von Nau.ch erklärt Coop-Sprecher Ronny Aeschbacher, die Arbeiten seien seit Februar 2026 abgeschlossen. In der letzten Etappe, nachdem die Filiale bereits einmal wiedereröffnet worden war, habe man die Gänge verbreitert. Zudem wurde dabei auch der Kassenbereich vergrössert.

«Zusätzliche Kassen sowie ein zweiter Ausgang sollen den Checkout-Prozess und den Kundenfluss in dieser Verkaufsstelle mit sehr hoher Kundenfrequenz optimieren.»
Coop richte sich nach den Bedürfnissen und Rückmeldungen der Kundschaft, die man auch in die Weiterentwicklung der Verkaufsstellen einfliessen lasse.
«Dies gilt auch für den Supermarkt im Berner Bahnhof», sagt der Sprecher. Obwohl viele der Dichtestress-Kritiken auf Google erst wenige Wochen alt sind, sieht Coop derzeit keinen Handlungsbedarf. «Aktuell sind keine weiteren baulichen Massnahmen geplant.»
Aeschbacher verspricht aber: «Wir beobachten die Situation vor Ort weiterhin aufmerksam und prüfen bei Bedarf weitere Massnahmen.»


















