Claude Monets Werke treten in einer Ausstellung aus dem Rahmen

Keystone-SDA
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Morrens (VD),

Monets Seerosen auf dem Boden und an den Wänden – nicht gefangen im Bilderrahmen: Unter dem Titel «Imagine Monet» lässt sich das im Kunstmuseum Beaulieu in Lausanne erleben. Über 200 Werke werden in 360°-Projektionen gezeigt.

«Les Nymphéas» (Die Seerosen) werden in der immersiven Ausstellung «Imagine Monet» in Lausanne aus aus einer neuen Perspektive gezeigt: nicht im Bilderrahmen, sondern wandfüllend.
«Les Nymphéas» (Die Seerosen) werden in der immersiven Ausstellung «Imagine Monet» in Lausanne aus aus einer neuen Perspektive gezeigt: nicht im Bilderrahmen, sondern wandfüllend. - KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

«Sie betreten gleich ein blühendes Aquarium», sagt Annabelle Mauger, bevor sie am Dienstag vor den Medien vom «Garten von Giverny» in den nächsten Raum der Ausstellung wechselte. Sie hat «Imagine Monet» mitgestaltet und das Szenario für das immersive Projekt entworfen.

Hier verlieren Monets Bilder «die Körperlichkeit des Gemäldes» und erhalten gleichzeitig eine andere – auf Vorhängen, dem Boden oder an den Wänden. Laut den Verantwortlichen dieses Projekts werde so ein Eindruck erweckt, der Claude Monet (1840-1926) am Herzen gelegen habe.

Der Impressionist hat in seinen Arbeiten versucht, den Moment und das Gefühl einzufangen, mit Licht, oft im Freien und vorzugsweise in seinem farbenfrohen Garten. Damit habe sich der Künstler gegen den Akademismus und die Malerei als Reproduktion der Realität gestellt, die zu seiner Zeit dominiert habe, sagt Androula Michael, Kuratorin der Ausstellung.

Normalerweise sei die Farbe den Konturen und Linien untergeordnet. Monet «hat all das gesprengt», so Michael. Bei den berühmten Seerosen zum Beispiel gebe es keinen Horizont, keinen Himmel. «Er wollte ein Eintauchen schaffen und sagen: ‚Lasst uns gemeinsam in das Bild eintreten‘.» Auf ein solches Erlebnis setze nun «Imagine Monet». Wie der Maler will das Projekt über den Rahmen hinaustreten.

In einem ersten Raum zeigt die Ausstellung die Gärten des Malers in Giverny mit seiner berühmten grünen Brücke und den Blumen. Dann informiert ein weiterer Raum über Werdegang und Werk des Künstlers. Der dritte Raum ist das Herzstück der Ausstellung: untermalt von Musik werden während 30 Minuten rund 200 Werke präsentiert. Projiziert werden nicht nur grossformatige Werke. Vielmehr wollen die Verantwortlichen «Details zueinander in Dialog» setzen, so Michael.

«Imagine Monet» wurde bereits in Stockholm gezeigt und ist nun in Lausanne auf der Plateforme 10 bis zum 28. Juni zu sehen.

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