Bundesrat

Klimapolitik: Mazzone greift Bundesrat Rösti an und fordert Plan

Keystone-SDA
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Bern,

Die Präsidentin der Grünen, Lisa Mazzone findet, nicht mehr Albert Rösti (SVP) sollte sich um Klima-Belangen kümmern, sondern ein anderes Regierungsmitglied.

Mazzone
Lisa Mazzone greift Bundesrat Albert Rösti wegen der Klimapolitik an. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Lisa Mazzone kritisiert den Umgang Albert Röstis mit der Klima-Krise.
  • Unter seiner Führung gebe es Rückschritte bei der Klimapolitik.
  • Jemand anderes müsse daher das Dossier übernehmen.

Die Präsidentin der Grünen, Lisa Mazzone, hat vom Bundesrat gefordert, dem für das Dossier zuständigen Bundesrat Albert Rösti das Eidgenössische Departement für Umwelt (Uvek) zu entziehen und fordert konkrete Massnahmen.

«Damit die Schweizer Regierung endlich ihre Verantwortung wahrnimmt und die Bevölkerung schützt», erklärte sie gegenüber Tamedia am Donnerstag.

Unter seiner Führung gebe es Rückschritte bei der Klimapolitik, sagte Grünen-Präsidentin im Interview mit Tamedia.

«Bundesrat in Ferien»

«Ich bin überzeugt, dass jeder andere Bundesrat besser wäre als Albert Rösti in diesem Departement.» Es sei noch nicht mal Juli und schon würde man die Opfer der Hitzewelle zählen, so Mazzone, und bezieht sich auf die extreme Dürre, die Hilferufe der Landwirte und die in zu tief stehenden Flüssen verendenden Fische.

«Wir stecken mitten in einer Krise, und der Bundesrat ist in den Ferien», fügte sie hinzu.

Müsste Bundesrat Rösti mehr fürs Klima tun?

Mit Verweis auf den Hitzesommer und die Trockenheit wirft sie dem SVP-Bundesrat vor, die Klimapolitik der Schweiz in den Ruin zu treiben. Mazzone fordert den Bundesrat auf, einen Plan mit Massnahmen aufzustellen, «wie einer Begrünung, der Sanierung von Gebäuden oder einem echten Schutz am Arbeitsplatz».

Mit dieser Forderung steht die Grünen-Chefin laut Tamedia weitgehend allein da. Auch Parteien, die Röstis Klima- und Energiepolitik kritisch sehen, halten einen Wechsel den Zeitungen zufolge für überzogen.

SP-Nationalrat Hasan Candan etwa erklärte, die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz bereiteten ihm Sorgen. «Wir brauchen dringend mehr und effektivere Massnahmen sowie zusätzliche Investitionen, um der Klimakrise entgegenzutreten», so Candan.

Denn die Politik von Rösti sei nicht zukunftsfähig «und vermag Menschen und die Umwelt nicht ausreichend zu schützen».

Grossen: Sache der Regierung

GLP-Präsident Jürg Grossen teilt inhaltlich einen Teil von Mazzones Kritik. Der Bundesrat handle in der Klimapolitik «viel zu zögerlich und zu langsam». Als Beispiel nennt er die Dekarbonisierung des Verkehrs. Mazzones Forderung, Rösti müsse sein Departement abgeben, unterstützt er jedoch nicht.

Wie sich der Bundesrat organisiere, sei Sache der Regierung. Doch anders als anderen Bundesräten falle es Rösti zeitweise schwer, seinen Parteihut abzulegen, so Grossen «Als Mitglied der Landesregierung muss man die Parteipolitik zurückstellen.»

Auch Mitte-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt beurteilt Röstis Energie- und Klimapolitik kritisch. Die Forderung nach einer Neuverteilung des Uvek hält er jedoch für überzogen. Solche Angriffe seien die «Raison d’être der Polparteien»: Die Grünen verlangten, dass Rösti das Departement abgebe, die SVP fordere den Rücktritt von Asylminister Beat Jans. Müller-Altermatt sieht darin eine Gefahr für die Institution Bundesrat.

Personalisierte Rücktritts- oder Absetzungsforderungen schwächten die Regierung, statt eine politische Auseinandersetzung über deren Entscheide zu führen. SVP-Parteipräsident Marcel Dettling kritisiert, die Grünen-Präsidentin wolle mit ihrem Angriff vor allem Aufmerksamkeit erzeugen. Für ihn sei jedenfalls klar: «Albert Rösti ist im Uvek goldrichtig.»

Kommentare

User #3864 (nicht angemeldet)

Hobbypolitiker, würden gescheiter zur Arbeit gehen

User #6536 (nicht angemeldet)

Diese Frau setzt sich für uns alle ein. Deshalb ein BRAVO ! Der BR Rösti diskutiert lieber AKW's, die niemand finanzieren und versichern möchte, statt dort weiterzumachen wo es was bringt, nämlich bei der Gratisenergie aus Sonne und Wind und Nachts aus Batterien. BR Rösti ist ein Zauderer und Verhinderer. Lieber SVP Ideologie predigen statt handeln. Vergiftetes Grundwasser ? Langsame Energiewende ? AKW statt grüne Gratisenergie ? So sieht Fortschritt nicht aus ! Andere Länder zeigen der Schweiz wie es geht, nur BR Rösti versteht das nicht ... leider ! Aber was will man von einer konservativen Partei anderes erwarten als antike Lösungen des letzten Jahrhunderts für die deutlichen Probleme der Zukunft. Gute Nacht Schweiz

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