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    Dieser Ex-Stasi-Offizier zieht für AfD in Landtag

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Deutschland,

    Der AfD-Abgeordnete Frank-Ronald Bischoff arbeitet als Offizier für die Stasi. Ein Historiker findet das «in keiner Weise akzeptabel».

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    In der AfD-Fraktion von Siegmund Ulrich fungiert auch ein Ex-Stasi-Mann. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zu DDR-Zeiten arbeitete Frank-Ronald Bischoff als Offizier für die Stasi.
    • Jetzt zieht er in Sachsen-Anhalt für die AfD in den Landtag.
    • In der Fraktion sollen viele darüber unzufrieden sein, es aber auch ignorieren.

    39 Sitze hat die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geholt. Und unter den Abgeordneten gibt es einige auch intern umstrittene Persönlichkeiten.

    Auffällig ist vor allem Frank-Ronald Bischoff. Denn in seiner Vergangenheit hätte er von den Positionen der «gesichert rechtsextremen» AfD nicht weiter entfernt sein können. So arbeitete er von 1977 bis 1989 für die DDR-Geheimpolizei.

    Bereits vor der Wahl berichteten deutsche Medien darüber. Akten aus dem Stasi-Archiv zeigen, dass Bischoff für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) arbeitete. Er war ein «Offizier im besonderen Einsatz» im Rang eines Hauptmanns.

    Gemäss den Akten tarnte er sich als Verwaltungsmitarbeiter. So soll er auch Verfahren von Ausreisewilligen bearbeitet und diese überwacht haben. Bereits vor rund neun Jahren bestätigte Bischoff dies gegenüber der «Mitteldeutschen Zeitung».

    Historiker Hubertus Knabe wirft Bischoff gegenüber «Focus» vor, sich als «kleinen Spitzel in der Ecke» darstellen zu wollen. Dabei sei der heutige AfD-Politiker in seiner Funktion ein «Hardcore-MfSler» gewesen.

    Ein Ex-Stasi-Mann im Landtag – ist das akzeptabel?

    Als «Offizier im besonderen Einsatz» sei Bischoff Teil der «Elite der Stasi-Spitzel» gewesen. Offiziere seien ausgebildet und gesteuert worden. Er habe vielen Menschen schweren Schaden zufügen können.

    Mit Bischoff zieht nun erstmals ein einstiger «Offizier im besonderen Einsatz» in einen Landtag ein. Historiker Knabe spricht von einer «Zäsur». Aus seiner Sicht sei das «in keiner Weise akzeptabel».

    AfD-Insider: «Wird ignoriert»

    Doch wie denkt die AfD über die Stasi-Vergangenheit ihres Abgeordneten? Offiziell äussern sich weder der AfD-Kreisverband im Harz noch der Landesverband.

    Ein Insider, der anonym bleiben will, sagt gegenüber «Focus» aber: «Viele in der Fraktion sind hinter vorgehaltener Hand unzufrieden mit der Situation.» Doch es «wird ignoriert».

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    Kommentare

    User #4809 (nicht angemeldet)

    Hitler 2.0 rückt näher und näher. AfD verbieten. JETZT.

    User #1955 (nicht angemeldet)

    Der Unterschied ist die politische Kultur in Deutschland zur Schweiz. Dort gibt es kein Konkordanzprinzip mit dem Fokus auf Kompromisse und Konsens, sondern die Durchsetzung des Programms der Mehrheitsregierung steht hier klar im Mittelpunkt ohne die Opposition einzubinden. Die Polemik in der Deutschen Politik ist viel stärker. Kompromissbereitschaft wird als Schwäche angesehen.

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